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Meditation, Heilung und Yoga: Eins mit sich selbst

Nach einem schweren Autounfall begann Rosa Klein ihr Leben auf Meditation, Heilung und Yoga auszurichten.

Georg Kindel21. März 2017 No Comments
ICH LAG NACH DEM UNFALL, BEI DEM MICH EIN AUTO ÜBERFUHR,
ZWEI TAGE IM KOMA. ICH SAH MICH AUF DEM OPERATIONSTISCH LIEGEN,
ALS SIE MICH AM KOPF OPERIERTEN. ICH HÖRTE, WIE SIE SPRACHEN.
S WAR EIN LICHT ÜBER MIR, ZU DEM ICH GING.
DA GAB ES NUR MEHR DIE LIEBE,
ES WAR UNBESCHREIBLICH SCHÖN.

Vor zwei Jahrzehnten gehörte sie zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Wiener Gesellschaft, stand im Blickpunkt der Medien, glänzte auf elitären Szenepartys: Rosa Klein, heute 52, im oberösterreichischen Gmunden geboren. Mit 18 zog sie nach Wien und begann im Verlagsgeschäft bei der Zeitschrift „Diva“, dann ging sie nach London und arbeitete für die Werbeagentur GGK. Mit 23 wurde sie erstmals Mutter (ihr Sohn Max heiratet diesen Sommer), der Vater: Schauspieler Alexander Goebel. Dann folgte die Hochzeit mit „Almdudler“-Miteigentümer Thomas Klein, zwei Töchter, Lara und Alena, machten das Glück anfangs perfekt – bis zur Trennung, der jedoch bis heute keine Scheidung folgen sollte. Klein zog nach Mallorca, wo ihr Leben mit einem Unfall eine dramatische Wendung nahm.

Sie galten viele Jahre als schillernde Persönlichkeit der Wiener Gesellschaft. Was brachte Sie dazu, ein Yoga-Retreat in Ibiza zu eröffnen und Meditation und Yoga zu lehren?
Ich hatte 2002 einen schweren Unfall, bei dem ich in Mallorca von einem Auto überfahren wurde. Damals hatte ich eine ganz traumatische Nahtoderfahrung. Ich lag mit schweren Kopfverletzungen auf der Intensivstation, zwei Tage davon im Koma.

War passierte damals?
Es war Abend, und ich überquerte mit einer Freundin die Straße, als uns ein Auto erfasste. Die Ärzte meinten, ich würde den Unfall nicht überleben. Da hatte ich diese Nahtoderfahrung. Ich sah mich auf dem Operationstisch liegen, als sie mich am Kopf operierten. Ich sah, wie sie mir zuvor die Haare abrasierten. Und ich dachte mir nur: „Warum stehen da so viele Menschen um mich herum, ist da ein Spiegel, dass ich mich selbst sehen kann?“ Dann merkte ich, dass da kein Spiegel sein kann. Schließlich hörte ich, was sie redeten, und bewegte mich dabei immer weiter nach oben, bis ich nur mehr dachte: „Das interessiert mich jetzt eigentlich gar nicht mehr. Was ist das?“ Es war ein Licht über mir, zu dem ich ging. Obwohl ich über mir war und mich sehen konnte, fühlte ich mich trotzdem in meinem Körper.

Was passierte dann?
Jegliche negative Emotion ging in diesem Moment verloren. Die gab‘s einfach nicht mehr. Da gab es nur mehr die Liebe. Es war unbeschreiblich schön. Da war nur mehr ein Glücksgefühl und Liebe.

Wie haben Sie Ihr anscheinendes Ende empfunden?
Ich habe mich wahnsinnig wohlgefühlt, ich wollte nicht mehr zurück ins Leben. Obwohl ich drei kleine Kinder zurückgelassen hätte, hat das in diesem Augenblick keine Rolle gespielt. Ich habe gelächelt über das Ganze und mir gedacht: „Dann hat das einen Grund.“ In diesem Moment gab es keine Belastungen mehr, keine Angst. Da waren nur mehr Liebe und Vertrauen. Es war so schön, dass ich sicher nicht mehr zurückwollte.

Sie sind trotzdem zurückgekommen. Haben Sie sich bewusst für das Leben entschieden?
Nein, wirklich nicht. Ich bin dann zu dem Licht, es war so ein weißes Licht, so strahlend, so schön und auch zugleich warm, dass du nur mehr Wohlbefinden hattest. Und dann habe ich auch diese schemenhaften Figuren gesehen – doch dann war alles plötzlich weg. Dann habe ich keine Erinnerung mehr. Irgendwie bin ich auf der Intensivstation aufgewacht, ich hab nur gestrahlt und mir gedacht, es ist völlig egal, was mit mir ist. Ich konnte meine Beine ja gar nicht spüren, doch ich dachte nur: Wenn ich nicht mehr gehen kann, dann kann ich eben nicht mehr gehen. Dann soll es so sein für mich. Mit dieser Einstellung bin ich wieder zu mir gekommen. Das Interessante war, dass ich ganz lang, wenn man mich fotografiert oder Polaroids von mir gemacht hat – das hört sich jetzt wirklich verrückt an –, hier auf der Stirn immer ein Licht hatte, hier beim dritten Auge. Mein Sohn fragte mich: „Warum hast du das auf jedem Foto?“ Es war immer da. Und dann war es auf einmal weg. Es war auch so, dass an öffentlichen Plätzen meine Seele aus meinem Körper ging.

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