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Immobilien-Tycoon Günter Kerbler: Der Eco Tower

Es baut Wiens grünes Landmark Building: Immobilien-Tycoon Günter Kerbler stellt gerade das höchste Holzhochhaus der Welt mit 24 Etagen in der Wiener Seestadt Aspern fertig: das HoHo Wien. Der 84 Meter hohe grüne Tower, der neue Maßstäbe für den Bau nachhaltiger Gebäude setzen soll, wird 65 Millionen Euro kosten, Büros, Apartments, ein Hotel und den Holistic Health Club GATE 9 beinhalten. In den nächsten Monaten ziehen bereits die ersten Mieter ein, ein Run auf die einzigartigen nachhaltigen Büros mit ihrem gesunden Arbeitsklima setzt gerade ein. OOOM war beim Lokalaugenschein.

Georg Kindel8. Mai 2019 No Comments
günter kerbler ooom magazine

Wiens zukunftsweisendes Gebäude steht in Aspern: Bauherr Günter Kerbler setzt auf Holz – und wurde damit international zum Pionier des nachhaltigen Bauens.

Wir verbringen zumindest ein Drittel des Tages bei der Arbeit. Wir legen Wert auf ergonomische Stühle, auf gesundes Essen, auf Pausen dazwischen. Doch oft ist gerade das Umfeld, das uns umgibt – das Büro selbst –, alles andere als nachhaltig und gesund.

Kraftplatz. Immobilien-Tycoon Günter Kerbler will zeigen, dass es auch anders geht. Und setzt damit gleich weltweit neue Maßstäbe im nachhaltigen Bauen. In der Wiener Seestadt Aspern stellt Kerbler gerade das höchste Holzhochhaus der Welt, das HoHo Wien, fertig. Mit 84 Metern Höhe und 24 Etagen ist es nicht nur ein urbanes Landmark Building, sondern auch international ein Leuchtturmprojekt. Es zeigt, wie man mit dem Werkstoff Holz nachhaltige Wohn- und Bürotürme bauen kann, die Atmosphäre haben, ein gesundes Klima erzeugen und in denen arbeiten und leben Spaß macht. Zusammen mit Projektleiterin Caroline Palfy scheint Kerbler hier eine Erfolgsgeschichte der besonderen Art zu schreiben. Die ersten Mieter ziehen bereits ein, der Holistic Health Club GATE 9 baut gerade auf 1.500 Quadratmetern eine Gesundheits- und Fitness­oase mit Kardio-, Kraft- und funktionalen Geräten, Yogaklassen, Rückenschule und Wellnessbereich. Ein klares Statement für Innovation, Nachhaltigkeit und moderne Work-Life-Balance. Denn die Mieter sollen vor allem eines im HoHo: sich wohlfühlen.

Auch Kerbler zieht ins HoHo. Kerbler hatte immer schon ein Gespür für Trends und Erfolg und machte damit ein Vermögen. Er kaufte Banken, Hotels, Medien und Zinshäuser, brachte Firmen an die Börse und besaß zeitweise mehr als 1.000 Immobilien. Nun ist er wieder der Pionier, der in einem Metier neue Maßstäbe setzen will, mit dem man ihn sonst nicht unbedingt in Verbindung bringen würde: der Nachhaltigkeit. Als klares Statement, wie ernst er es damit meint, zieht Kerbler – der sonst mit seiner Holding nie außerhalb des ersten Bezirks im Herzen der Wiener Innenstadt residierte – mit seinem gesamten Team und verbundenen Firmen wie cetus Baudevelopment in die Business-Stockwerke des HoHo Wien.

Holz und viel Glas. Wer in den modernen, grauen Drehstühlen im HoHo Platz nimmt und einen Rundumblick wagt, sieht nur Holz und überdimensionale Glasfenster, die eine Atmosphäre schaffen, in der man sofort arbeiten und leben möchte. Decke und Wände sind aus naturbelassenem Fichtenholz, der Boden im Musterbüro flauschig grau. „Für jeden Arbeitsprozess soll es ja die perfekte Umgebung geben“, sagt Günter Kerbler, „und ich war immer schon der Meinung, dass Holz atmosphärisch einzigartig ist. Im HoHo können wir alle Annehmlichkeiten unseres Inhouse-Nutzungskonzepts genießen.“

Grüne Oase. Die Fensterfronten im HoHo gehen im Businessbereich meist bis zum Boden, was einen unglaublichen Blick auf die Seestadt ermöglicht, die in den nächsten Jahren zur grünen Oase Wiens werden soll. Der künstlich angelegte See ist fertig und vermittelt schon jetzt im Frühling ein Urlaubsgefühl, das man sonst nur in mediterranen Städten hat. Diese Lebens- und Arbeitsqualität findet man in einer Millionenstadt sonst kaum. Holz als Naturprodukt gewinnt immer mehr an Relevanz, auch im Städtebau.

