Top Stories

Connected – Wir sind alle miteinander verbunden

Seit über 20 Jahren geht Professor Roger Nelson von der Princeton University einer einzigen Frage nach: Gibt es ein globales Bewusstsein? Sind wir alle mitei­nander verbunden? Der Gründer des „Global Consciousness Project“, dem über 100 Wissenschaftler aus aller Welt angehören, kommt zu einem eindeutigen Schluss: „Ja, wir sind miteinander verbunden. Daran gibt es keinen Zweifel mehr.“

Georg Kindel16. Mai 2017 No Comments

Prinzessin Diana, Frau des britischen Thronfolgers Prinz Charles, die 1997 bei einem tragischen Autounfall starb. Die Welt trauerte – und die Princeton University konnte das messen.

Unbestechliche Maschine.

Was kann uns ein Zufallszahlengenerator – kurz Zufallsgenerator – in einer solchen Situation über die Existenz eines globalen Bewusstseins sagen? Eine Menge. Ein Zufallsgenerator ist eine unbestechliche Maschine, die bei der von Nelson verwendeten Methodik nur zwei Zahlen kennt – 0 und 1 – und sich jede Sekunde hundert- oder tausendfach für eine der beiden Möglichkeiten entscheidet. Die Wahrscheinlichkeit, ob 0 oder 1 kommt, liegt unweigerlich immer bei 50:50. Dies bedeutet: Bei einem Zufallsexperiment mit zwei gleich wahrscheinlichen Elementarereignissen ist die Wahrscheinlichkeit für jedes Ereignis gleich. Das ist, wie wenn Sie eine 1-Euro-Münze werfen: Machen Sie es oft genug, also tausende Male, wird letztendlich immer gleich häufig die Eins kommen wie der Bundesadler. Weichen die Ergebnisse davon deutlich ab – was eigentlich nicht passieren dürfte –, muss es irgendwelche Gründe dafür geben. Diese signifikanten Abweichungen konnte Nelson bei Experimenten messen: „Wir wollten lange vor den ersten Entwicklungen im Bereich der Artificial Intelligence wissen, ob man alleine mit der Kraft der Gedanken, des Geistes eine solche Maschine beeinflussen kann. Also begannen wir in Princeton schon Jahre vor Prinzessin Dianas Tod eine Versuchsanordnung zu entwickeln, wo in einem völlig abgeschirmten Raum, ohne elektromagnetische oder sonstige Einflüsse, ein Zufallsgenerator stand, völlig autark und ohne jede Verbindung nach außen. Einige Meter davon entfernt setzten wir eine Versuchsperson mit der Aufgabe, nur durch die Kraft der Gedanken dieses Gerät, mit dem die Versuchs­person nicht verbunden war, zu beeinflussen.“ Die Idee war nicht neu. In den 1960er-Jahren erfand der deutsch-amerikanische Physiker Helmut Schmidt die nach ihm benannte „Schmidt-Maschine“, einen der ersten Zufallsgeneratoren der Welt.

Dass dies spannend war, fand auch der Dekan der School of Engineering an der Princeton University, Robert G. Jahn, der schließlich beschloss, eine High-Tech-Version dieser Versuche durchzuführen. In Princeton hatten Jahn, Nelson & Co. die Ressourcen, das Equipment und das nötige Geld, um solche Experimente auf höchstem wissenschaftlichem Niveau durchzuführen. Das Forschungslabor sollte sich mit Anomalien und Phänomenen auseinandersetzen, die es eigentlich nach heutigem Stand der Wissenschaft nicht geben dürfte. Ihr Auftrag umfasste vor allem auch die Erforschung parapsychologischer Phänomene. Prof. Nelson zu OOOM: „Vieles, was wir erlebten, war mystisch bis unerklärbar.“ Die Universität in Princeton identifizierte sieben verschiedene Arten von Ereignissen, deren globale Auswirkungen sie erforschte:

• Terrorangriffe und Krieg
• Naturkatastrophen
• Feste und Feiern
• Mitgefühl und Empathie
• Kosmische und soziale Entrücktheit
• Starkes Interesse
• Bewusste Konzentration

Götzes Tor verband die Menschen. Nicht nur dramatische Ereignisse, auch Momente der Freude können zu einer globalen Verbindung des Bewusstseins führen. Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien, als Mario Götze am 13. Juli 2014 in der Verlängerung im Maracaña-Stadion mit einem Drehschuss ins lange Eck des argentinischen Torwarts Deutschland zum Fußballweltmeister machte, war ein solcher Moment, bei dem die Zufallsgeneratoren weltweit ausschlugen und die darauffolgenden 45 Minuten Werte lieferten, die von der Norm abwichen.

15 % der Testpersonen haben Fähigkeiten. Doch bevor Nelson die großen weltweiten Versuchsreihen zum globalen Bewusstsein startete, versuchte er noch eine fundamentale Frage zu klären: Besitzt jeder solche Fähigkeiten? Das Ergebnis überraschte alle. Nelson: „In unseren Experimenten konnten wir nachweisen, dass rund 15 Prozent aller Teilnehmer die Fähigkeit besaßen, die Ergebnisse eines Zufallsgenerators signifikant zu beeinflussen – nur durch ihren Willen, ihre Intention. Das ist jeder Siebente. Natürlich waren es meist ausgewählte Personen. Doch 15 Prozent war ein Wert, der tatsächlich hoch ist.“ Können sie wissenschaftlich beschreiben, wieso dies möglich ist oder was exakt dabei passiert? Nelson: „Nein, wir können es – derzeit noch – nicht. Aber wir können beweisen, dass es möglich ist.“

Wir wissen nicht alles. Der amerikanische Quantenphysiker und Philosoph David Bohm, der in Princeton mit Albert Einstein zusammenarbeitete, schrieb das Buch „Die implizite Ordnung“ und erklärte darin sehr plausibel, dass wir keinen Zugang auf den tiefen Hintergrund haben, vor dem sich unsere anscheinend reale Welt abspielt. Er nimmt die Quantenphysik als Beispiel dafür, wo Erscheinungen auftreten, die nicht erklärbar sind. Das bedeutet, dass wir vieles mit unserem menschlichen Verstand nicht erklären können, weil uns schlicht die Fähigkeit dazu fehlt.

16. Mai 2017