Lifestyle & Travel

Frühling in Paris

Sie ist die Stadt der Liebe, der Mode und ganz besonders der Gourmets. Als Notre Dame brannte, bangte die Welt mit den Parisern. Gerade im Frühsommer ist die Seine-Metropole eine Reise wert. Zwischen den verwinkelten Gassen verbergen sich unzählige kulinarische Überraschungen.

Deborah Heiss8. Mai 2019 No Comments
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Sie kennen die Landmarks von Paris: den Eiffelturm, die Champs-Élysées und das größte Museum der Welt, den unverwechselbaren Louvre. Aber sind Sie schon einmal durch die versteckten Passagen der Hauptstadt spaziert oder haben Sie den leuchtenden Eiffelturm mit einem Glas französischen Rotwein vom Schiff aus bewundert?

Les passages couverts. Um die 150 „versteckte Passagen“ aus dem 19. Jahrhundert, die alle überdacht sind, existieren heute noch in Paris. Sie sind die Vorläufer moderner Einkaufszentren und verteilen sich durch alle Viertel der Stadt. Nur mehr wenige davon sind für die Öffentlichkeit zugänglich, wie z. B. die Passage Verdeau, die Passage Jouffroy mit dem Wachsmuseum Musée Grévin oder die Galerie Vivienne im 2. Arrondissement. Sie besticht durch ein charmantes Glasdach mit Kuppel und Mosaikfußböden des italienischen Künstlers Giandomenico Facchina.

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Die „Passage des Panoramas“ in der Nähe des Boulevards Montmartre beherbergt kleine Restaurants und Boutiquen und war eine der ersten überdachten Ladenzeilen in Europa. Sammler von historischen Postkarten und Münzen kommen hier genauso auf ihre Kosten wie Liebhaber von französischen Bistros. Letztere findet man ebenso zahlreich bei einem Rundgang durch das romantische Viertel Montmartre in unmittelbarer Nähe.

Montmartre. Das Künstler­viertel ist mit Sicherheit einer der interessantesten Orte der Stadt des Lichts, wie Paris auch genannt wird. Nicht weit von der Basilika Sacré-Cœur auf dem Place du Tertre versammeln sich viele Kreative, die Bilder der wunderschönen Provence zeichnen und Karikaturen der Besucher anfertigen.

Der „Platz der Erdhügel“ ist umgeben von einladenden Cafés und historischen Häusern. Hier lebten Anfang des 20. Jahrhunderts zahlreiche Maler und die französische Bohème. Ein einzigartiges Ambiente.

Eco in Saint-Germain-des-Prés. Zu den vielen Künstlern gesellten sich ebenso weltbekannte Literaten wie Oscar Wilde, Simone de Beauvoir, Ernest Hemingway oder Umberto Eco. Überquert man die Fußgängerbrücke Pont des Arts, gelangt man in das Viertel Saint-Germain-des-Prés, wo die intellektuellen Zeitgenossen im Café de Flore und im Café Les Deux Magots durch bewegende Gespräche und herausragende Werke unsere Welt erklärten. Auch Julia Child, die lebenslustige Kochbuchautorin, verbrachte hier gerne den Nachmittag bei einem Croissant und Café au Lait. Das Lokal eignet sich bestens, um auf der Terrasse zu sitzen und einen herrlichen Aperitif zu trinken, bevor man weiterspaziert.

Seltene Schaumweine. Die moderne Champagner Boutique Dilettantes – La Maison du Champagne im Zentrum von Paris widmet sich authentischen und qualitativ hochwertigen Schaumweinen. Bei verschiedenen Degustationen und Workshops erfährt man einiges über die Herstellung, die heimischen französischen Winzer und Tipps zur optimalen Kombination mit regionalem Käse. Die Auswahl umfasst rund 130 verschiedene Champa­gner von 25 Produzenten, die großen Wert auf natürliche Produktion und nachhaltige Landwirtschaft legen. Diesen Geheimtipp sollten Sie unbedingt auf Ihrer Reise einplanen.

Kulinarische Hochburg. Ein Mittelpunkt des gastronomi­schen Lebens ist die Rue de Bretagne im originellen Stadt­teil Les Marais. Hier reihen sich Bistros und Feinkostenläden eng aneinander, sodass man kaum vorbeikommt, ohne mehrere französische Leckerbissen zu kosten.

