Arts & Design

Der Herr der Bücher: Chip Kidds beste Werke

Über 1.000 Buchcover hat er bisher entworfen, viele der Bücher wurden Weltbestseller. OOOM erlaubt der New Yorker Einblick in seine Arbeit.

Georg Kindel14. Februar 2017 No Comments

Der erste Eindruck zählt

Es ist die Devise, die sein ganzes Leben als Designer prägt: Der erste Eindruck zählt immer am meisten. Wer eines jener Bücher, deren Cover er gestaltet hat, in die Hand nimmt, entscheidet innerhalb von Sekunden, ob er damit zur Kasse geht und es kauft: „Das Design ist der erste Eindruck, wie die Geschichte des Autors vom Publikum wahrgenommen wird.“ Deswegen sei seine Arbeit auch so wichtig. Zumindest ist die Verlagsgruppe Random House in New York davon überzeugt, denn kaum ein Cover des Verlagsriesen geht in den Handel, ohne dass er es designt hat.

Chip Kidd, 52, ist der bekannteste Buchdesigner der Welt. Seit über 30 Jahren ist er beim legendären Verlag Alfred A. Knopf – mittlerweile Teil von Random House – für Design verantwortlich, über 1.000 Buchcover hat er bereits für die Verlagsautoren entworfen, darunter Literatur-Weltstars wie Haruki Murakami oder Michael Crichton, Autoren wie Bill Clinton oder Bret Easton Ellis, aber auch Gabriel García Márquez oder Thomas Mann. Und auch unter Kollegen von Weltrang wird er hoch geschätzt. Fragt man Paula Scher oder Stefan Sagmeister nach bedeutenden Kollegen, fällt unweigerlich der Name Kidd. „Wir sind ja alles Freunde“, merkt er im OOOM-Interview bescheiden an. Daher ist ihm jedes Buch wichtig: „Gutes Design ist etwas, das ein Problem löst. Etwas, das auf bestmögliche Weise dargestellt wird“, erklärt Kidd seine Philosophie. „Und es generiert die Aufmerksamkeit des potenziellen Lesers. So ist sein Interesse geweckt und er wird die Beziehung zu diesem Buch weiterführen und es letztendlich auch kaufen.“ Nachsatz: „Mein Akt ist ein kreativer, der aber im Dienste eines noch größeren kreativen Akts steht: Das ist das Buch an sich.“ Daher ist für Kidd auch klar, dass der Autor bzw. der Verlag, der das Buch verkaufen muss, immer das letzte Wort haben: „Wir wollen die Autoren glücklich machen.“

14. Februar 2017