Inspiration

Bana Alabed

Ein kleines Mädchen, das sich für seine Heimatstadt Aleppo groß macht und sich Frieden wünscht.

Luisa Gavira30. Juli 2019 No Comments
aleppo ooom magazine

Im Frühjahr 2011 begannen in Syrien gewaltsame Unruhen gegen die Regierung. Aus anfangs friedlichen Demonstrationen entstand ein Bürgerkrieg. Der Krieg begann mit Protesten gegen den Herrscher Baschar al-Assad. Daraufhin bombardiert Diktator Assad die eigene Bevölkerung, ebenso werden Zivilisten vom IS und von Rebellenmilizen angegriffen. Unzählige Menschen werden getötet. Millionen Menschen fliehen aus Angst vor der Gewalt und suchen Schutz in anderen Ländern. In den Nachrichten ist der Bürgerkrieg Gesprächsthema Nummer eins. Medien berichten über die Ereignisse in Syrien, zeigen die Opfer des Geschehens und der Konflikt eskaliert. Verletzte und tote Menschen, darunter viele Kinder – das sind die Bilder, die um die Welt gehen. Viele Betroffene berichten von den Ereignissen und den Gewalttaten vor Ort, darunter auch Bana Alabed. Wenn Massenmedien über ein solches Ereignis berichten, sehen wir aufmerksam zu, vergessen aber auch schnell wieder, von wem wir die Nachricht erhalten haben, da sich die Medien kaum mehr voneinander unterscheiden. Im Mittelpunkt stehen Medien und deren Einfluss auf die Wirklichkeit. Die Frage, ob sie überhaupt ein getreues Abbild der Wirklichkeit zeigen können, oder die Realität unweigerlich verzerren, lässt Raum für Spekulationen und Kritik. Wenn Betroffene aber selber Vorort von dem Geschehen berichten, steigt das Interesse aufseiten des Rezipienten. Wenn es sich dabei noch um ein Kind handelt, hat es unsere volle Aufmerksamkeit. So auch der Fall des kleinen Mädchens Bana Alabed.  Bana Alabed, das Twitter-Mädchen aus Syrien, erhielt eine enorme Aufmerksamkeit. Als Siebenjährige, die vom Bürgerkrieg berichtet und die Welt daran teilhaben lässt, wird sie schnell bekannt. Seit dem 24. September 2011 twittert sie mithilfe ihrer Mutter Fatemah über die Geschehnisse aus Aleppo. Der Bana Alabed-Account zeigt die Missstände des dort herrschenden Bürgerkrieges. Getextet wird in englischer Sprache, Videos und Fotos werden ebenfalls gezeigt. Über Wochen verfolgten weltweit hunderttausende Menschen die Tweets.

Kaum zu glauben, dass sich so ein junges Mädchen mit dem Krieg und den politischen Umständen derart auseinandersetzt, und der Welt zeigt, was in Syrien vor sich geht. Als kleines arabisches Mädchen erweckt sie also schnell Interesse und großes Aufsehen. Durch ihre Tweets erweckt sie schnell Mitgefühl und zeigt aus Sicht eines Kindes, was es heißt, im Krieg zu leben. Es sind Bilder, die Menschen in völliger Armut und Verzweiflung zeigen. Bilder von verletzten und toten Kindern. Bilder die zerbombte Wohnhäuser und trauernde Menschen zeigen. Der Hilferuf eines kleinen Mädchens, das sich einfach nur Frieden und Sicherheit wünscht. Bana Alabed wird schnell zur Heldin für alle. Es ist ein Kind, das von Tod und Zerstörung spricht, und sich für den Frieden einsetzt. Dafür wurde sie zahlreich ausgezeichnet, unter anderem mit dem Freedom Award.

30. Juli 2019