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Connected – Wir sind alle miteinander verbunden

Seit über 20 Jahren geht Professor Roger Nelson von der Princeton University einer einzigen Frage nach: Gibt es ein globales Bewusstsein? Sind wir alle mitei­nander verbunden? Der Gründer des „Global Consciousness Project“, dem über 100 Wissenschaftler aus aller Welt angehören, kommt zu einem eindeutigen Schluss: „Ja, wir sind miteinander verbunden. Daran gibt es keinen Zweifel mehr.“

Georg Kindel16. Mai 2017 No Comments

Matrix zwischen uns Menschen.

Mit dem „Global Consciousness Project“, das Nelson 1998 gründete und dem über 100 Wissenschaftler aus der ganzen Welt angehören, erforschen sie Gemeinsamkeiten und Verbindungen zwischen Menschen, eine scheinbar unmerkliche Matrix, ein globales Bewusstsein, entstanden aus unseren Interaktionen, so wie das Denken aus der Interaktion von Neuronen in unserem Gehirn entsteht. Ein vereintes Bewusstsein, das durch uns alle entsteht. Diese Idee kann in fast allen Kulturen, beginnend von der Antike bis zur Gegenwart, zurückverfolgt werden. Naturgeister, Götter, spirituelle Führer, die von Schamanen angerufen werden, all diese entspringen Strukturen, die wir nicht sehen können, aber unsere Intuition lässt uns erkennen, dass es sie gibt und dass sie Teil unserer Welt sind.

Beten aus gutem Grund.Der Mensch betet seit dem Anbeginn seines Bewusstseins, und das tut er aus gutem Grund. Auch nach Jahrtausenden gehört dieses Ritual zum menschlichen Leben, und wir beten heute noch immer so wie vor tausenden von Jahren. Der Mensch ist ein praktisch veranlagtes Wesen, das in der Menschheitsgeschichte sehr erfolgreich darin war, die nützlichen Verhaltensmuster beizubehalten und die unnützen zu verwerfen, wenn auch manchmal sehr langsam. Wenn sich also der Mensch über Jahrhunderte und Jahrtausende dazu entschlossen hat, zu beten oder unser spirituelles Verständnis beizubehalten, so hat das eine tiefere Bedeutung. Es weist darauf hin, dass wir tatsächlich eine größere Chance haben, Wege zu finden, das nicht-physische Wesen des Menschen, das wir als Geist und Seele bezeichnen, zu erforschen und zu dokumentieren. In Princeton bedienen sie sich wissenschaftlicher Instrumente, Methoden und Verfahren, die weltweit neuartig sind. Sie machen den Unterschied aus zwischen Vermutung und Verständnis, und sie ermöglichten den Forschern, eine vage Vorstellung in eine solide Erkenntnis zu verwandeln.

Bewusstsein in der Cloud?

Die ewige Frage, die uns damals wie heute verfolgt, ist die von Zweck und Vorsehung. Ist der Mensch das Ergebnis von Zufall? Oder gibt es einen Ursprung, von dem alles stammt? Was ist meine Bestimmung in dieser Welt? Und wohin soll ich mich entwickeln? Ist das Universum unendlich? Und wenn nicht, was ist außerhalb seiner Grenzen zu finden? Was ist Bewusstsein? Ist unser Gehirn nicht mehr als eine Art Hardware, um Prozesse auszuführen, während unser Bewusstsein in einer Art Cloud liegt?

Pierre Teilhard de Chardin schrieb in „Der Mensch im Kosmos“ von Sinn, Zweck und den Möglichkeiten des Menschen. Der Jesuitenpater versuchte darin, die Hindernisse zwischen naturwissenschaftlichem und theologischem Denken auszuräumen.

Sympathie und Energie der Liebe. Die Evolution, so war sich der visionäre Kirchenmann sicher, stehe vor einer entscheidenden Phase: nicht mehr dem kriegerischen Gegeneinander gehöre die Zukunft, sondern der globalen Zusammenarbeit in Sympathie und aus der „Energie der Liebe“. Nur so sei der „Punkt Omega“ zu erreichen, der Idealzustand, auf den die Religionen uns Menschen hoffen lassen.      Ereignisse wie Prinzessin Dianas Tod führen dazu, dass eine große Anzahl von Menschen starke Emotionen teilen. Für John F. Kennedys Ermordung 1963 waren wir zu spät dran. Damals gab es keine technologischen Messmöglichkeiten. Bei Prinzessin Dianas Begräbnis war alles anders: Wir waren vorbereitet.

Eine Welt in Trauer.

Nun war die gesamte Welt in Trauer. Um Mitternacht Eastern Standard Time – 6 Uhr früh in Deutschland – erklärte der leitende Arzt Dr. Alain Pavie im Hôpital de la Pitié-Salpêtrière in Paris Prinzessin Diana für tot. Sie war gegangen. Prinzessin Dianas Begräbnis wurde ein globales Ereignis, bei dem hunderte Millionen Menschen – letztendlich waren es laut Schätzungen sogar bis zu zwei Milliarden – weltweit im Fernsehen, Radio und im Internet ihren letzten Weg verfolgen.
Nelson kontaktierte Wissenschaftler auf der ganzen Welt, die mit Zufallsgeneratoren arbeiteten, und ersuchte sie Daten vom Tag des Begräbnisses aufzuzeichnen, auszuwerten und an sein Labor an der Princeton University zu übermitteln. Es war ein generalstabsmäßig geplantes Unternehmen, das an diesem 6. September 1997 stattfinden sollte. Während die ganze Welt gebannt auf den Kensington Palast, den Trauerzug, angeführt von Dianas Söhnen, die Westminster Abbey, die berührende Messe und auf Sir Elton John, als er „Goodbye England’s Rose“ sang, blickte, starrte Roger Nelsons Team auf unsere Zufallsgeneratoren.

Unsere Erwartung wurde nicht enttäuscht. Milliarden Menschen synchronisierten ihre Gefühle. Das Resultat war eindeutig und präzise messbar: Es erfolgte eine deutliche Abweichung von den zu erwartenden Ergebnissen. Die Maschinen spielten verrückt – bei allen Messstationen auf der ganzen Welt. In diesem Moment veränderten sie mit ihren Gedanken und ihrem Mitgefühl die physische, reale Welt in subtiler, feiner Weise. Diese Veränderung war keine Vermutung mehr, sondern mit wissenschaftlichen Methoden messbar. Da wurde endgültig klar: Wir sind alle miteinander verbunden. Es gibt ein Band zwischen uns Menschen, eine Verbindung auf einer Ebene, bei deren Erforschung wir gerade erst am Anfang stehen. Aber dass dieses Band existiert – daran gibt es keinen Zweifel.

16. Mai 2017