Inspiration

Generation Y auf der Suche nach Selbstverwirklichung

Generation Y – eine Generation, die sich nach Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung sehnt. Aber auch eine Generation, die es mit der „quarterlife crisis“ zu tun hat.

Luisa Hezame2. Dezember 2018 No Comments
Generation Y 2

Wer ist überhaupt diese Generation Y? Unter diese Kategorie, fallen junge Menschen, die grob in den Jahren 1980 bis 2000 geboren wurden. Die Digital Natives, wie sie auch genannt werden, sind gut (aus-)gebildet, freiheitsliebend, unabhängig und schätzen Flexibilität und eine gewisse Lebensweise. Diese Generation besteht aus Individuen die Gemeinsamkeiten aufweisen. Dennoch muss auch hier unterschieden werden. Das Kienbaum Institut an der International School of Management, hat vier Unterkategorien gebildet: die Karriereorientierten, die Ambitionierten, die Erfolgsorientierten und die Orientierungssuchenden

Der Generation Y wird unterstellt, dass sie faul sei und sich vor der Arbeit drücke, dass sie viel mehr freie Tage fordere und dass sie nicht zuverlässig sei. Dass das aber nicht stimmt, zeigen mehrere Studien. So wurden 130.000 Mitarbeiter der Deutschen Bahn befragt, ob sie im Jahr 2018 lieber 2,6 Prozent mehr Lohn haben möchte oder lieber sechs zusätzliche Urlaubstage. Das Ergebnis überraschte, denn mehr als die Hälfte entschied sich für mehr freie Tage anstelle des Geldes. So weit, so gut. Verwunderlich war allerdings, dass die Älteren genauso mehr Urlaub wollten als Geld. Was aber macht diese junge Generation anders als ihre Vorgenerationen? Dass sie zu faul zum Arbeiten sind entspricht jedenfalls nicht der Realität. Ganz im Gegenteil! Junge Menschen wollen arbeiten aber sie wollen eben nicht nur ein austauschbares, kleines Rädchen im Getriebe sein. Sie wollen etwas bewirken, ihre Fähigkeiten ausschöpfen und sich dadurch selbstverwirklichen. Besonders die in den letzten vier Jahrzenten Geborenen, sind relativ frei und sicher aufgewachsen: Weder Kriege noch Hungernot herrschten vor. Stattdessen durfte sie eine Schulbildung genießen und zusätzlich viele Vorteile der Globalisierung und Digitalisierung. Wer würde das schon nicht tun, wenn es die Umstände zulassen? Studieren, reisen gehen und viele neue, interessante Orte entdecken. Das war früher schlicht und ergreifend nicht möglich. Heutzutage locken Reiseveranstalter mit bezahlbaren „Around-the-World Tickets“ und Unis bieten immer mehr Studiengänge an. Zusätzlich gibt es immer mehr Jobs die sich ortsungebunden durchführen lassen

Warum also nicht alles miteinander verbinden? Arbeiten, flexibel sein und etwas Erleben. Das alles geht, wenn man weiß, wie. Die Angebote steigen, die Möglichkeiten ebenfalls und dadurch auch die Nachfrage. Menschen wollen erkunden, wollen etwas Großes schaffen und sind neugierige Wesen. Liegt es da nicht auf der Hand, dass eine Generation wie diese, alles ausschöpft, was Ihnen geboten wird? Ein Umschwung wie dieser, hat aber auch Schattenseiten. Die Schulzeit endet für die Meisten mit 18 oder 19 Jahren. Danach wartet die Uni oder die Ausbildungsstätte, die meist mindestens drei Jahre in Anspruch nimmt. Dann wartet die Arbeitswelt auf einen, natürlich findet nicht jeder gleich das, was er auch sucht oder sich erwartet. Viele Unternehmen bieten nicht die Flexibilität und die Freiheiten, die sich junge Menschen aber wünschen. Der Trend geht aber glücklicherweise immer mehr in diese Richtung: Home Office, Sabbatical und Teilzeitstellen sind im Kommen. Es gibt jedoch auch viele Studienabbrecher, Zweitstudien die nach dem Erststudium folgen, und frühzeitige Wechsel in einen anderen Job. Viele wissen auch einfach nicht, was sie im Leben wollen. Die Schule hat strikte Lehrpläne und Zeitfenster und nicht jede Familie kann ihren Nachwuchs ausreichend „coachen“. Das Angebot ist groß und die Fähigkeiten und Interessen vielfältig. Selbstverständlich gibt es diejenigen, die schon als Kind wussten, was sie machen wollen und dies dann auch werden bzw. machen. Aber das ist nicht die Regel, denn nicht selten gibt es Menschen mit großem Potential, die sich in dieser Welt etwas Verlieren. Wohin mit dem ganzen Wissen? Wohin mit den ganzen Fähigkeiten? Jeder kennt die Midlife-Crisis, eine Phase in der Mitte des Lebens, die viele Menschen heimsucht. Zweifel tauchen auf, der Sinn des Lebens wird kritisch betrachtet und sorgt in vielen Fällen für eine neue Richtung im Leben. Die Quarterlife Crisis ist im Grunde genommen nichts anderes. Diese betrifft aber vor allem junge Menschen, die der Generation Y angehören. Wer kennt sie nicht, die Sinnkrise? Zweifel über Zweifel, ob das, was man macht, auch das ist, was man machen will? Bietet das Leben nicht mehr? Kann ich mich selbstverwirklichen? Was wollte ich schon immer im Leben machen? Wenn nicht jetzt, wann dann? Diese Altersgruppe will einfach mehr als nur Arbeiten und sich fortpflanzen. Das Leben und all seinen Facetten bietet so viel mehr. Wie jede Generation zuvor, will auch diese sich weiterentwickeln und Großes erreichen. Nicht nur funktionieren und liefern, sondern leben! Das ist die neue Generation, die Generation Y.

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