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I did it my way

Frank Sinatra war ein Star der Filmwelt, ein begnadeter Sänger und Entertainer, der mit seiner warmen, charismatischen Stimme Millionen begeisterte. Als Rat Pack prägte er zusammen mit Dean Martin und Sammy Davis Jr. die goldenen Jahre Hollywoods. Was wenige wissen: Ol’ Blue Eyes war auch ein begnadeter Koch. OOOM blickt hinter die Kulissen seiner privaten Küche. Und kocht mit Chefkoch Lorenzo Dimartino von der Cantinetta Antinori sein Lieblingsgericht nach.

DEBORAH HEISS 26. Juni 2018 No Comments

Der legendäre Madison Square Garden in New York, irgendwann im Jahr 1974. In der Mitte des Saales steht eine beleuchtete quadratische Bühne, auf der sonst Boxkämpfe stattfinden. Auch Muhammad Ali hat hier schon seine Gegner k. o. geschlagen. Im hellen Scheinwerferkegel steht ein älterer Mann im schwarzen Smoking mit übergroßer Masche, das graue Haar korrekt zurück gegelt, und richtet das Kabel seines Mikrofons zurecht. Der Saal ist bis auf den letzten Platz gefüllt.

And now the end is near. Die Band stimmt die ersten Töne an, tosender Applaus setzt ein. Denn spätestens jetzt ist jedem klar: Es kommt die Lebensbeichte eines Mannes, der mit seiner warmen, sonoren Stimme schon zu Lebzeiten zur Legende wurde. „And now the end is near …“, singt Frank Sinatra die erste Textzeile seines größten Hits, der Madison Square Garden tobt.

Goldene Ära. Es war eine goldene Ära, eine Ära der großen Namen wie Dean Martin, Sammy Davis Jr., Shirley MacLaine und Liza Minnelli, deren Filme Amerika und die Welt zum Lachen, aber auch zum Weinen brachten. Es war die Zeit der großen Stars und des Aufbruchs, des glitzernden New Yorks der koketten Damen in ihren wunderbaren Abendkleidern und der charmanten Herren im dunklen Anzug, des Flanierens auf der mondänen Fifth Avenue, der smarten Drinks und der zelebrierten Diners an den Hotspots der pulsierenden Stadt. Aus den Boxen tönte Jazz . Gerne möchte man für einen Moment eintauchen in diese schillernde Ära.

Frank Sinatra war eine Ikone, und auch seine angebliche Nähe zur Mafia konnte seiner weltweiten Popularität nicht schaden. Erfolg in der Musik geht häufig einher mit einer großen Leidenschaft für das Leben, mit der Freude an den schönen Dingen und dem Genuss. Ein köstliches Glas Wein und gutes Essen gehörten bei Sinatra zum Lebensstil. Er liebte kleine, unbekannte Restaurants und auch die eigene Küche als Rückzugsort, vor allem aber das mediterrane Lebensgefühl und die italienische Art des Kochens.

Ol’ Blue Eyes, wie ihn seine Fans nannten, wuchs in den 1920er-Jahren in New Jersey als Sohn italo-amerikanischer Einwanderer auf und beobachtete seinen Vater Marty und seine Mutter Dolly häufig bei der Kreation diverser Pasta-Saucen.

Diese Liebe setzte sich auch während seiner Karriere fort, wo er nach den Gigs in Lokalen wie „Patsy’s – Italian Restaurant“ in New York, dem „Caesars Palace“ in Las Vegas oder „Matteo“ in L.A. mit seinen Freunden Sammy, Dean, Shirley oder Lauren abhing. Im „Piero´s“ in Las Vegas, saß er allzu gerne im privaten Dinnerbereich bei Ossobuco, Pollo Vesuvio und einem Glas Jack Daniels. Das Restaurant diente unter anderem auch Martin Scorsese als Location für seinen Film „Casino“.

In Rom gehörten die berühmten Fettuccine im Alfredo della Scrofa zu den abendlichen Treffen mit den Stars der Cinecittà wie Sophia Loren und Claudia Cardinale dazu.

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