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Die grüne Lunge der Erde: der Amazonas Regenwald

Der Amazonas Regenwald, der sich über Brasiliens Norden, Peru, Kolumbien und weitere südamerikanische Länder erstreckt, ist der größte tropische Regenwald der Welt. Der Regenwald ist für seine Artenvielfalt bekannt und wird von Tausenden Flüssen durchzogen, so auch vom Amazonas.

Luisa Gavira2. Dezember 2019 No Comments
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Und wer sich die Frage stellt, weshalb der Regenwald eigentlich Regenwald heißt, dem sei gesagt, dass sich der Name von der üblichen hohen Niederschlagsmenge ableitet. Denn in einem Jahr regnet es dort mindestens 2.000 mm über die Monate eines Jahres verteilt, was am Beispiel des Amazonas-Regenwaldes über 14 Badewannen voll Wasser pro m² entspricht. Außer hohe Niederschläge, kennzeichnen vor allem dichter Dschungel, exotische Tier- und Pflanzenarten, feuchte Luft und Lianen den Regenwald. Typisch für einen tropischen Regenwald sind natürlich die Bäume, die immergrün sind. Denn im Gegensatz zu unseren einheimischen Laubbäumen ­– die im Winter ihre Blätter vollständig abwerfen – werfen die meisten Baumarten im Regenwald ihre Blätter nach und nach ab und daher scheinen sie immergrün zu sein. Ein grüner Ozean aus Farnen, Moosen, Lianen und vielen Bäumen. Leuchtend bunte Schmetterlinge und farbenfrohe Vögel aller Art. Farbenprächtige Blumen und viele exotische Tierarten tragen zu dem komplexesten und vielfältigsten Lebensraum der Welt bei. Die Regenwälder dieser Erde sind ein natürliches Wunder und von immenser Bedeutung für alle Lebewesen. Unberührte Teile des Regenwaldes stellen einen perfekten Zustand in der Natur dar. Keine Straßen, die von Menschen durch den Wald gebaut und keine Bäume, die gefällt wurden. Nur so kann die große Vielfalt an verschiedenen Tier- und Pflanzenarten gewährleistet werden. Aber es ist auch das Zuhause der Ureinwohner, die dort leben, ohne ihn zu zerstören. Der Regenwald bietet ihnen alles, was sie zum Leben brauchen: Nahrung, Medizin und Baumaterialien für ihre Hütten – so leben sie im Einklang mit der Natur. Der Reichtum des Waldes ist aber auch für uns ständig und überall zugänglich, nur ist uns das nicht immer bewusst. Produkte wie Ananas, Mango, Papaya, Kakao, Pfeffer oder Vanille landen täglich in unseren Einkaufswagen. Viele Lebensmittel und auch Kosmetikprodukte enthalten Palmöl, was aus tropischen Pflanzen gewonnen wird. All diese Produkte werden nicht für einzelne, wenige Menschen hergestellt, sondern für die Masse. Denn da wo die Nachfrage groß ist, wird viel verkauft und dementsprechend produziert.

Warum aber, wird der Amazonas Regenwald, als die grüne Lunge der Erde bezeichnet?

Die Wurzeln der Pflanzen liegen im Boden und berühren eine bestimmte Pilzart – die Mykorrhiza Pilze – die für den Nährstoffkreislauf des Waldes verantwortlich ist. Sie sorgen dafür, dass Mineralstoffe und Wasser besser aus dem Boden gelöst werden können und liefern den Pflanzen wichtige Nährstoffe. Im Gegenzug bekommen die Pilze Stoffe, die bei der Fotosynthese der Pflanzen entstehen. Sie leben also in einer Symbiose, was ein vorteilhaftes Zusammenleben beider Arten ermöglicht. Die Fotosynthese der Pflanzen ist dafür verantwortlich, dass Kohlendioxid mithilfe des Sonnenlichts aus der Luft, Wasser, in Form von Sauerstoff und Traubenzucker umwandelt. Den Traubenzucker benötigen die Pflanzen, um zu gedeihen, und der Sauerstoff wird in die Luft abgegeben. Sie nehmen also das unerwünschte Kohlenstoffdioxid auf und stellen den erwünschten und lebensnotwendigen Sauerstoff her. Aus diesem Grund sind Bäume und Pflanzen auch so wichtig, sowohl für das Klima als auch für Mensch und Tier. Durch die Regenwaldzerstörung steigen große Mengen CO2 – die vorher gebunden waren – in die Atmosphäre und die globale Erwärmung lässt nicht lange auf sich warten. Der Meeresspiegel steigt, da die Eisberge an den Polen der Erde schmelzen und das führt immer mehr zu Wetterkatastrophen wie Überschwemmungen und Dürren.

