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Der Pool als Wohnzimmer

Bei normalen Häusern steht das Wohnzimmer im Mittelpunkt. Nicht so bei Architekt Laertis-Antonios Ando Vassilious Entwurf der Villa Clessidra: Der 215 Quadratmeter große dreistöckige Würfel aus Beton, Stahl und Glas hat einen Pool über die gesamte zweite Etage als Zentrum.

Clara Wimmer19. März 2017 No Comments

Der Mensch verhält sich wie ein Sandkorn in einer Sanduhr, das ist die Vision des Architekten Laertis-Antonios Ando Vassiliou von LAAV Architects. „Clessidra“ steht genau dafür: es stammt aus dem Italienischen und bedeutet Sanduhr. Und so benannte der Architekt aus dem niederländischen Haarlem sein wohl spektakulärstes Projekt aus Stahl, Beton und Glas, die Villa Clessidra, das in Japan stehen und mit der Natur durch die Glas-, Spiegelflächen und das Wasser in Verbindung treten sollte. Doch der Entwurf war so spektakulär, dass der Klient kalte Füße bekam und absprang. Nun soll das zwei Millionen US-Dollar teure Bauprojekt in den USA verwirklicht werden.

Aufwändige Pools sind oftmals Bestandteil von luxuriösen Häusern, doch für die Villa Clessidra hat sich der Architekt eine ungewöhnliche Form davon einfallen lassen: Das gesamte zweite Stockwerk ist ein einziger Pool . Die Decke ist verspiegelt, um den Raum optisch noch zu vergrößern und das Lichtspiel zu unterstützen. Vassilou hat in den Würfel zahlreiche Glasfronten eingesetzt, um den natürlichen Lichteinfall zu nutzen.

Die Poolebene unterteilt den dreistöckigen Würfel in eine Nacht- und eine Aktivzone. Das oberste Stockwerk besteht aus zwei großflächigen Schlafzimmern und einem Badezimmer. Das Besondere daran ist, dass das größere Schlafzimmer direkten Sichtkontakt zu der mittleren Poolebene durch einen gläsernen Fußboden hat. Das Erdgeschoss ist in Küche, Essbereich und Wohnzimmer unterteilt. Durch den gläsernen Boden kann man von hier aus direkt das Wasser sehen. Dieser Aufbau steht für die Idee der Bewohner als Sandkorn, da sie in gewisser Weise „gezwungen werden, durch den Poolbereich zu gehen und dabei die Chance haben, die klärende Wirkung des Wassers wahrzunehmen.“