Arts & Design

Bildband eines ungewöhnlichen Malers

Man kennt ihn eigentlich als 43. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Man kennt ihn auch als den Mann, der am 11. September 2001 keine Miene verzog, als er während eines Schulbesuches von den Angriffen auf das World Trade Center erfuhr. Man kennt ihn aber weniger als Künstler, der Kriegsveterane künstlerisch in Szene setzt und in Form von Ölgemälden portraitiert: George W. Bush. Ein Künstler auf Umwegen.

Jessica Jane Schreckenfuchs21. März 2017 No Comments
Sergeant Daniel Casara, U.S. Marine Corps, 2005-2010. (Foto: George W. Bush)

Ein wenig erinnern Sie an die Bilder des post-impressionistischen Malers Vincent van Gogh, mit viel Farbe und dickeren Pinselstrichen. Dass es sich hierbei aber nicht um einen neuen modernen Impressionisten, sondern um George W. Bush, ehemals 43. Präsident der USA, handelt, bringt einen doch ein bisschen zum Staunen.

Ein künstlerisches Genie oder gute PR?

Bush begann 2009, nach dem er das Weiße Haus verließ, sein Hobby als Künstler. Dass er damit acht Jahre später als überraschend anspruchsvoller Maler von Kunstkritikern gefeiert und von der „New York Times“ und „Washington Post“ an die Spitze der Bestseller gestellt wird, ahnte damals wohl keiner.

George W. Bush in seinem künstlerischen Element. (Foto: George W. Bush)

Sein neuester Coup „Portraits of Courage: A commander in chiefs tribute to America’s warriors“ ist eine Sammlung an Ölgemälden und Geschichten traumatisierter Kriegsveteranen, die der ehemalige Präsident alle nach dem Krieg persönlich kennenlernte und anschließend portraitierte.

Bush, der heuer 71 wird, hat es mit seinem Sachbuch innerhalb weniger Wochen an die Spitzen führender US-Bestsellerlisten geschafft. Wie George W. Bush selber sagt, möchte er mit „Portraits of Courage“ jenen US-Kriegssoldaten danken, die sich für ihr Land aufgeopfert und Mut aufgebracht haben. Er selbst sieht sich als Anfänger, der in jedem seiner Gemälde viel Sorgfalt und Respekt verarbeitet hat.

Sergeant First Class Michael R. Rodriguez, U.S. Army, 1992 – 2013. (Foto: George W. Bush)

Man kommt nicht umhin, George Bush durch seinen künstlerischen Zugang aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Einem Blickwinkel, der ihn auf einer anderen, neuen Ebene interessant macht. Liebevoll, interessiert und greifbar. Seine Umsetzung vom Pinselstrich zum Gemälde wirkt anspruchsvoll. Sein Interesse an Kunst echt. Und seine Bilder dadurch ehrlich und wertschätzend. Ein anderer George Bush als man ihn normalerweise kennt.

Die Erlöse aus dem Verkauf von „Portraits of Courage“ kommen einer Stiftung zugute, die sich für die Wiedereingliederung von Kriegsveteranen einsetzt.