Inspiration

Eine Hommage ans Lesen

“One thing I will surely miss is that I couldn't read all the good books in this lifetime,” meint der indische Autor und Magier Amit Kalantri. Wie recht er hat! Nach der Schule sind viele froh, keine Bücher mehr lesen zu „müssen“. Doch mit der Zeit vergisst man, dass Lesen eine wunderbare Art der Freizeitgestaltung sein kann. Obwohl die Menge der Leseakte insgesamt zunimmt, hat sich unser Leseverhalten durch die digitalen Medien sehr verändert. Heutzutage liest man weniger gründlich, da man aufgrund des Überangebots an Informationen versucht, sich einen groben Überblick zu verschaffen. Wir beschäftigen uns zwar tagtäglich mit Zeitungen, oder Status auf Facebook und anderen sozialen Medien, im Alltag bleibt aber nur selten Zeit, sich einem Buch zu widmen. Aber wie sehr kann bewusstes Lesen unser Leben eigentlich bereichern?

Teresa Lackner11. April 2018 No Comments

Lesen als Stresskiller. In der heutigen Zeit kann nichts schnell genug passieren und der Alltag verlangt jedem Einzelnen Höchstleistungen ab. „Balance is the key“, heißt es immer. Bücher sind wahre Therapeuten, denn sie helfen uns, dieses harmonische Gleichgewicht herzustellen. Laut einer Studie der University of Sussex verringert Lesen das Stresslevel um ganze 68 Prozent und liegt somit sogar vor Musik hören oder Spazieren gehen.

Bücher fürs Gedächtnis. Durch die ständige Aufnahme und Verarbeitung neuer Information wird das Gedächtnis beim Lesen optimal gefordert. Studien belegen, dass der kognitive Rückgang des Gedächtnisses dadurch sogar bis zu 32 Prozent verlangsamt wird. Die Emory University in Atlanta hat ebenfalls herausgefunden, dass Lesen einen positiven Einfluss auf die Hirnregionen für Sprache und Balance bewirkt. Das Beste an diesem Gehirntraining? Es ist weder schweißtreibend noch anstrengend.

Lesen macht sexy. Womöglich schmunzeln Sie jetzt, aber ist bewiesen, dass Intelligenz attraktiv macht. Mit einem Buch in der Hand vermittelt man seinen Mitmenschen ein interessanter Gesprächspartner und gebildeter Mensch zu sein. Auch wenn es (meistens) nicht das Hauptziel ist, attraktiv zu wirken, ist es ist doch ein netter Nebeneffekt.

Bücher als Waffe gegen fehlende Empathie. Beim Lesen taucht man in eine neue Welt ein und fiebert, leidet und freut sich mit dem Protagonisten, als wäre man ein und dieselbe Person.  Dieser Effekt des Verschmelzens passiert beim Lesen auf eine sehr viel intensivere Weise als beispielsweise beim Schauen eines Films. Laut Neurowissenschaftern fördert das Hineinversetzen in verschiedene Charaktere das eigene Einfühlungsvermögen und hilft, Vorurteile und soziale Ängste zu überwinden. »Wer Pilot werden will, verbringt auch Teile seiner Ausbildung im Flugsimulator«, meint Keith Oatley, der an der University of Toronto forscht, wie sich Lesen auf das Gehirn auswirkt. Somit dienen Bücher als Simulatoren für reale zwischenmenschliche Beziehungen.

Lesen als Schlafmittel. Gewohnheiten helfen dabei, den Alltag zu strukturieren und zu erleichtern. So ist es auch mit dem Ritual, vor dem Einschlafen noch ein Buch zur Hand zu nehmen und darin zu schmökern. Körper und Geist „wissen“ was dies bedeutet und können sich allmählich auf die Nachtruhe einstellen.

Bücher haben so viele positive Aspekte, dass die vollständige Liste nahezu unendlich lang wäre. Dennoch ist es egal, aus welcher Motivation heraus man zum Buch greift: Hauptsache man tut es!

„Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Böden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.“ – Hermann Hesse

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