Die Wärme wird also gespeichert und die Folge ist die Klimaveränderung bzw. die Klimaerwärmung. Laut Studien zufolge sollen in zwei Jahrzehnten mehr als die Hälfte der heutigen Regenwälder verschwunden sein. Dennoch werden Tag für Tag enorme Flächen abgeholzt und wertvoller Lebensraum zerstört. Mit der Zerstörung des Regenwaldes werden auch Tiere und Pflanzen zerstört. Außerdem noch viele potenzielle Heilmittel – erst 1 % der Pflanzen wurden genauer untersucht. Immerhin enthält bei uns bereits jedes vierte Medikament eine „Regenwald-Zutat“ und da liegt es auf der Hand, dass noch viele unentdeckte Schätze im Wald auf uns warten (könnten), wenn sie nicht vorher zerstört werden, wir müssen ihm nur die Möglichkeit dazu lassen. Nur wenn endlich wirkungsvoll gegen die massive Zerstörung des Regenwaldes vorgegangen wird, können die verheerenden Folgen gestoppt werden.

Welche verheerenden Folgen hat also die Zerstörung des Regenwaldes?

Der Regenwald ist vor allem Lebensraum für die Ureinwohner und für die vielen Tier- und Pflanzenarten. Durch die Zerstörung verlieren sie nach und nach ihr Zuhause. Viele Arten werden vermutlich aussterben, bevor sie jemals entdeckt werden konnten, was ein Artensterben zufolge hat. Viele Naturschätze gingen also verloren. Aber auch die globale Klimaveränderung ist betroffen. In knapp zehn Jahren sollen Klimaforschern zufolge, zwischen 56 und 97 Milliarden Tonnen an zusätzlichem CO2 freigesetzt werden. Regenwälder stabilisieren das Klima und allein der Amazonas-Regenwald nimmt etwa zwei Milliarden Tonnen CO2 im Jahr auf. Durch die Abholzung der Wälder werden über 10,6 Milliarden Tonnen CO2 freigesetzt, denn Regenwälder und Torfmoore speichern besonders viel davon.

Kohlenstoffdioxid trägt zum Treibhauseffekt bei und der CO2 Gehalt in der Erdatmosphäre steigt erheblich. Die Abholzung und Zerstörung der tropischen Regenwälder dient der Verwendung von Rinderweiden, Palmöl oder Sojaplantagen, Bau von Groß Staudämmen zur Energiegewinnung, Herstellung von Papier, Holz und zur Ausbeutung der Bodenschätze wie Eisenerz, Gold-Öl oder Gas. Jedes Jahr wird 158.000 Quadratkilometer tropischer Regenwald abgeholzt und die Tendenz steigt. Kaum zu glauben aber pro Minute macht das 42 Fußballfelder aus. Große staatliche sowie private Firmen wollen mit den wertvollen Hölzern Geld verdienen oder auch Platz für große Plantagen gewinnen. Und das, obwohl sie wissen, dass sie dabei wertvollen Lebensraum zerstören und die Klimaerwärmung fördern. Die Brände im Amazonas Regenwald sind da eine willkommene Gelegenheit, dann wenn der Wald abgebrannt ist, lässt man die Asche der Bäume einfach als Dünger liegen, und schon ist die Weidefläche für Tausende von Rindern fertig. Die Tiere werden dann geschlachtet und nach Europa oder die USA verkauft. Wir haben dann die Möglichkeit, Fleisch sehr günstig im Supermarkt einzukaufen, doch den Preis dafür zahlen die Tiere und die Natur. Brasilien zum Beispiel ist seit über zehn Jahren der größte Exporteur von Rindfleisch. Tiere, die bei uns gezüchtet werden, bekommen allerdings auch Soja als Futtermittel, das von diesen riesigen Soja-Plantagen stammt. Mehr als 80 % des nach Deutschland importierten Soja stammt aus Südamerika und wird als Kraftfutter für die Massentierhaltung verwendet. Weniger als zwei Prozent für pflanzliche Produkte wie Sojamilch oder Tofu. Der enorme Fleischverzehr führt dazu, dass 70 Prozent der weltweiten Äcker und Weiden für Tierfutter genutzt wird. Zusätzlich kommen die Rinderweiden (allein Brasilien züchtet 180 Millionen Tiere) die dafür sorgen, dass immer mehr abgeholzt wird. Wird der Regenwald abgeholzt, verliert der Boden seine Fruchtbarkeit, da durch den Regen in den Tropen die dünne nährstoffreiche Erdschicht weggeschwemmt wird. Zusammengefasst heißt das, dass durch die Vernichtung der Regenwälder, sowohl Tiere als auch kostbare (Medizin-)Pflanzen verschwinden und aussterben. Es werden Treibhausgase erzeugt und dadurch entstehen enorme Klimaveränderungen. Die Massentierhaltung führt zu Qualen der Tiere, da diese auf engstem Raum zusammenleben müssen, und zwar unter den schlimmsten Bedingungen. Ureinwohner werden ihres eigenen Landes beraubt. Meist brutal und ohne Rücksicht auf Verluste.

