Arts & Design

Hermann Rastorfer: Ein Monolith im Brei der Kunstszene

Seine ikonischen Designs prägten die europäische Werbeszene wie Milton Glasers Werk die amerikanische: Die Zürcher Galerie Gmurzynska widmet Hermann Rastorfer im Bank Austria Kunstforum Wien eine einzigartige Retrospektive seines künstlerischen Schaffens.

Redaktion21. September 2022 No Comments

Als Künstler prägte seine Kreativität jahrzehntelang die Kommunikation großer globaler Marken wie Ferrero, Deutsche Bundesbahn oder Böhringer Ingelheim. Auch heimischen Marken wie Humanic hat er seinen unverwechselbaren Stempel aufgedrückt.

Hermann Rastorfer (1930–2009) prägte die Werbe- und Kreativlandschaft mit ikonischen Designs. Die Volkswagen-Kampagne „Einen VW müsste man haben“ zählt zu den genialen Werbungen der 1950er- und 1960er-Jahre, die viele Kreative inspirierte. Ab den 1970er-Jahren widmete sich Rastorfer der Kunst, schuf Zeichnungen, Gemälde und Skulpturen, die seitdem in Ausstellungen von Peking bis Salzburg zu sehen sind. Seine Bronzeskulpturen, die in der Tradition von Rodin und Maillol stehen, sind roh, markant, ausdrucksstark, aber trotzdem auf die Figuration ausgerichtet.

Jetzt widmet die Zürcher Galerie Gmurzynska Rastorfer eine umfassende Werkschau im Bank Austria Kunstforum Wien, die noch bis 22. September 2022 im Ausstellungshaus auf der Freyung zu sehen ist. Bei Hermann Rastorfer sind die Grenzen zwischen Kunst und Design fließend, beide Bereiche stehen im Dialog miteinander.

„Hermann Rastorfer ist einer der bekanntesten Designer. Generationen hielten von ihm gestaltete Produkte in den Händen. Noch heute gehen viele Designs auf seinen Ursprung zurück. Die Ausstellung ist ein spannender Parcours zwischen angewandter Kunst und sogenannter Hochkunst“, sagte Bank-Austria-Kunstforum-Wien-Direktorin Ingried Brugger bei der Eröffnung.

Ein Monolith aus dem Brei der Kunstszene.

„Als Universaltalent sticht Hermann Rastorfer wie ein Monolith aus dem Brei der gesamten Kunstszene heraus. Sein Weltbild reicht in die Nachkriegszeit zurück und er inspirierte sich an Pablo Picasso. Mein Vater war ein Renaissance-Mensch, der seine Kunstkarriere in der Malerei und Zeichnung entwickelt hat“, so Galerist Mathias Rastorfer (Galerie Gmurzynska).Die Ausstellung zeigt das Zusammenspiel aus Design, Grafik und Kunst.“

Rastorfer war Maler, Zeichner, Bildhauer, Erfinder, Architekt und Grafiker. Seine künstlerische Inspiration reicht zurück bis in die Antike mit zeitlosen Themen wie der griechischen Mythologie. Auch die Darstellung der menschlichen Anatomie war ein Thema, dem er sich unermüdlich näherte, auf klassische Weise mit der Studie Ecce Homo. „Versteht man unter Expressionismus jene künstlerische Ausdrucksform, die das Innerste nach außen kehrt, und die in der sichtbaren Körperhülle das auszudrücken vermochte, was sich unsichtbar im Inneren verbirgt, dann zögere ich keinen Augenblick, Hermann Rastorfer als einen Expressionisten der eigenständigen Art zu bezeichnen und aufrichtig zu loben“, so die Kunstkritikerin und Autorin Christiane Vielhaber.

OOOM-TIPP: Hingehen. Ansehen.

Die Galerie Gmurzynska gilt als eine der weltweit führenden Galerien für die Klassische Moderne. Im Bank Austria Kunstforum Wien zeigt sie bis zum 22. September 2022 eine umfassende Werkschau von Werbeikone und Künstler Hermann Rastorfer. Die Retrospektive kontrastiert sein künstlerisches Schaffen mit seinen modernen, ikonischen Designs, die die deutsche Werbelandschaft des zwanzigsten Jahrhunderts bis heute prägen.

21. September 2022