Arts & Design

Gabriela Euler-Rolle und Marie Carlier: M!NE Glanzstück

Zwei Frauen, zwei Leben, eine Leidenschaft: Ö3-Stimme Gabriela Euler-Rolle und Marie Carlier über ihre erste Schmuckkollektion M!NE. Die Powerfrauen lieben cleanen, reduzierten Schmuck. Nachdem sie in den Boutiquen nie richtig fündig wurden, machten die Freundinnen kurzen Prozess: Mit ihrer Schmuckkollektion M!NE legen die beide nun selber Hand an.

Claudia Huber5. Dezember 2018 No Comments
ooom magazin glanz

Wie haben Sie als Geschäftspartnerinnen zueinander gefunden? War das Entwerfen von Schmuck von Anfang an ein Gemeinschaftsprojekt?

Euler-Rolle: Das war es in- sofern, dass sowohl Marie als auch ich ein Faible für die schönen Dinge des Lebens haben. Wir haben nie das gefunden, was uns gefällt. Es gab entweder den günstigen Modeschmuck oder die sehr teuren Sachen. Wir haben etwas gesucht, was wertig, beständig und minimalistisch ist, aber trotzdem etwas hergibt.

Carlier: Wir haben den gleichen Geschmack und wollten beide eine Goldschmied­-Ausbildung machen.

Euler-Rolle: Es ist wahnsinnig wichtig, den Prozess dahinter zu verstehen. Wir haben uns das Handwerk drei Jahre lang beigebracht. Wir können feilen, löten, gravieren etc. Daher können wir alles selber machen – vom Design bis zur Produktion der Prototypen.

Wann ist die Idee, Schmuck auch für andere zu machen, entstanden?

Euler-Rolle: Ursprünglich haben wir das nur für uns gemacht, damit wir tragen können, was uns persönlich gefällt. Daher auch der Name „M!NE“ – weil wir etwas machen wollten, was „meines“ ist. Erst als uns aufgefallen ist, dass das auch anderen extrem gut gefällt, entschieden wir uns, ein Business daraus zu machen. Seit Juli haben wir unseren Online-Versand, und jetzt kommen wir auch in die Boutiquen.

Jede von Ihnen designt unabhängig. Gibt es da manchmal Auffassungs­unterschiede?

Carlier: Nein, selten. Es gibt kaum Items, die wir nicht weitergemacht haben, weil eine von uns sie nicht mochte. Sie entstehen individuell, aber werden dann ab einem gewissen Punkt gemeinsam weitergeführt.

Euler-Rolle: Bei diesen Designs kommt es ja oft auf Kleinigkeiten an. Wenn du minimalistische Stücke kreierst, dann müssen sie perfekt sein. Wenn du viel Klimbim umhängst, kannst du davon ablenken. Wir müssen wirklich sehr präzise sein. Da spricht man sich ab und holt sich die Meinung des anderen dazu ein.

Carlier: Gabriela ist reduzierter, ich mag ein bisschen mehr Glamour. Wir sind uns sehr ähnlich, aber gerade das bisschen Unterschied macht es aus und lässt die Schmuckstücke einzigartig wirken.

gabriele_euler_rolle

gabriele_euler_rolle

Wie Sie bringen Sie Privat- und Berufsleben unter einen Hut?

Euler-Rolle: Es bleibt schon wenig Zeit fürs Ausgehen oder für Möglichkeiten, den Schmuck tatsächlich selbst zu tragen. Wir haben beide Kinder und Familie, ich habe noch meinen Job als Radiojournalistin, somit übernimmt Marie viel der Bürotätigkeiten.

Carlier: Das ist immer das Ding mit der Selbstständigkeit. Du bist immer mit Ideen beschäftigt und du siehst ständig etwas, was du ausprobieren willst.

Ihr Schmuck hat es schon bis nach Hollywood und auf die Biennale gebracht. Eine tolle Reklame, oder?

Euler-Rolle: Es hat sich schon ganz gut in Umlauf gebracht. Oscar-Preisträgerin Octavia Spencer hat zum Beispiel zuletzt eines unserer Schmuckstücke erhalten und es gefällt ihr wahnsinnig gut.

Carlier: Und unseren Schmuck auch selber zu tragen, ist selbstverständlich immer gute Werbung.