Jeder kann einen Beitrag leisten:

Fleisch & Soja: generell weniger Fleisch essen oder in jedem Fall darauf achten, dass das Fleisch nicht aus Südamerika stammt. Auch keine Produkte aus Massentierhaltung zu kaufen, hilft. Fleisch in Bio-Qualität von regionalen Bauern oder Metzgern ist zu empfehlen.

Papier: Recycling- oder Umweltpapier nutzen.

Zu vermeiden: mit Chlor gebleichtes Papier. Dieses Papier trägt sowohl zur Zerstörung der Regenwälder bei als zur Umweltverschmutzung durch die giftigen Chemikalien. Holzfrei bedeutet im Übrigen nicht, dass für dieses Papier keine Bäume sterben mussten. Der Begriff führt in die Irre, da es sich hierbei einfach nur um das Verfahren handelt, mit dem das Papier hergestellt wurde. Die Bezeichnung kommt daher, dass ein bestimmter Stoff herausgefiltert wird. Das Papier stammt dennoch aus Holz!

Allgemein lässt sich Papier sparsam verwenden, indem die Rückseite genauso verwendet wird, wie die Vorderseite – sei es als Schmierzettel.

Palmöl: Produkte, die Palmöl enthalten, vermeiden. Palmöl befindet sich vor allem in Lebensmittel wie Margarine, Schokolade, Aufstriche, Fertigprodukte und Kekse. Aber auch Kosmetikartikel, Waschmittel und Kerzen. Palmöl freie Produkte sind meist gekennzeichnet („ohne Palmöl“) und getarnt als „pflanzliches Öl“. Im Zweifelsfall vorher kurz informieren zum Beispiel mit den kostenlosen Apps von „http://www.zeropalmoel.de/content/zero“ oder auf der Website von Codecheck https://www.codecheck.info/. In jedem zweiten Supermarktprodukt steckt Palmöl! Und die meisten Verbraucher wissen erst gar nicht, dass sie viele Produkte, die Palmöl enthalten, nutzen.

Aluminium: Der Verbrauch von Aluminium lässt sich sehr einfach vermeiden. Statt Alu-Folie Brotboxen verwenden. Statt Getränkedosen einfach Mehrwegflaschen kaufen. Und Kaffeemaschinen ohne Kapseln bevorzugen, diese sind im Vergleich ohnehin günstiger.

Biodiesel: Wer denkt, dass Biosprit besser für das Klima ist, der täuscht. Da Erdölvorräte immer knapper werden, Menschen aber gleichzeitig immer mehr Auto fahren, soll Erdöl immer mehr durch Pflanzenkraftstoff ersetzt werden. So oder so, beide Varianten setzen gewaltige Mengen an Schadstoffen und Co2 frei. Mit Bio hat das nicht viel zu tun, weckt aber den Eindruck, dass es umweltschonender ist. Fahrrad fahren oder öffentliche Verkehrsmittel sind hier die Alternative. Wer nicht auf das Auto verzichten kann oder will, der kann sich ein sparsames Auto anschaffen oder über die Möglichkeit nachdenken, sich ein Auto zu teilen: sogenanntes Carsharing.

2. Dezember 2019