Work-Life-Balance. Wer heute Topmitarbeiter in sein Unternehmen holen und sie an dieses binden will, muss auch ein perfektes Arbeitsumfeld bieten. Das HoHo Wien umfasst servicierte Co-Working-Spaces und Großraum-Einheiten ebenso wie ein Hotel, Restaurant und Apartments, die für einige Monate gemietet werden können. Dem Trend, Holz verstärkt als gleichwertigen Baustoff im urbanen Raum zu nutzen, folgen mittlerweile auch zahlreiche Großstädte wie Paris, London oder Vancouver. „Wohnen mit Aussicht ist genauso beliebt wie ein Arbeitsplatz in luftigen Höhen. Der gemeinsame Nenner liegt im Gefühl von Individualität und einem Stück Freiheit. Beim HoHo Wien verleihen die sichtbaren Holz­oberflächen eine besonders gemütliche Atmosphäre“, so Caroline Palfy, Projektleiterin des Holzhochhauses.

130 Millionen Investition. Das HoHo Wien umfasst insgesamt fünf Baukörper zwischen sechs und vierundzwanzig Geschoßen. Die angewandte Holz­hybridbauweise setzt jedes Material so ein, wie es am besten den Anforderungen an Statik, Brandschutz und Raumqualität entspricht. Der Holzbauanteil liegt ab dem Erdgeschoß bei rund 75 Prozent. Neben dem HoHo Wien realisiert die Kerbler Holding auch den Seeparkcampus Ost, ein Bürogebäude und ein Wohnprojekt. Das Gesamt­investitionsvolumen für alle Projekte zusammen beträgt rund 130 Millionen Euro.

Starke Nachfrage. Nach zwei Jahren Bauzeit wird der Gebäudekomplex gerade fertiggestellt, die ersten Mieter ziehen bereits ein. 19.500 Quadratmeter Mietfläche wird das HoHo Wien insgesamt haben. Die Nachfrage ist groß, Kerbler bei der Wahl der Mieter wählerisch: „Wir wollen Unternehmen im Haus haben, die das Konzept auch verstehen.“

In einem Büro aus Holz zu arbeiten hat eine ganz andere Qualität als zwischen Betonwänden und komplexen Metallkonstruktionen. Die Fichtenholz-Büro- und Gewerbeflächen sind weltweit einzigartig, ebenso das gesunde Raumklima. „Das Büro der Zukunft“, so ist Günter Kerbler überzeugt, „ist hochmodern und trotzdem nachhaltig.“

„Das gesamte Holz, das hier verwendet wird“, weiß Kerblers Marketingchefin Romana Hoffmann, „ist in nur einer Stunde und 17 Minuten in den Wäldern Österreichs nachgewachsen. Wir verwenden PEFC-zertifiziertes Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung.“

Wirtschaftszentrum. Auch das Umfeld der Seestadt ist einzigartig. Am multifunktionalen Standort Aspern entsteht ein pulsierendes Wirtschaftszentrum im Grünen, direkt am See. Wer ins Zentrum Wiens fahren möchte, benutzt schon jetzt die unmittelbar angrenzende U-Bahn-Station Seestadt und steigt in nur fünfundzwanzig Minuten in der Innenstadt aus.

Ein Holzhochhaus? Wer Günter Kerbler kennt, hätte mit vielem gerechnet, aber wohl nicht damit, dass er das höchste Holzhochhaus der Welt baut. Wobei: Der Multiunternehmer schwimmt gerne gegen den Strom. Er investiert, wenn sich kaum jemand an ein Projekt wagt. Kerblers Gespür für erfolgreiche Projekte hat ihn die letzten Jahrzehnte zu einem der größten Immobilien­investoren Österreichs und zu einem internationalen Player gemacht.

1,5 Milliarden wert. Bereits in den 1980er-Jahren legte der smarte Unternehmer den Grundstein für sein Immobilienimperium. Er kaufte sein erstes Zinshaus, verkaufte es um das Doppelte weiter und gründete 1988 seine erste Immobilienfirma. Ab den 1990er-Jahren gehörte er zu den größten Immobilieninvestoren des Landes. 2001 rief er mit seinem Partner Johann Kowar die conwert Immobilien Invest AG ins Leben, die ein Jahr später bereits an der Börse notierte. Der Fokus lag auf dem Kauf, der Sanierung und Vermietung von Altbau-Wohnungen. Zeitweise besaß die conwert mehr als 1.000 Objekte im In- und Ausland und war 1,5 Milliarden Euro wert. Bis 2007 war Kerbler Vorstandsvorsitzender der conwert, nach drei Bypass-Operationen warf er aus gesundheitlichen Gründen das Handtuch. 2009 verkaufte er schließlich seine Anteile und stieg im Jahr darauf ganz aus der conwert aus. Er gründete die Kerbler Holding mit Sitz in Wien, in der er seine Aktivitäten bündelte.

Heute lebt der Unternehmer bewusster und gesünder als damals. Er meditiert und genießt die Natur, so oft er kann. Mit dem HoHo Wien beweist Günter Kerbler vor allem eines: dass er nach wie vor den richtigen Riecher für die großen Themen der Zukunft besitzt.

www.hoho-wien.at

Fotos: Roland Unger

8. Mai 2019