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Die digitalen Job-Killer kommen

Carl Benedikt Frey und Michael A. Osborne von der Oxford Universität sagen, dass es 47 Prozent aller Jobs aufgrund der Digitalisierung in den nächsten beiden Jahrzehnten nicht mehr geben wird.

Gerald Schwarzinger26. April 2017 No Comments

Jede Arbeit – sofern dies praktisch möglich ist – wird früher oder später durch eine Maschine ersetzt sein. Was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert werden. Dies ist keine Frage nach dem „Ob“, sondern nur nach dem „Wann“. Dieser Prozess, auch technologischer Fortschritt genannt, ist unaufhaltsam und unumkehrbar.

In der Geschichte der Menschheit gab es noch nie ein freiwilliges Zurück. Und das ist auch nicht weiter schlimm, sofern wir darauf vorbereitet sind. Denn es gibt genug Arbeiten, die viele Menschen nicht machen wollen oder es gesundheitlich gesehen nicht machen sollten. Wenn ein Roboter in der Automobilherstellung schwere Teile mühelos an den richtigen Platz hieft, vermindert dies die körperliche Beanspruchung der Mitarbeiter und sorgt somit für einen schmerzfreien Rücken im höheren Alter. Da diese Maschine allerdings nie schläft, die Energieaufnahme konstant durch das Stromversorgungsnetz garantiert wird und sie nebenbei erwähnt keine Sozialversicherungsabgaben oder Einkommensteuern abliefern muss – weshalb eine Maschine auch immer als „Investition“ und nicht als „Kosten“ gesehen wird – kann ihre Produktivität niemals von einem Menschen erreicht werden. Aus diesem Grund werden immer, sofern es wirtschaftlich sinnvoll ist, Menschen durch Maschinen ersetzt werden.

Ob die Maschine dabei ein Geldautomat, ein Algorithmus in einer Smartphone App oder ein Roboterarm einer Fabrik ist, ausschlaggebend ist dabei immer der Produktivitätsgewinn durch gesenkte Kosten. Einen Vorteil werden wir aber nicht so schnell verlieren: Wir müssen den Maschinen sagen, was sie zu tun haben. Wir müssen sie erfinden, designen, bauen und servicieren. Aus diesem Grund werden auch ständig neue Jobs entstehen. Die spannende Frage ist: Werden es in Summe mehr oder weniger Jobs sein?

Überflüssig durch selbstfahrende Autos. Selbstfahrende Autos werden das Straßenbild und unser Leben ähnlich tiefgreifend verändern wie der damalige Wechsel von der Pferdekutsche zum motorisierten Auto. Und dieser Wandel wird sich schnell vollziehen. Sobald es technisch noch besser möglich und preislich interessanter wird, stellt sich der öffentliche Verkehr, beginnend bei Taxis und Bussen, um. Danach werden immer weniger Privatpersonen ein eigenes Auto kaufen. Denn das aktuell noch bestehende Problem des Auto-Teilens ist gelöst: Das Auto holt den Fahrer ab, nicht umgekehrt. Es wird also immer dort sein, wo es benötigt wird. Und es wird nicht mehr wie jetzt 98 % seiner Lebenszeit stehen, sondern fahren. Die Folgen daraus werden viele Autohersteller zu spüren bekommen: Wenn das Transportbedürfnis aller Menschen mit immer weniger neuen Fahrzeugen befriedigt werden kann, werden in Summe einfach weniger Autos benötigt.

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