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Die digitalen Job-Killer kommen

Carl Benedikt Frey und Michael A. Osborne von der Oxford Universität sagen, dass es 47 Prozent aller Jobs aufgrund der Digitalisierung in den nächsten beiden Jahrzehnten nicht mehr geben wird.

Jessica Schreckenfuchs26. April 2017 No Comments

Selbstfahrende Autos, wie es das Tesla Model X bereits teilweise ist, werden die ganze Automobilbranche verändern. (Foto: Tesla Motors)

Verdrängt durch fliegende Drohnen. Der nervige „letzte Kilometer“ in der Logistik wird durch große und kleine Drohnen überbrückt, je nach Versandgegenstand. Eine Lieferung am selben Tag wird die notwendige Kennzahl für Versandunternehmen sein. In der Landwirtschaft können Drohnen nicht nur Felder überwachen, sondern auch bewirtschaften. Oder in kleinerer Variante als Kammerjäger fungieren, Rohrsysteme auf Schwachstellen untersuchen und somit einen wichtigen Beitrag zur Wartung der Infrastruktur leisten. Unbemannte Luftfahrtsysteme können in einem Notfall als Ersthelfer vor Ort sein, Suchhunde in unwegsames Gelände begleiten oder als Feuerwehr ganze Brände löschen.

Ausgelöscht durch 3D-Drucker. In einem 3D-Drucker werden dreidimensionale Werkstücke schichtweise aufgebaut. Plastik und Metall in Form zu bringen bzw. aus größeren Produkten auszuschneiden, zu schleifen oder fräsen, diese Produkte dann zu verladen und zu versenden oder in einem Geschäft auszustellen wird überflüssig, wenn der Drucker in jedem Zuhause steht. Dann sind nur noch Bauplan und Rohstoffe nötig. Wer dabei in Gedanken an einen Replikator aus Star Trek denkt, liegt dabei nicht gänzlich daneben. Zur Erzeugung von Nahrungsmitteln stehen bereits die ersten Bio-Printer bereit. Wir werden die barbarische Tatsache, Tiere als Nahrungsressource umbringen zu müssen, hinter uns lassen. Bio-Drucker schaffen es heute schon unter Laborbedingungen, ganze Zellkulturen, die sich zu funktionierenden Organen weiterentwickeln, auszudrucken sowie Fleisch für den Nahrungsmittelkonsum zu erzeugen.

Ersetzt von Big Data & Artificial Intelligence. Als Big Data bezeichnen wir Datenmengen, die zu groß, zu komplex sind oder sich zu schnell ändern, um sie mit klassischen Methoden der Datenverarbeitung auswerten zu können. Jegliche Form der Informationsverarbeitung und Wissensgenerierung lässt sich somit automatisieren. Eine menschlich-redaktionelle Kontrolle wird nicht mehr stattfinden, wenn Algorithmen, was sie jetzt bereits tun, selbständig Drehbücher für Filme und Songs schreiben, oder einfach nur Reiseziele aussuchen, die gerade am besten zu uns selbst, unserer Gesundheit und unserem Budget passen. Jeglicher Job, der sich mit der Analyse menschlicher Bedürfnisse beschäftigt, wird abgelöst.

Neue Jobs. Wenn wir uns vor Augen führen, wie viele heute aktuelle Jobs es vor zehn Jahren noch nicht gegeben hat (Social Media Manager, Content Marketer, agile Anwendungsentwickler etc.), lässt sich leicht erahnen, dass sich die Arbeitswelt auch weiterhin rasant ändern wird. Viele Menschen werden auch mehrere Jobs nebeneinander ausführen: Tagsüber in einem Dienstverhältnis (z. B. Abfalldesigner), abends als Vermieter des zweiten Zimmers der Wohnung für eine Nacht an eine andere Privatperson (z. B. Airbnb). Nur durch die Kombination spannender Fachgebiete werden wir in Zukunft das nötige Wissen kombinieren können, um neue Projekte, Unternehmen und Start-ups aus der Taufe zu heben. Gefühlvolle, emotionale Arbeitsbereiche sowie intuitive, komplexe Tätigkeiten werden auch weiterhin in Menschenhand bleiben. Als Coach, Gärtner, Profisportler und Künstler ist man auch zukünftig auf der sicheren Seite.

26. April 2017

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