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Anne Jarchow: Reich und Arm im Silicon Valley

Für Anne Jarchow war es eine bewusste Entscheidung, für gemeinnützige Organisationen zu arbeiten und damit seit über zwölf Jahren etwas Bedeutungsvolles beizutragen. Als Vize-Präsidentin von LifeMoves hilft sie mit ihrem Team obdachlosen Menschen in der San Francisco Bay Area zunächst eine Unterkunft und dann eine neue Lebensperspektive zu finden. Gerade in der Gegend um das Silicon Valley wird sie täglich mit den Problemen einer Gesellschaft konfrontiert, bei der die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird.

Linda Steinborn30. Juli 2020 No Comments
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SAN FRANCISCO, CALIFORNIA - SEPTEMBER 12, 2018: A woman drags her possessions packed into suitcases and a backpack across a busy intersection in San Francisco, California. (Photo by Robert Alexander/Getty Images)

SAN FRANCISCO, CALIFORNIA – SEPTEMBER 12, 2018: A woman drags her possessions packed into suitcases and a backpack across a busy intersection in San Francisco, California. (Photo by Robert Alexander/Getty Images)

Denken Sie, dass unsere persönlichen Handlungen entscheiden?

Absolut! Ich denke, es ist sehr wichtig, was jeder persönlich tut. Man muss auch daran glauben, dass das was man tut, wichtig ist, denn sonst wäre das Leben deprimierend. Aber ich denke auch, dass so eine Rede vom Gouverneur, dass Obdachlosigkeit unsere oberste Priorität wird, nur möglich wurde, weil Menschen das immer wieder betont und gezeigt haben.

Ich denke, ein Held ist jemand, der selbstlos ist und einfach tut, was getan werden muss – ohne irgendeine Art von Dank oder Anerkennung zu erwarten.

Was öffnet Ihr Herz?

Die Leute zu sehen, mit denen ich zusammenarbeite und die an vorderster Front arbeiten. Das ist wirklich ein Herzöffner für mich, weil sie so gebend und selbstlos sind. Ein weiterer Herzöffner für mich ist – also bin ich wirklich ein Hundeliebhaber – dass ich Hunde und Welpen liebe (lacht).

An was glauben Sie?

Ich glaube an die Tatsache, dass es sehr viel Gutes auf der Welt gibt und dass es sehr viele Menschen gibt, die wirklich gut sind und das trotz all der Angst und Unsicherheit, die gerade herrschen. Das wird besonders durch diese neue Krise gerade deutlich, dass die Leute sich bemühen, anderen zu helfen und zu dem zurückkehren, was wichtig ist: den einfachen Dingen. Obwohl wir irgendwie dazu gezwungen sind, zu Hause zu sein, denke ich, dass das, was dabei herauskommt, gut sein wird: Dass wir Zeit mit unserer Familie, mit unseren Kindern verbringen und einfach ein ruhigeres und einfacheres Leben führen, weil wir dazu gezwungen werden (lacht).

Bedeutet das auch ein gutes Leben für Sie?

Ja, ich denke schon. Ein gutes Leben bedeutet für mich, mit meiner Familie zusammen zu sein, reisen zu können – mein Mann ist eigentlich aus Europa, also verbringen wir Zeit dort. Gesundheit ist wirklich wichtig und eine enge Gemeinschaft und gute Freunde!

Was macht jemanden zum Helden?

Für mich ist ein Held jemand, der voranschreitet und das tut, woran er glaubt, ohne an sich selbst zu denken. Er denkt mehr an das, was er tun muss, um anderen zu helfen und mit gutem Beispiel voranzugehen. Ich denke, ein Held ist jemand, der selbstlos ist und einfach tut, was getan werden muss, ohne irgendeine Art von Dank oder Anerkennung zu erwarten.

30. Juli 2020