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WeWork-Manager Dave Fano: Der Milliardenmacher

Es ist die größte Start-up-Erfolgsgeschichte des Silicon Alley, der New Yorker Tech-Industrie: In nur acht Jahren wurde aus einem Zwei-Mann-Unternehmen das weltgrößte Netzwerk von Arbeitsumgebungen, Gemeinschafts­büros, Communitys und Arbeitsplätzen. WeWork ist mehr als 20 Milliarden US-Dollar wert, hat 230 Büro-Locations in 21 Ländern und 71 Metropolen der Welt und will rasant weiterwachsen. OOOM traf jenen Manager, der dafür verantwortlich ist, im globalen WeWork-Hauptquartier im New Yorker Stadtteil Chelsea: Chief Growth Officer Dave Fano.

Herbert Bauernebel13. Juni 2018 No Comments

Wework HQ on West 18th Street in Manhattan, NY.

7,3 Milliarden für Tech-Firmen. In den Glanzzeiten flossen allein etwa im Jahr 2015 7,3 Milliarden Dollar an Wagniskapital in junge Tech-Firmen. Besonders die enorme Kreativität der Weltmetropole, die Risiko­bereitschaft, die soziale Toleranz und der Fokus auf Nachhaltigkeit locken Entrepreneure aus aller Welt an. New York wäre einfach der ideale Ort für die Gründung von WeWork gewesen, sagt Fano. Der Big Apple hatte einen großen Anteil an der Erfolgsgeschichte des acht Jahre alten Unternehmens: „Heute sehen wir uns aber als globale Company, wo Kulturen aus aller Welt verschmelzen.” Was in New York auffalle, sind viele Neugründungen im Immobilienbereich, „Real Estate Tech”, wie er es nennt. Hier gäbe es eine enorme Dynamik.

Jetzt kommt WeLife. WeWork will sein Erfolgskonzept jetzt auch in andere Bereiche ausdehnen: Unter den Markennamen WeLife soll die gute alte Wohngemeinschaft cool gemacht, über „Rise by We” in der Wellness-Sparte mit Luxus-Fitnesszentren neue Erlebnisse geboten werden. Unter dem Namen „WeGrow” wird in diesem Jahr sogar die erste firmeneigene Kita für drei und vierjährige Kinder eingerichtet. Jeder neue Geschäftszweig basiert auf der Basisidee von Gründer Neumann: „Wir sind besser zusammen.” Es scheint jedenfalls kein Wunder, dass dem Tech-Milliardär besonders der Kindergarten ein Anliegen war: Neumann hat selbst vier Kinder zusammen mit der Filmemacherin Rebekah Neumann, einer Cousine von Filmstar Gwyneth Paltrow.

Nur auf eines will man sich vorerst nicht einlassen: den Markt elektronischer Beziehungsanbahnung aufzumischen. „Das werden wir die ganze Zeit gefragt”, lacht Fano, als er sich im Gemeinschafts-Café nahe dem Ausgang verabschiedet. „Aber keine Sorge, WeDate wird es vorerst nicht geben …“