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BE CAUSE. Ist es notwendig? Trägt es zur Lösung bei?

Kommt es von Herzen? Stärkt es? Führt es zu gegenseitigem Verstehen und zu Kooperation? Diese Fragen könnten wir uns stellen, bevor wir reden, um nicht Worte zu verlieren, sondern Menschen zu gewinnen. Und, vor allem, um uns selbst nicht in einem Gerede zu verlieren, sondern uns treu zu bleiben. Die OOOM-Kolumne von Wolfgang Stabentheiner.

WOLFGANG STABENTHEINER28. Mai 2021 No Comments

Über Corona werden viele Worte verloren, im Privaten wie auch in den Medien. Und nicht nur Worte. Und nicht nur Energie. Und nicht nur good vibes. Viele Menschen scheinen außer sich geraten zu sein.

Ist Corona an allem schuld? „Der Krieg gegen das Virus“ wurde ausgerufen von PolitikerInnen und WissenschaftlerInnen. Das ist nun wirklich verrückt. Im Kriegszustand, im Zustand von Angst, Sorge, Stress, sind wir geschwächt, ist auch unser Immunsystem geschwächt, werden wir erst richtig anfällig für das Virus. Und im Übrigen auch für jedwede Art von Manipulation. Und wir werden destruktiv uns selbst und anderen gegenüber. Wir verlieren die Vernunft, sind nicht mehr in der Lage, besonnen zu agieren. Im Kriegszustand fehlt es uns an all dem, was wir brauchen, um bestmöglich mit einer Krise umzugehen.
Der „Krieg gegen das Virus“ verführt uns dazu, uns als Opfer zu fühlen. Und als Opfer verleugne ich meine Fähigkeit zur Verantwortung. Man spricht von Kollateralschäden der Pandemiebekämpfung, darunter depressive Kinder, zusätzliche Kilos, Familienstreitigkeiten. Für all das sei Corona, der Lockdown, die Politiker, die EU oder sonst wer schuld. Wäre es nicht normal, mich zuallererst selbst zu hinterfragen, wenn meine Kinder depressiv sind, wenn mir die Hosen nicht mehr passen oder wir in der Familie hässlich miteinander umgehen? Ich beraube mich doch der Möglichkeit, Ursache für mein und unser Glück zu sein, wenn ich Schuldige für meine eigene Unzulänglichkeit, für meinen Mangel an Selbstverantwortung und Selbstführung suche. Freilich trägt Corona nicht zu einem leichten, vergnüglichen Leben bei.

Das „Weil“. Und viele Menschen stehen vor gewaltigen Herausforderungen. Aber sie werden diese Herausforderungen nicht bewältigen, solange sie im Schimpfen, Klagen und Beschuldigen verharren und das Weil für ihren Zustand im Außen orten. Die englische Sprache gibt uns den Lösungsweg vor, indem sie uns auffordert, das Weil bei uns selbst zu finden. Be cause – sei Ursache. Kehre zurück zu dir selbst, nimm deine Verantwortung wahr! Und dann schwätzen wir weniger über Corona, sondern mehr über mich und dich und uns. Und das ist notwendig. Das löst. Das kommt von Herzen. Das stärkt. Das führt zu gegenseitigem Verstehen und Kooperation.

www.richtig-gut-leben.net

28. Mai 2021