Inspiration

Hanf. Ein Milliardengeschäft steht in den Startlöchern

Schon 3000 vor Christus wurden in Taiwan Produkte der Hanfpflanze als Heil­mittel für die unterschiedlichsten Beschwerden verwendet. Bis vor 60 Jahren war es völlig normal, Hanf anzubauen. Dann wurde es verboten. Jetzt feiert die Pflanze ihr fulminantes Comeback – was auch gesellschaftliche Auswirkungen hat. Immer mehr Prominente bekennen sich dazu, schon mal gekifft zu haben.

Gerald Schwarzinger4. Juli 2017 No Comments

Sie tun es.

Lady Gaga tut es. Auch Hugh Hefner tut es. Rihanna tut es sowieso. Bryan Cranston tut es auch (wobei wir es bei Heisenberg gar nicht vermutet hätten). Und selbst Bill Clinton gibt zu, es schon getan zu haben. Seit in verschiedenen Bundesstaaten der USA Cannabis legalisiert wurde, bekennen sich immer mehr Prominente – ob Showstars, Schauspieler, Milliardäre, Zeitungsmogule oder Politiker – dazu, schon einmal gekifft zu haben. Andere wie Rapper Snoop Dogg behaupten gar, täglich zu kiffen, aber wen überrascht das bei einem Rapper schon.

Bei einem Meeting in Kalifornien mit Vertretern eines Technologie-Unternehmens, dem CEO, CFO und zwei Sales-Mitarbeitern, wurde ein Joint in der Runde herumgereicht. Ich war verblüfft, dass dies auch in Geschäftsmeetings üblich scheint. Wir sind hier nicht in einer Miniklitsche am Stadtrand. Wir sind im 12. Stockwerk des Headquarters eines Millionenunternehmens. Und das ist hier anscheinend Alltag. Ist die USA den Europäern einen Schritt voraus? Oder passieren hier Dinge, die wir uns in Europa nie wünschen sollten?

Seit ein US-Höchstgericht entschieden hat, dass jeder Staat selber entscheiden kann, wie mit Marihuana umgegangen wird, haben vier Staaten – Alaska, Oregon, Washington und Colorado – daraufhin den Handel gänzlich erlaubt. Viele andere Staaten haben sich entschieden, den Konsum und Besitz straffrei zu stellen oder bei medizinischer Notwendigkeit den Konsum zu erlauben.

Milliardenmarkt. Peter Thiel, einer der ersten Investoren von PayPal und Facebook, hat die Zeichen der Zeit erkannt und einen zweistelligen Millionenbetrag in Marihuana-Start-ups investiert. Sein Traum ist eine Franchisekette: Was Starbucks für Kaffee ist, sollen seine Shops für Marihuana werden. Die Branche müsse weg vom alten Schmuddelimage und stattdessen starke Marken mit ansprechenden Produktverpackungen aufbauen. Dazu kaufte Peter Thiels Fond auch Anteile an der Privateer Holdings, einen auf die Cannabisindustrie spezialisierten Finanzinvestor aus Seattle – dieser hat bereits 82 Millionen Dollar eingesammelt. Auch wurde ein Deal mit den Erben des verstorbenen Reggae-Sängers Bob Marley abgeschlossen: Für 30 Jahre darf die Firma die Marke nutzen, um einen globalen Marihuana-Brand aufzubauen. Der Name dafür: „Marley Natural.“ Die ersten Produkte sind bereits seit 2016 im den Handel. Und boomen.

Auch Internetplattformen wie beispielsweise Leafly boomen bereits: Kiffer können sich gegenseitig über die optimale Qualität und das beste Preis-Leistungs-Verhältnis von legalem Marihuana austauschen. Auch nach Uruguay wird intensiv expandiert. Dort ist bereits seit 2013 Marihuana als Rauschmittel komplett legalisiert. Die kanadische Regierung hat ähnliche Pläne angekündigt.

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