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Ja, es gibt eine Aura, Karma, Wunder, Übersinnliches und eine transzendentale Welt

Prof. DDr. Johannes Huber gilt als einer der führenden Hormonexperten Europas. Vor seiner Karriere als Mediziner war er 11 Jahre lang engster Mitarbeiter des Erzbischofs von Wien, Franz Kardinal König. Als Wissenschaftler und Bestsellerautor hat er Weltgeltung erlangt. Nun hat Johannes Huber ein Buch veröffentlicht, das niemand von ihm erwartet hätte.

Georg Kindel26. April 2017 No Comments

Johannes Huber im Gespräch mit den OOOM-Herausgebern Christina Zappella-Kindel und Georg Kindel.

Sie zitieren in Ihrem Buch auch Amy Wagers von der Harvard University, deren Mäuse-Experiment zeigt, dass, wenn man den Blutkreislauf von alten und jungen Mäusen kombiniert, die alten Mäuse eine Verjüngung erfahren und die jungen Mäuse sehr schnell altern. Wäre das auch in Zukunft für den Menschen denkbar?
Das Nabelschnurblut ist natürlich interessant, und dass man die Faktoren teilweise schon kennt, die im jungen Blut vorhanden sind, wie zum Beispiel die Fibroblasten growth factor 21. Das ist bereits Faktum und das macht das Ganze natürlich schon realistisch. Es ist ja auch ein alter Mythos der Menschheit, dass man durch jugendliches Blut sich selbst regeneriert. Diese Studien zeigen, dass da etwas dran ist.

Haben Sie als Arzt je Spontanheilungen erlebt?
Die erlebt jeder. Das ist zwar nicht die Regel, aber sie kommen vor. Man weiß auch, dass das vegetative Nervensystem Wunder vollbringen kann. Auf der anderen Seite kann man auch die Hypothese intellektuell redlich vertreten, dass es unter Umständen eine extraterrestrische Intelligenz gibt, die versucht, in unseren Naturgesetzen, die für uns die wichtigsten sind, Lücken zu finden. Um durch diese Lücken hindurch zu agieren. Auch das wäre theoretisch möglich.

Glauben Sie, dass wir alleine sind im Universum oder dass es da draußen noch etwas gibt?
Wenn man an Gott glaubt, dann glaubt man nicht, dass man alleine ist. Dann muss der ja irgendwo sein. Aber natürlich nicht im fassbaren Universum.

Hat die Psyche einen erheblichen Einfluss auf unsere Gesundheit und die Entstehung von Krankheiten?
Da gibt es mittlerweile schon gute Arbeiten dazu. Man kennt auch die Mechanismen, über die das abläuft. Der Nervus Vagus setzt einen Neurotransmitter frei, und dieser Neurotransmitter kann antiinflammatorisch (Anm.: entzündungshemmend) und auch antiangiogenetisch (Anm.: gegen Tumorzellen) wirken. Umgekehrt: Stress erzeugt Entzündungsmediatoren im Gehirn, und diese gehen dann an die mononukleären Zellen im Körper und bewirken dort wieder Böses.

Kann Kummer krankmachen?
Kummer macht krank. Und auch, dass Armut krank macht ist richtig.

Sie sagen in Ihrem Buch: Schutzengel sind denkbar. Wie muss man sich diese vorstellen?
Die Frage ist die: Gibt es eine Existenz ohne Zeit und ohne Raum und in Ruhemasse? Und die gibt‘s: die Photonen. Das heißt jetzt nicht, dass die Photonen Engel sind. Aber es gibt ein Äquivalent in der Physik. Und daher ist es intellektuell redlich, wenn jemand in weltanschaulichen Dingen, wo man ja naturwissenschaftliche Beweise nicht führen kann, sagt: Ich persönlich entscheide mich, dass es Engel gibt. Es gibt sogar in der Physik ein Äquivalent, also wieso sollte es im Glauben nicht auch so etwas geben?

Glauben Sie, sind wir Menschen mit dem Universum verbunden?
Das ist wahrscheinlich. Weil wenn die Energie unseren Körper beeinflusst – und das tut sie – dann kann man das nur mit Ja beantworten. Nur muss man aufpassen, dass man nicht sofort in die Astrologie hineingestoßen wird. Wobei ich auch da offener wäre, sage ich Ihnen. Denn warum sollen schwere Felder nicht auch unseren Körper beeinflussen? Das sind ja nichts anderes als schwere Felder und Gravitationsfelder, die von den Gestirnen ausgehen. Also ich kann mir das gut vorstellen, auch wenn es nicht mein Kompetenzgebiet ist. Man hat sich ja immer nur gewehrt, dass man aufgrund von astrologischen Konstellationen die Zukunft voraussagen kann. Obwohl Ex-US-Präsident Ronald Reagan gut damit regiert hat …

Und Frankreichs Ex-Präsident Mitterrand auch.
Eben. Elektrische Felder, Gravitationsfelder, beeinflussen zweifellos unsere Existenz.

Theologie zu studieren ist keine Kopfentscheidung wie Jus. Warum wollten Sie Theologie studieren?
Ich hatte einen wirklich sehr netten Religionslehrer, der einen animiert hat, und ich sage Ihnen auch seinen Namen, weil ich dazu stehe. Es war Hans Hermann Groër (Anm.: ehemaliger Erzbischof von Wien, der wegen einer Missbrauchsaffäre zurücktreten musste). Er hat mich für eine Idee fasziniert, nämlich, dass das Christentum permanent der Versuchung ausgesetzt ist, das Zentrum seines Glaubens, den Exilcharakter umzucodieren. Aber das Zentrale des Christentums ist die Tatsache, dass wir hier eigentlich nur in einem Exil leben. Ostern ist nichts anderes als eine Erinnerung daran, dass unser Tod nichts anderes ist als eine Gütertrennung. Man könnte das noch viel härter sagen: Ostern ist das große Fest der MA48 (Anm.: Müllabfuhr der Stadt Wien), das große Fest der Mülltrennung. Ein Teil wird entsorgt und ein anderer Teil kehrt zurück in den Hintergrund, von wo er ins Exil gekommen ist. Das ist der Grund, warum ich mich intensiver dafür interessiert habe.

26. April 2017