Magazin

Dr. Michael Palatin: Lifting zum Lunch

In Würde altern, das wollen wir alle. Aber bitte schön gut aussehen dabei. Wie schafft man es ohne Skalpell und ohne viel Aufwand? Der Wiener Dermatologe Dr. Michael Palatin erklärt die Vorteile der neuen Behandlungsmethode Ultherapie, die in Hollywood schon lange Einzug gehalten hat. Und beschreibt, warum sie für Männer ein Segen ist.

Christina Zappella-Kindel5. Dezember 2018 No Comments
ooom magazin dr michael palatin

Doktor Palatin, was bewirkt eine Ultherapie?

Ultherapie ist eine der sanftesten und natürlichsten Methoden, um einerseits das Gesicht zu straffen und andererseits dem Altern schon präventiv etwas entgegenzusetzen. Das Prinzip ist sehr einfach. Wir verwenden einen in der Natur vorkommenden Mechanismus, die Wundheilung. Wenn am Körper eine Verletzung stattgefunden hat, setzt die Wundheilung ein und repariert den entstandenen Schaden. Diese Schadensreparatur ist anders als die normale Gewebserneuerung. Sie ist schneller und effizienter, und liefert mehr Kollagen als üblich. Der Grund dafür ist die Bildung kollagener Hautfasern, die das Gewebe wieder zusammenhalten. Bei Ultherapie wird in der Tiefe des Gewebes eine Linie von heißen Punkten erzeugt. Die Haut selber wird überhaupt nicht erhitzt.

Was passiert durch diese Erhitzung in der Tiefe?

Es passieren zwei unterschiedliche Dinge. Einerseits verkürzen sich die vorhandenen kollagenen Fasern, was zu einer Straffung des Gewebes führt. Andererseits werden durch die Mikroverletzungen in der Tiefe die Bindegewebszellen angeregt, neue Kollagene und elastische Fasern zu bilden. Das dauert aber bis zu einem Dreivierteljahr. Zum einen findet also eine sofortige Straffung statt, und zum anderen eine zweite Straffung, die sich über ein Dreivierteljahr entwickelt.

Was ist der Unterschied zu einem chirurgischen Facelifting?

Beim chirurgischen Facelifting wird durch Entfernen von Gewebe in allen Schichten mehr Zug erzeugt und dadurch die Spannung erhöht. Die Qualität des Gewebes verändert sich dadurch nicht. Es gibt keine neuen kollagenen Fasern. Bei Ultherapie findet die Straffung nicht durch Gewebsreduktion, sondern durch Verbesserung der Gewebsqualität statt. Man erhält die Fasern zurück, die man durch das Aging verloren hat.

Wie oft muss man diese Behandlung machen?

Die Methode ist in der Regel beliebig oft zu wiederholen. Ein vernünftiges Intervall sind eineinhalb bis zwei Jahre, es ist eine einmalige Therapie. Der Ablauf ist sehr einfach. Beim Erstgespräch versuche ich die Erhaltungserwartungen der Patienten mit der medizinischen Realität unter einen Hut zu bringen. Der aktuelle Termin besteht aus zwei Teilen: einer Vorbereitung mit mehrfachem Auftragen einer lokalanästhesierenden Creme und Einnahme eines schmerzstillenden Medikamentes sowie der tatsächlichen Behandlung mit Ultherapie. Die Vorbereitung dauert eineinhalb Stunden, die tatsächliche Prozedur eine halbe bis Dreiviertelstunde. Schmerz wird sehr individuell empfunden, der größte Teil der Patienten stuft die Schmerz­empfindung als harmlos ein. Weggelaufen ist mir noch keiner.

Ab welchem Alter ist so etwas ratsam?

Naturgemäß beginnen Patientinnen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Für Detailprobleme wie genetische Veranlagung zu einem Doppelkinn zum Beispiel behandle ich auch schon jüngere Frauen. Es kommen oft Mädels zu mir und zeigen mir mit Panik Fotos ihrer Mütter und Großmütter und sagen: „Dort will ich nicht landen!“ Bei denen ist natürlich eine präventive Maßnahme, auch wenn sie noch sehr jung sind, sehr sinnvoll.

