Tech & Science

Anna Iarotska: Robo Wunderkind

Anna Iarotska (Bild), Rustem Akishbekov und Yuri Levin verbindet eine Idee, die sie zur Realität machten: einen Roboter für jedermann zu entwickeln, den Kinder ab fünf Jahren bedienen können – nicht nur Wunderkinder. Mit ihrer Technologiefirma Robo Wunderkind wollen sie Kindern helfen, ihre Talente zu entdecken, Interessen zu erweitern und mit Technologie bereits früh auf spielerische Art und Weise umzugehen.

CLAUDIA OHSWALD22. Dezember 2020 No Comments

Die Neo-Österreicherin Anna Iarotska, selbst ein bisschen Wunderkind, wuchs in der Ukraine auf und übersprang ein ganzes Schuljahr. Den anderen immer eine Nasenlänge voraus, begann sie bereits im Alter von sechzehn Jahren mit dem Studium der Betriebswirtschaft. Mit 20 und einem Uni-Abschluss kehrte sie Kiew den Rücken und verbrachte ein Auslandsjahr in Deutschland. Die nächste prägende Station war Wien: Anna nahm am Studienprogramm JOSZEF (Junge Mittel- und Osteuropäische Studierende als Zukünftige Erfolgreiche Führungskräfte) an der Wirtschaftsuniversität Wien teil.
Der Hintergrund dieses Programms war die Vielzahl an europäischen Unternehmen, die in Osteuropa investierten und feststellen mussten, dass sie Mitarbeiter benötigen, die beide Mentalitäten verstehen und darin Neues entwickeln können. Die Jobauswahl war groß und die Akademikerin machte fünf Jahre lang Karriere, die finanziell sehr attraktiv war. Doch damit gab sich die aufstrebende Powerfrau nicht zufrieden und begab sich ein Jahr in Bildungskarenz. Der nächste Streich von Anna Iarotska war der ­Master an der London School of Economics.

Wissenschaft als Trend der Zukunft. Nach dem Jahr in London wieder zurück in Wien, begann Anna Start-ups zu beraten. 2013 am Pioneers Festival lernte sie Rustem Akishbekov und Yuri Levin kennen, mit denen sie bereits 2014 den Prototyp eines Roboters entwickelte.
Kickstarter und größter Unterstützer waren anfangs die USA, der derzeitige Fokus liegt allerdings auf dem europäischen Markt.

Worum es ihnen ging? Ab dem 6. Lebensjahr entwickeln Kinder abstraktes Denken. Sie sind bereits in der Lage, Roboter zu bauen und zu programmieren. Man muss ihnen die Angst vor Technologie und komple­xem Denken nehmen. Später im Leben werden die Kinder diese Denkmuster selbstbewusst wiedererkennen und wissen, dass sie das schon einmal gemacht haben. Alles ist erlernbar.

Ihre Vision: Kinder mit Spielzeug auf die digitale ­Arbeitswelt vorzubereiten.

Mit Lego ergänzbar. Ihre Vision: Das Team will Kinder mit Robotern auf die Arbeitswelt vorbereiten, was nicht heißen soll, dass jeder Programmierer werden muss. Es soll die Einstellung fördern, dass man das erlernen kann und das Erlernte später auch anwendet. Die nachhaltige Komponente ist, dass Robo Wunderkind mit Lego, Lego Duplo und Lego Technik ergänzbar ist. Digitale Bildung wird generell notwendig sein, damit unsere Kinder erfolgreich sind. Robo Wunderkind leistet einen wesentlichen Beitrag dazu. Der Idealfall und Wunschgedanke ist, dass jedes Kind ab der ersten Schulstufe digitale Bildung erhält. Jedes Fach kann mit digitalen Tools aufgewertet werden. Es gibt nicht nur die Möglichkeit, Roboter zu bauen und zu programmieren, sondern auch Projekte für Mathematik, die mit Robo Wunderkind verbunden werden können. Ein Pilotprojekt mit 7- bis 8-jährigen Kindern in Hongkong hat gezeigt, dass die Verbindung von Englisch lernen, Storytelling und Robotik Selbstvertrauen schafft. Auf spielerische und kindgerechte Art und Weise werden durch Robotik Lernchancen wie logisches Denken, Kreativität und Problemlösekompetenz ermöglicht.

22. Dezember 2020