Im nahen Maison Plisson, hat man sogar die Auswahl aus 300 Weinen, einem authentischen Bäcker und einer überdachten Markthalle. Im Restaurant mit Terrasse ist es möglich, die am Markt ausgestellten Produkte aus regionalem Anbau gleich vor Ort auszuprobieren. Was Märkte betrifft, ist Paris sowieso ein Paradies: Frisches Obst und Bio-Produkte von Kleinbauern aus der Normandie findet man zum Beispiel am Marché bio Raspail, direkt am gleichnamigen Boulevard Raspail. Auf dem Marché d’Aligre, zwischen dem Place de la Bastille und dem Place de la Nation, bieten Käsehändler und einheimische Verkäufer wunderbare Öle, Gewürze und französische Spezialitäten an.

Genau deshalb ist Paris eine Reise wert: hervorragendes Essen, freundliche Menschen und eine Küche, die aus gutem Grund zu den besten der Welt gehört. Einen Steinwurf von der Bastille in Paris entfernt lohnt sich ein Besuch im Le Grand Bréguet. Das Restaurant wird hauptsächlich von der Bio-Produzentengruppe Île de France in Paris und von alternativen Lebensmittelgeschäften beliefert, weshalb man mit frischen, lokalen und hausgemachten Gerichten rechnen kann.

Wer es etwas deftiger mag, dem seien Boeuf Bourguignon, Coq au Vin, Cassoulet oder die Bistroküche im Restaurant Poule au Pot ans Herz gelegt. Die Gerichte haben ihre Ursprünge in der französischen Bauernschaft, die sich auf lokale und weniger kostspielige Lebensmittel fokussierte, um ihre Familien zu ernähren. Hier isst man in urigem Ambiente typisch französisch und kann das Menü mit einem köstlichen Tarte Tatin krönen.

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Dinner Cruise entlang der Seine. Möchten Sie in der französischen Hauptstadt ein elegantes Dinner in einem besonderen Ambiente erleben, bieten sich die romantischen Ausflugsschiffe Bateaux Mouches beim Pont de l’Alma an. Es ist etwas ganz Besonderes, Paris und seine Sehenswürdigkeiten auf einer Gourmetfahrt mit köstlichem Essen zu genießen. Während man am leuchtenden Eiffelturm und dem Louvre vorbeifährt, werden Vorspeisen, Châteaubriand, karamellisiertes Foie gras und typische französische Desserts serviert. Zu den Klängen von Violine und Piano enthüllt die Stadt der Lichter eine ganz andere Schönheit, die man tagsüber so nie entdecken würde.

Die Sterne von Paris. Mit seinem riesigen Dach, das sich zum Himmel von Paris öffnet und die Sterne offenbart, ist das Restaurant Lasserre einzigartig an der Seine. Ein Pianist spielt leise Musik, während der Kellner im Frack duftenden Kaviar oder Crêpes Suzettes serviert. Hier blüht die französische Gastronomie auf, denn die reiche Geschichte des Hauses ist definitiv ein Teil des Ess­erlebnisses. Persönlichkeiten wie Audrey Hepburn, André Malraux und Salvador Dalí speisten die leckeren Köstlichkeiten, umgeben von den silbernen Tischdekorationen und vergoldeten Spiegeln. So auch, wenn es um eine umwelt- und ressourcenbewusste Haltung geht, die mit der Initiative „Les cultures à Paris“ den Gemüse- und Obstanbau fördert. Projekte wie „La Caverne“ oder „Topager“ kultivieren inmitten der pulsierenden Stadt und auf 3.500 Quadratmetern nachhaltige, urbane Farmen mit unterschiedlichsten Gemüsesorten, Pilzen, Endivien und Mikrogärten. Das von Pilzen produzierte CO2 wird als Nahrungsquelle für die Pflanzen genutzt, während der Kompost es ermöglicht, die Ernten zu düngen. Die Produkte aus kontrolliertem biologischem Anbau werden an die umliegenden Gastronomen geliefert, womit der Kreislauf sich schließt. Vom wilden Trüffel auf begrüntem Dach bis zum exotischen Gemüse im unterirdischen Anbau ist alles möglich. Eine Stadt, die das historische Flair nicht verliert und doch immer wieder neue Trends und Maßstäbe setzt.

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8. Mai 2019