Arts & Design

Als hätte ich den besten Sex. Juno Calypsos Pastellwelt

"Da ist diese Frau, alleine im Hotelzimmer. Sie erkundet sich selbst. Aber dann bin ich diese Frau. Es gibt keine Joyce, ich bin es – ich bin der Widerling."

Jessica Jane Schreckenfuchs22. März 2017 No Comments
Popcorn Venus, 2012 (Foto: Juno Calypso)

Die Bilder sind von einer surrealen Qualität, die überrascht, verstört, fasziniert. Juno Calypso, 27, britische Künstlerin und Selbstdarstellerin, begann irgendwann, sich selbst in den Mittelpunkt ihrer Fotokunst zu stellen. Sie erfand dafür den fiktionalen Charakter Joyce und setzte ihn in drittklassigen Hotels, billigen Motels und pastellfarbenen Dekorationen der 1960er-Jahre in Szene. Das Slate-Magazine schreibt ihre Fotografien in lichte Höhen und ortet „herausfordernde Porträts purer Weiblichkeit“. Die Sunday Times ist von ihrem Alter Ego Joyce „fasziniert“.  Juno Calypso ist eine sonderbare Frau. Sie verbrachte einmal drei Tage auf dem Esszimmertisch ihrer Mutter, in einer Torte stehend (Bild oben), umgeben von Ananas, Oliven und süßlich riechenden Garnelen, bis das Bild endlich dem entsprach, was sie sich in ihrer Fantasie ausmalte. Sie benötigt nach eigenen Angaben oft Stunden bis Tage für einen einzigen Shot. Im Zentrum ihrer Fotografie stehen Desillusionierung, Verlangen und Erotik: „Gepaart mit einem Hauch von Wahnsinn.“

A Dream in Green, 2015 (Foto: Juno Calypso)

Der Erfolg gibt ihr recht. In ihrer aktuellen Einzelausstellung in der TJ Boulting Gallery in London zeigt sie einen Querschnitt durch ihr Werk. „Die Bilder dafür entstanden in einem billigen Love Hotel in Pennsylvania“, erzählt Calypso. „Die Rezeptionistin war fassungslos, dass ich das Zimmer nur für mich wollte. Es schien, als hätte ich den besten Sex der Welt. Allein.“

Untitled (Foto: Juno Calypso)

Mehr zu Juno Calypso auf Ihrer Website.

 

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