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Diagnose Krebs

Meinen Schwerpunkt in der Lebensberatung sehe ich für Menschen, während oder nach einer schweren Erkrankung. Dann, wenn die Seele noch immer Trost und Kraft für einen Neubeginn braucht. Diese Erfahrung durfte ich selber machen.

Andrea Klara Fröhlich15. Mai 2017 No Comments

Im Mai 2005 – kurz vor meinem 48. Geburtstag – riss mich die Diagnose „Brustkarzinom“ völlig unerwartet aus meinem wohl geordneten Leben. Mit einem Schlag veränderte sich alles. Damals war ich im Controlling in einem Großkonzern in Linz beschäftigt, verheiratet mit einem Mann, der beruflich sehr viel unterwegs war.  Beruf, Familie, Haushalt beschäftigten mich 18 Stunden am Tag. Krank sein hatte keinen Platz in meinem Leben. Woher sollte ich denn die Zeit nehmen, für eine Operation, Krankenhaus und den anschließenden wochenlangen Behandlungen?

Der Tag an dem sich alles änderte
Auf Grund meines dichten Brustgewebes verordnete mir mein Gynäkologe schon ab meinem 30. Lebensjahr jährlich eine Untersuchung mittels Mammographie und Ultraschall. Im April 2005 trat aus meiner linken Brustwarze ein dunkles Sekret aus. Mammographie und Ultraschall brachten kein Ergebnis. Mein mich behandelnder Gynäkologe überwies mich ins Allgemeine Krankenhaus/Brustambulanz in Linz, zu einem namhaften Experten auf diesem Gebiet. Dieser Radiologe war sehr erstaunt, als er von mir erfuhr, dass noch nie ein MRI von meiner Brust gemacht wurde. Seiner Meinung nach sei dies die einzige wirklich zuverlässige Methode, um bei einem so dichten Brustgewebe sinnvolle Ergebnisse zu erzielen.  Nach dem MRI folgte eine Stanzbiopsie. Schön langsam wurde ich beunruhigt, aber immer noch mit der Hoffnung „es wird schon nichts sein“. Mein Ehemann war leider nie anwesend, sodass ich mit meinen Sorgen ganz alleine war. Mit Freundinnen oder Eltern wollte ich zu diesem Zeitpunkt nicht sprechen, um sie nicht unnötig zu beunruhigen.

An einem Freitagvormittag fuhr ich in die Brustambulanz um mir das Ergebnis der Stanzbiopsie abzuholen. Ich fühlte schon das Unheil, verdrängte es aber. Während dieser Wochen der Voruntersuchungen hörte ich immer: „das hat nichts zu bedeuten“; „wenn ein Knoten, bestimmt gutartig“; „entfernen ja, aber dann sind Sie in 4 Tagen wieder zu Hause“. Der Radiologe und der Chirurg waren anwesend. Noch immer die Hoffnung, dass ich beruhigt werde und es sich um einen gutartigen Knoten handelt. Die Einleitung des Radiologen: „Sie haben ein Karzinom, das entfernt werden muss.“ Ich: „Und was heißt das?“ Der Chirurg meldete sich zu Wort: „Das Karzinom ist über zwei Quadranten verteilt und deswegen muss die Brust amputiert werden.“ In Sekundenschnelle rann eiskalter Schweiß über meinen Körper.

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Es wurden mir 2 Varianten der medizinischen Vorgehensweise von dem sehr erfahrenen Spezialisten erklärt. Variante 1: Brustamputation mit sofortigem Wiederaufbau aus meinem Rückenmuskel und Eigenfett und kleine Anpassungen an der gesunden Brust. Variante 2: Chemotherapie vor der Operation, dadurch besteht eine geringe Chance brusterhaltend zu operieren und nach den Operation Chemotherapie und Strahlentherapie.

Ich konnte keinen klaren Gedanken fassen und verstand nichts von dem was mir gesagt wurde. Den ersten Satz den ich hervor brachte war: „Mein armer Mann.“ Mein Mann wurde in England von dem Chirurgen verständigt und er wollte versuchen bis zum Abend bei mir zu sein.