Inspiration

10 Schritte zum Glück mit Susanna Mittermaier

Susanna Mittermaier, Psychologin, Coach und Bestsellerautorin, entwickelte mit „Pragmatische Psychologie“ eine Methode, effizient sein Leben zu verändern. In OOOM erklärt sie die 10 Schritte zu einem besseren, positiven Leben. Und erzählt aus ihrem eigenen: Ihrer Zeit auf einer psychiatrischen Abteilung, den tägliche Kampf auf einer Kinderkrebsstation, den Mut zur Veränderung.

Georg Kindel26. April 2017 No Comments

Zeitenwende: Ihre Vorträge führen Mittermaier um die ganze Welt.

Haben Sie Mut zur Veränderung. Ihr Leben ist veränderbar. Seien Sie offen dafür. Seien Sie spontan. Klammern Sie sich nicht fest. Wenn es nicht klappt, dann lassen Sie los – ob es ein Mensch ist oder eine Lebenssituation. Weinen Sie, wenn Ihnen danach ist, Dinge loszulassen. Lachen Sie, wenn Ihnen danach ist, denn Lachen ist sehr kraftvoll. Anerkennen Sie Ihr Anderssein und nutzen Sie es, das ist besser als zu sagen: Ich will nicht so sein wie alle anderen. Man muss nicht etwas in die Welt bringen, was jeder sieht. Liebenswürdigkeit in die Welt zu bringen ist das, was unsere Welt braucht.

Seien Sie verrückt. Jeder von uns ist ein bisschen anders, jeder hat seine Verrücktheit. Verrücktheit heißt für mich Möglichkeiten zu sehen, die kein anderer sieht. Konformität bewegt sich immer noch innerhalb einer bestimmten Grenze. Und wenn Sie darüber hinausgehen, werden Sie bewertet. Viele Menschen passen sich dem an, was unglaublich schade ist. Weder Flugzeuge noch Elektrizität würde es heute geben, wenn die Entdecker wegen der Kritik darauf verzichtet hätten, daran weiterzuarbeiten.

Eine Minute des Nichts­tuns. Geben Sie sich eine ganze Minute, wo Sie weder sich noch irgendetwas anderes bewerten – das ist eine totale Herausforderung, aber auch eine coole Übung. In der einen Minute erkennt man auch, wie oft man sich selbst bewertet und andere, und wie viel Energie man plötzlich hat wenn man es nicht tut.

Die interessante Ansicht. Ein perfektes Werkzeug: Nehmen Sie etwas, das Sie in den letzten 24 Stunden aufgeregt hat. Wie spürt sich das jetzt an in Ihrer Welt? Und dann sagen Sie sich am besten laut: „Interessante Ansicht, dass ich diese Ansicht hab.“ Dann spüren Sie nach, und dann sagen Sie es nochmals. Und noch einmal und nochmal. Und dann schauen Sie, ob sich etwas tut. Und plötzlich werden Sie merken, dass man diese Aufregung nicht mehr findet. Sie ist wie weggeblasen. Man merkt, dass nichts echt ist. Vieles, worüber wir uns aufregen, sind Erfindungen, sind Kreationen, die der Verstand irgendwo gelernt hat zu gestalten.

Verzichten Sie auf Widerstand. Denn Widerstand erzeugt nur mehr davon. In Österreich sind Neid und Missgunst ausgeprägter als in anderen Ländern.

Tun Sie, was für Sie funktioniert. Wenn Sie etwas verändern wollen: Tun Sie es. Geben Sie sich selbst die Erlaubnis dazu.

Und noch ein Tipp: Die Natur ist ein Raum, wo man sein darf und wo nichts verlangt wird von einem: „Ich gehe immer in die Natur raus, in den Wald oder auf Berge, wenn ich für mich alleine sein will.“

Von Houston nach Schweden. „Wer mich früher fragte, was ich werden wollte, bekam als Antwort: Glücklich!“ In der Schule lernte Susanna Mittermaier eine Welt kennen, wo Glück plötzlich nicht mehr normal war. Mit 16 ging sie für ein halbes Jahr nach Houston, Texas: „Es war ein Kulturschock.“ Zurück in Österreich machte sie die Schule fertig und begann an der Pädagogischen Hochschule, weil „mir nichts Besseres einfiel.“ Sie entschied sich wieder für ein Auslandssemester in Schweden: „Das einzige Land, wo ich noch nicht war.“ Sie blieb, lernte die Sprache und begann Philosophie und Linguistik zu studieren: „Damals stellte ich mir erstmals die Frage: Was will ich wirklich in die Welt bringen? Und ich wusste: Ich möchte Menschen vermitteln, was sie können.“ Die smarte Psychologin machte ein Psychologieprogramm, eine 5-jährige Ausbildung. Und merkte dann ziemlich schnell, dass das, was ihr als Psychologie und Therapie präsentiert wurde, überhaupt nicht dem entsprach, was sie erwartete. Sie machte ein Praktikum an der Kinderkrebsstation der Universitätsklinik Lund: „Das war tough. Die Psychologin, die mich betreuen sollte, war selber krank. Ich musste also ihre Abteilung übernehmen, und was ich davor gelernt habe, war nicht wirklich das, was ich für diese Leben-und-Tod-Situation brauchen konnte.“

26. April 2017