Top Stories

Connected – Wir sind alle miteinander verbunden

Seit über 20 Jahren geht Professor Roger Nelson von der Princeton University einer einzigen Frage nach: Gibt es ein globales Bewusstsein? Sind wir alle mitei­nander verbunden? Der Gründer des „Global Consciousness Project“, dem über 100 Wissenschaftler aus aller Welt angehören, kommt zu einem eindeutigen Schluss: „Ja, wir sind miteinander verbunden. Daran gibt es keinen Zweifel mehr.“

Georg Kindel16. Mai 2017 No Comments

Princeton-Professor Roger D. Nelson, Gründer des „Global Consciousness Project“, forschte über 20 Jahre zum globalen Bewusstsein – und sagt heute: „Wir sind alle miteinander verbunden.“

Unsichtbare Welt, die wir nicht kennen.

Der deutsche Neurophysiologe Wolf Singer, in seinem Metier ein weltweit anerkannter Vordenker, der die Abteilung für Neurophysiologie am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main leitete, ist der Meinung, dass sich unserem Gehirn, unserem Bewusstsein und unserem Geist nur ein ganz kleines Segment der Wirklichkeit erschließt.

Was wissen wir wirklich von der realen Welt? Drehen wir das Rad der Zeit um nur rund 300 Jahre zurück. In Europa herrschte der Absolutismus, der Adel ließ sich prachtvolle Schlösser bauen, der Spätbarock hatte seine Hochblüte. Joseph II. herrschte in Österreich, die Aufklärung nahm ihren Lauf, die Industrielle Revolution begann. Wie weit war die Wissenschaft, die Forschung vor nur 300 Jahren? Was wäre passiert, wenn ein Wissenschaftler damals gesagt hätte: Wir werden zum Mond fliegen, in 80-stöckigen Häusern wohnen, Atomkraftwerke bauen, 80 bis 100 Jahre alt werden – damals starb man mit durchschnittlich 40 Jahren –, mit Flugzeugen durch die Luft fliegen und uns gegenseitig mit Nuklearwaffen bedrohen? Man hätte ihn für verrückt erklärt, selbst wenn er in solchen Bereichen geforscht oder erste Experimente unternommen hätte.

Wie oft wurden Wissenschaftler belächelt, ignoriert oder attackiert, weil sie sich Phänomenen widmeten, die zur ihren Lebzeiten keiner wahrhaben oder glauben wollte? Die gesamte Geschichte der Menschheit ist geprägt von Ignoranz gegenüber neuen Phänomenen und Erkenntnissen, aber auch schlicht gegenüber der Tatsache, dass wir zu keinem Zeitpunkt am Ende unseres Erkenntnishorizonts angelangt sind – weder heute noch morgen oder in 10, 50, 100 Jahren.

Das Einssein als Teil der Ordnung. Wenn wir also heute noch nicht verstehen, wie Menschen miteinander verbunden sind, so heißt dies noch lange nicht, dass dies keine Tatsache sein kann, die die Wissenschaft vielleicht erst in 20, 50, 100 Jahren oder auch nie erklären wird können. Viele alte Traditionen haben ein Konzept der Verbindung und des Teilens als natürliche Ordnung. Wir sprechen dabei vom Einssein, Oneness, und in einem gewissen Sinn ist das die Basis für die meisten Religionen und spirituellen Lehren. Der Ansatz ist, dass obwohl wir die meiste Zeit als Individuen agieren, wir nicht wirklich von anderen Menschen und Kulturen oder auch unseren Nachbarn getrennt sind. Wir sind vielmehr Teil einer großen Gemeinschaft. Damit ist nicht physische Nähe gemeint. Es umfasst ein gemeinsames Verständnis, die tiefe Form einer evolutionären Basis in uns, die wir nicht direkt wahrnehmen, aber die uns in bestimmte Richtungen lenkt. Was noch wichtiger ist: Diese tiefe Basis existiert in uns, doch sie scheint nichts mit unserem Körper oder unseren Zellen zu tun zu haben, sondern mit den Mustern und Strukturen unseres Geistes.

16. Mai 2017