Inspiration

Hanf. Ein Milliardengeschäft steht in den Startlöchern

Schon 3000 vor Christus wurden in Taiwan Produkte der Hanfpflanze als Heil­mittel für die unterschiedlichsten Beschwerden verwendet. Bis vor 60 Jahren war es völlig normal, Hanf anzubauen. Dann wurde es verboten. Jetzt feiert die Pflanze ihr fulminantes Comeback – was auch gesellschaftliche Auswirkungen hat. Immer mehr Prominente bekennen sich dazu, schon mal gekifft zu haben.

Jessica Schreckenfuchs4. Juli 2017 No Comments

Hanf in der Bauwirtschaft.

Hanf ist aus der Baubranche nicht mehr wegzudenken. Seine hohe Reißfestigkeit und die geringe Feuchtigkeitsaufnahme sind hervorragende Eigenschaften zum Bauen. Beton kann durch den Zusatz von Hanffasern seine Festigkeit erhöhen. Verdichtete Baudämmplatten bieten Schall- und Trittschutz sowie hervorragende Dämmeigenschaften. Bei der Herstellung dieser Produkte aus Hanf wird nur wenig Energie benötigt.

Hanf in der Textilindustrie.

Da weder beim Anbau noch bei der Ernte und Verarbeitung schädliche Chemikalien eingesetzt werden müssen, kommen Hanf-Textilien giftfrei auf die Haut. Das macht Bekleidung aus Hanf auch für Allergiker empfehlenswert. Da die Produktivität von Hanf noch nicht ganz mit Baumwolle gleichzusetzen ist, muss für Textilien aus Hanf noch etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden. Dies wird sich aber sicherlich bald ändern.

Hanf als Rauschmittel.

In vielen Ländern der Welt ist Cannabis eine häufig konsumierte Droge. Ob ein Rauschmittel legal oder illegal ist, entscheidet der Gesetzgeber. Das in der Pflanze enthaltene THC beeinflusst das Zentralnervensystem des Menschen. Es ist vorrangig für die entspannende und beruhigende Wirkung verantwortlich. Die Pflanze wird dazu in folgende Formen weiterverarbeitet:

Haschisch: Das gepresste Harz der Hanfpflanze wird geraucht oder in Fett gelöst, zur Zubereitung THC-haltiger Getränke und Speisen verwendet.

Haschischöl: Das mit Lösungsmitteln aus der Pflanze extrahierte Öl (das im chemischen Sinne allerdings kein Öl ist, sondern relativ reines THC) wird verdampft und eingeatmet, mit Tabak vermischt, auf Papier geträufelt und gelutscht, geraucht oder zur Zubereitung THC-haltiger Getränke und Speisen verwendet (THC-Gehalt bis zu 80 %).

Marihuana: Die getrockneten unbefruchteten weiblichen Blütenstände, mit oder ohne Blätter, werden geraucht (THC-Gehalt zwischen 0,6 % in Polen und 12,7 % in England und Wales).

Die Wirkungen von Cannabis können je nach Person, momentaner körperlicher und psychischer Verfassung sowie Wirkstoffanteil des Produkts sehr unterschiedlich sein. Meist wird von einer Intensivierung des Gefühlslebens gesprochen, einem positiven Lebensgefühl und der innigeren Verbundenheit mit vertrauten Personen berichtet. Möglich sind aber auch eine intensivere Erfahrung mit gerade aktuellen Emotionen des Konsumenten wie Angst, Traurigkeit und Misstrauen. Körperliche Auswirkungen sind gerötete Augen, Mund- trockenheit, gesteigertes Hungergefühl, Erhöhung des Pulses sowie eine Senkung des Blutdrucks. Eine Überdosierung ist nach derzeitigem Wissensstand kaum möglich.

4. Juli 2017