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Christian Halper: Am Weg zur inneren Weisheit

Wie bekommt man Zugang zu dieser in jedem von uns schlummernden hohen Weisheit? Zum Beispiel durch Anwendung folgender fünf Schritte:

Christian Halper29. April 2017 No Comments

Die Logik, also das Denken in kausalen Zusammenhängen, ist ein offensichtlich praktisches Werkzeug. Jedoch hat es auch seine Grenzen, weil man dazu Informationen, ein passendes Denkmodell und Bearbeitungszeit benötigt. Als polare Ergänzung zum kausalen, logischen Denken existiert die Möglichkeit, Erkenntnisse akausal zu erhalten. Ich meine damit die Intuition, die innere Weisheit, den 6. Sinn. Wo man also einfach spontan weiß, was die richtige Antwort ist. Aber wie kommt man dazu? Wie bekommt man Zugang zu dieser in jedem von uns schlummernden hohen Weisheit? Zum Beispiel durch Anwendung folgender fünf Schritte:

1. Annehmen der Situation so wie sie jetzt ist

In der aktuellen Situation steckt schon viel Weisheit drin. Wenn ich gegen den Ist-Zustand kämpfe, werde ich die darin verborgene tiefe Weisheit schwer finden, noch meinen inneren Frieden finden. Daher ist es sehr hilfreich, zuerst einmal, archetypisch weiblich, die Situation möglichst liebevoll anzunehmen. Es könnte gut sein, dass man etwas zuerst mal negativ beurteilt hat, doch es ist in Wahrheit etwas viel Größeres, etwas Positives, ein Geschenk dahinter, das man noch gar nicht erkannt hat. Das Annehmen gibt uns den inneren Frieden wieder zurück, der eine wichtige Basis für die Schritte 3 und 4 ist. Als Eselsbrücke für den ersten Schritt kann man sich den Daumen in Erinnerung rufen, also das „Like“-Symbol.

2. Frage stellen: Was möchte ich wissen?

Jetzt darf der Verstand zu Wort kommen und eine gute, passende Frage formulieren. Es ist wie der Fokus, auf den ich meine Aufmerksamkeit richten möchte. An welcher Stelle will ich Licht und Erkenntnis in die Sache bringen? Unser Verstand ist ein ideales Werkzeug, um Fragen zu formulieren, aber nicht immer das beste Tool, um die Fragen auch zu beantworten. Es handelt sich um einen aktiven, archetypisch männlichen Schritt: Ich stelle die Frage, was ich wissen will. Das gibt dem Prozess ein Ziel und eine Struktur. Auch vor schamanischen Zeremonien ist dies ein wichtiger Teil, oft als „Proposito“ bezeichnet. Es ist ein Ausdruck meines freien Willens, meiner Intention. So wie der Zeigefinger, der dorthin zeigt, wo ich hinsehen will.

3. Zuhören und auf Synchronizitäten achten

Das ist nun jener Teil, wo wir wahrnehmen, erkennen, wissen, Einsicht bekommen. Bei den vielen Gedanken, Ideen, Gefühlen usw., die wir in uns haben, wie kann man da die Botschaften der inneren Weisheit herausfiltern? Nun, innere Weisheit ist verkoppelt mit dem Gefühl der Ruhe, des Friedens und dem „einfach wissen, dass es so ist“. Ohne Angst, ohne Drängen, ohne Druck, ohne Stress. Es ist, wie wenn man bei einer Gruppe von Menschen auf jenen hört, der ruhig, friedlich und leise spricht und man spürt „Ja, es stimmt“. Synchrionizitäten, also wenn etwas gleichzeitig geschieht, ohne einen offensichtlichen kausalen Zusammenhang, sind ebenso Botschaften der inneren Weisheit, die sich für uns im äußeren Erleben manifestieren können. Zum Beispiel: Man denkt an etwas, und plötzlich fällt der Blick auf ein Wort, eine Tafel, einen Menschen und wir erkennen darin die Antwort auf unsere Frage. Die Form ist dabei unerheblich, der Inhalt zählt. Sollte man sich unsicher sein, kann man ja auf weitere Bestätigungen warten. Zu diesem 3. Schritt passt der Mittelfinger, denn es geht darum in unserer friedlichen, ausgeglichenen Mitte anzukommen, offen zu sein und zuzuhören. Und da die weise Antwort möglicherweise nicht sofort von unserem Verstand auch als sinnvoll und richtig beurteilt wird, macht es Sinn, als Nächstes einen inneren Dialog zu führen.

4. Innerer Dialog, um die Antwort möglichst gut und klar zu erfassen

Im Prinzip ist es eine re­kursive Wiederholung der ersten drei Schritte, also:
1. Annehmen der Antwort und 2. Zusätzliche Frage stellen und 3. Wieder zuhören und auf Synchronizitäten achten. Wir verheiraten uns bzw. unser Denken mit der erhaltenen weisen Antwort. Mit dem Symbol des Ringfingers, auf dem üblicherweise der Ehering getragen wird, kann man sich das gut merken. Erst wenn unser Verstand die Antwort so gut als möglich verarbeiten konnte, können wir sie mit einem guten Gefühl in die Umsetzung bringen.

5. Umsetzen, also nach dem Ratschlag handeln

Jetzt geht es darum, aktiv zu werden. Wer Angst hat und die Umsetzung als zu riskant empfindet, kann zuerst mal mit einfachen, risikoarmen Entscheidungen üben und erst wenn das Vertrauen gewachsen ist, auch größere Entscheidungen mithilfe der inneren Weisheit treffen. Also: Auf zur Tat! Wenn wir die ersten vier Schritte gut angewandt haben, dann ist die Umsetzung ein kleiner, letzter Schritt, symbolisiert durch den kleinen Finger.

Übrigens: Astrologie ist ebenfalls eine Synchronizität. Der Vorteil ist, dass man sie in die Zukunft vorausberechnen kann. Wenn man spontan eine Synchronizität erzeugen möchte, dann kann man dafür auch eine Weisheitskarte ziehen, z. B. eine Tarotkarte. Einfach mal ausprobieren, anstatt diese Methode vorab mit der Logik negativ zu beurteilen.