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WeWork-Manager Dave Fano: Der Milliardenmacher

Es ist die größte Start-up-Erfolgsgeschichte des Silicon Alley, der New Yorker Tech-Industrie: In nur acht Jahren wurde aus einem Zwei-Mann-Unternehmen das weltgrößte Netzwerk von Arbeitsumgebungen, Gemeinschafts­büros, Communitys und Arbeitsplätzen. WeWork ist mehr als 20 Milliarden US-Dollar wert, hat 230 Büro-Locations in 21 Ländern und 71 Metropolen der Welt und will rasant weiterwachsen. OOOM traf jenen Manager, der dafür verantwortlich ist, im globalen WeWork-Hauptquartier im New Yorker Stadtteil Chelsea: Chief Growth Officer Dave Fano.

Herbert Bauernebel13. Juni 2018 No Comments

Dave Fano, Chief Growth Officer at Wework, Real Eastate, design, Development, sales & Marketing

Gefragt nach dem Erfolgsgeheimnis von WeWork holt Dave Fano erst mal tief Luft. Wie oft mag er diese Frage schon beantwortet haben, doch er scheint trotzdem einen kurzen Moment lang nach Konzentration zu suchen: „Unser fester Glaube war von Anfang an, dass Menschen einfach vor allem gemeinsam unglaubliche Dinge fertigbringen”, sagt er. „Wir sind besser gemeinsam”, bringt er das Konzept auf den Punkt.

Gemeinschaft als Turbo. Das Leitmotiv des Unternehmens wäre daher, Start-up-Gründern, Freiberuflern und Profis aller Branchen lebendige, moderne und coole Arbeitsplatz zu bieten, wo die ständige Zusammenarbeit als Inspiration dient, als Turbo, selbst mehr weiterzubringen. Der Top-Manager nennt aber auch ein weiteres, großes Plus für WeWork-Mitglieder: „Wir bieten eine globale Plattform an.” Was er damit meint: Bei Geschäftsreisen können Mitglieder mit ihrer Karte WeWork-Büros in anderen Metropolen benutzen. Damit könne selbst das kleinste Start-up auf eine Infrastruktur zurückgreifen, wie sie einst nur Multis hatten. „Plötzlich wird aus einem Kleinunternehmen eine globale Firma, mit einem Schlag hat sie 250 Büros rund um die Welt”, erklärt Fano das Konzept. Dass nicht über die Stränge gehauen wird, dafür sollen die Büro-Manager sorgen. Sie sind Ansprechpartner bei jedem Standort, sorgen für einen reibungslosen Ablauf und reagieren auf Beschwerden, auch wenn einmal eine Party zu laut sein sollte. „Wir sehen jeden einzelnen Bürokomplex als eine Gemeinde, die als solche organisiert ist. Die Manager sollen äußerst flexibel sein, um auf die Bedürfnisse unserer Mieter maßgeschneidert regieren zu können.” Fano verweist auch darauf, dass man mit einem Büroarbeitsplatz, an dem alles bestens funktioniert, auch Reibungsverluste minimieren kann: „Wir helfen unseren Kunden, so wenig Zeit wie möglich zu verschwenden. Jede Konferenzschaltung soll sofort stehen, jede Internet-Verbindung blitzschnell sein.” WeWork ist auch längst im Geschäft mit größeren Unternehmen, für die Büro­lösungen erarbeitet werden – samt all dem Know-how, wie ein cooler, effizienter Arbeitsplatz aussehen soll. Auch diese Firmen wollen ihren Mitarbeitern „tolle Erfahrungen” am Arbeitsplatz bieten, erklärt Dave Fano: „Und genau in diesem Bereich haben wir Expertise gesammelt.”

850 Millionen für Lord & Taylor Building. Zum Symbol für den rasanten Aufstieg des Tech-Unternehmens und den Paradigmenwechsel im digitalen Zeitalter wurde ein spektakulärer Immobiliendeal: WeWork erwarb jüngst das berühmte Lord & Taylor Building an der Fifth Avenue in Midtown Manhattan um 850 Millionen Dollar. Es soll zum neuen Headquarter des Giganten der „Shared Economy” werden. Das historische Bauwerk galt bisher als Monument des Einzelhandels, der zunehmend verdrängt wird. Das Kaufhaus Lord & Taylor war in New York eine Institution. Jetzt aber muss der Händler die bereits reduzierten Verkaufsflächen von WeWork mieten.

Fano hat sich beim Rundgang durch die Konzern-Zentrale an einem der langen Gemeinschaftstische eingeloggt. Ein Hauptpfeiler des Erfolges ist der Design- Aspekt, findet er: Egal, ob Website, App oder die Innenarchitektur der Bürogebäude, man würde sich stets darauf konzentrieren, alles immer noch besser und vor allem funktioneller zu machen. Kein Detail wird als zu unwichtig erachtet: Es geht um Farben, wie weich ein Sofa sein soll, den Einbau von Treppen, um die Etagen besser vernetzen zu können. WeWork ist gleichzeitig das wohl größte und bekannteste Start-up, das im Big Apple gegründet wurde, ein Aushängeschild der Tech-Szene, weltberühmt als Silicon Alley. New York ist nach dem Silicon Valley nahe San Francisco der zweitgrößte Standort in den USA für Tech-Firmen, zu denen auch zahlreiche digitale Medienunternehmen gehören wie etwa das News-Portal Business Insider.