Ist die Behandlung teuer?

Ultherapie kostet zwischen 3.000 und 4.000 Euro für Gesicht und Hals, je nachdem wie viel Aufwand notwendig ist. Für den Durchschnittspatienten ist das sicher nichts, was man jeden Monat macht. Die meisten Ultherapie-Patienten habe ich mehr als ein Mal behandelt. Offensichtlich spricht das Resultat für sich.

Verändern sich die Gesichtszüge dadurch?

Ultherapie kann im Gegensatz zu allen anderen Procedures in der ästhetischen Medizin eines nicht machen: ein unnatürliches Ergebnis. Das Wunderbare an dieser Methode ist, dass das Gewebe einfach dort wieder hinkommt, wo es schon einmal war, und nicht an irgendeine andere Stelle. Also der berühmte Schmäh, dass eine nach einem Facelift in den Spiegel schaut und sich denkt: „Dich kenn ich nicht, dich schmink ich nicht!“, das gibt es bei Ultherapie nicht. Aus diesem Grund ist diese Methode nach meinem Dafürhalten auch bestens geeignet für Männer.

Welche Rolle spielen mittlerweile männliche Patienten in der ästhetischen Medizin?

Ich habe das Gefühl, dass viele dieser Eingriffe bei Männern noch schwieriger sind. Es braucht schon jemanden, der sehr genau weiß, was er tut, um ein schönes Ergebnis bei einem Mann zu erhalten. Die meisten Methoden der ästhetischen Medizin wurden anfangs für weibliche Patienten entwickelt. Es geht immer um Rundungen und große weiche Konturen. Das will man bei einem Mann gar nicht. Für Männer ist deswegen die Ultherapie ein wirklicher Segen, weil sie Männer wieder kantiger macht. Eine kantige Kinnlinie ist ja etwas, was beim Betrachten eines Mannes sofort einen Attraktivitätsbonus hat. Ich glaube, dass ein gar nicht so unerheblicher Prozentsatz der Männer sich eine Verbesserung ihres Erscheinungsbildes wünschen. Die Angst vor einem unnatürlichen Ergebnis und dem daraus resultierenden Erklärungsnotstand hält sie aber davon ab. Also wenn man sich als Frau einen frischeren und dynamischer wirkenden Ehemann wünscht, dann schenkt man ihm zu Weihnachten eine Ultherapie.

Z: Wenn man sich als Frau einen frischeren und dynamischer wirkenden Ehemann wünscht, dann schenkt man ihm zu Weihnachten eine Ultherapie.

Ist das so, dass man quasi in der Mittagspause zur Behandlung kommen kann?

Das Wunderbare an dieser Methode ist, dass man wirklich vom Behandlungstisch zum Rendezvous seines Lebens gehen kann. Es gibt keinen Zeitpunkt, wo irgendjemand bemerken würde, dass man gerade etwas gemacht hat. Ich habe vor acht Jahren das erste Mal mit Ultherapie behandelt und kann mich an keinen einzigen Fall von einer Schwellung oder sonstiger Nebenwirkung erinnern.

Wie nimmt man den Eingriff als Patient wahr?

Das subjektive Gefühl mag am Anfang so sein, dass man speziell beim Schlafen, wenn man den Kopf auf das Kissen legt, bemerkt, dass etwas passiert ist. Aber von Schmerz ist man weit entfernt. Und ich spreche aus Erfahrung, weil ich es selbst bei mir gemacht habe. Ich empfinde das als durchaus tolerabel, dabei habe ich mich aufgrund von Zeitmangel weder anästhesierend darauf vorbereitet noch mich geschont.

Sie würden also Ultherapie empfehlen?

Ich finde, das erfüllt einfach alles, was man sich von der ästhetischen Medizin wünscht. Es ist eine kurze, effektive Therapie, es hat null Downtime, man muss sich nie aus dem Verkehr ziehen, weder beruflich, noch privat. Und man hat relativ schnell ein Ergebnis, das unwahrscheinlich natürlich wirkt.