Magazin

James-Bond-Design

Seine Boote wirken, als wären sie einem 007-Film entsprungen: Der Wiener Konstrukteur und Designer Martin Mai entwirft fahrende Inseln, Sofa-Boote mit Joystick-Steuerung, futuristische Katamarane und neuartige Amphibienfahrzeuge. Nach über 200 Entwicklungen plant er nun seine innovativsten Wasserfahrzeuge unter der Marke PANAREA in Serie zu bringen.

Georg Kindel16. August 2017 No Comments

Sie tragen futuristische Namen wie Speed Needle und Spaceshuttle und würden perfekt in jeden James-Bond-Film passen, um 007 elegant durch wildes Wasser zu navigieren. Doch sie stammen nicht aus einer Hamburger Werft oder italienischen Designschmiede an der Riviera, sondern aus Wien-Liesing. Martin Mai, Bootsdesigner und -konstrukteur, entwickelt Schiffe, Boote und fahrbare Inseln, die mit nichts auf dem Markt vergleichbar sind. Über 200 innovative Wasserfahrzeuge in allen Größen hat er bereits entworfen, darunter völlig neue Konstruktionen, die eher an Raumschiffe oder Helikopter auf dem Wasser erinnern als an klassische Boote. 60 seiner Entwürfe hat Mai bereits gebaut, viele vorerst nur als Prototypen, die heute von Dubai bis zum thailändischen Phuket im Einsatz sind: „Sie sind auf der ganzen Welt verteilt.“

Fahrbare Insel. Sein neuester Wurf ist in der Mini-Version auf der Alten Donau in Wien zu sehen und zu mieten: die erste elektrisch fahrbare Insel, die man mit dem Joystick steuert und die er in Thailand auch bereits größer mit 10 Meter Länge und 7 Meter Breite gebaut hat: „Man kann Hotelsuiten ebenso wie ganze Häuser daraufsetzen, was die perfekte Lösung für Top-Hotels in Gebieten ist, wo man sonst nicht bauen darf, zum Beispiel wegen des Naturschutzes. Sie fahren mit der Insel einfach hin.“

Wassersuiten für Top-Hotels. Top-Hotels am Wasser können so in Spitzenzeiten exklusive Inselsuiten an den Strand stellen, deren Gäste jederzeit ablegen und in einsame Buchten fahren können. Das Bett liegt unter Wasserniveau und ist verglast: „So können sie die faszinierende Unterwasserwelt beobachten und beim Einschlafen die Fische vorbei schwimmen sehen.“

100 % autark und ökologisch. Beim Bau seiner Inseln und Boote legt Konstrukteur Mai großen Wert auf Nachhaltigkeit: „Die Inseln ebenso wie die Boote werden aus Öko-Composite gebaut. Wir verwenden in erster Linie den Strukturschaum aus PET-Flaschen als Upcyclingprodukt, Hanf, Leinen und Flachs. Der Strom kommt aus Solarenergie, die größeren Inseln funktionieren völlig autark: kochen, kühlen, entsalzen, fahren – alles rein elektrisch.“ Die 10 Meter lange und 7 Meter breite fahrbare Insel mit 60 Quadratmetern Nutzfläche kostet ohne Aufbauten nur rund 120.000 Euro, je nach Ausstattung und Design, als Apartment-Yacht dann entsprechend mehr: „Das ist weitaus billiger als jede klassische Yacht. Und wenn man nachrechnet, wie viel Zeit eine Yacht vor Anker oder im Hafen liegt, so sind das oft 99 Prozent. Also ist es gleich sinnvoller, etwas zu bauen, das fahren kann, aber extrem komfortabel ist und sicher am Wasser liegt.“

Fahrende Insel mit Joystick-Steuerung: Auf 60 Quadratmetern designt Mai individuelle Wohnstudios oder Hotelsuiten (Bild: griechischer Stil) mit Doppelbett unter Wasser und Sicht auf die Fische. Die Insel wird mit Solar­energie betrieben.

Raumschiffähnliche Limousine. Die Nachfrage nach Mais Entwicklungen ist groß, speziell auch nach dem Speed Needle, einem High-Speed-Katamaran, sodass Mai nun eine Serien­produktion starten will: „Fünf-Sterne-Hotels auf der ganzen Welt haben ganze Limousinenflotten von Mercedes bis Rolls Royce, um ihre Gäste auf der Straße adäquat zu chauffieren, aber auf dem Wasser fahren sie mit Booten, die oft vorsintflutlich und veraltet sind.“ Also hat Mai mit dem Speed Needle eine raumschiff­ähnliche Wasserlimousine entwickelt, mit denen Passagiere in luxuriösen First-Class-Sitzen bequem, schnell und komfortabel an ihr Ziel gebracht werden können. Bordservice bei Bedarf inklusive. Nachdem sich bereits die Oberoi-Gruppe für einen Großauftrag interessiert, scheinen auch andere Luxushotels nachziehen zu wollen. Das Schiff wird es in verschiedenen Größen und Ausstattungen geben. Das Speed Needle 37 ist 37 Fuß, also 11,30 Meter lang, 7,90 Meter breit und erreicht Geschwindigkeiten bis zu 40 Knoten. Als Zusatzausstattung wird das Speed Needle sich auch zusätzlich amphibisch fortbewegen und auf Strände fahren können, sodass die Passagiere direkt an Land aussteigen können.

HOTELKONZEPT DER ZUKUNFT:
AUF MARTIN MAIS MIT JOYSTICK FAHRBAREN INSELN
STEHT EINE 60-m2-LUXUSSUITE MIT GLAS­UMRAHMTEM
BETT UNTER DER WASSEROBERFLÄCHE,
VON DEM AUS SIE BEIM EINSCHLAFEN
DIE FISCHE VORBEI­SCHWIMMEN SEHEN KÖNNEN.

Neues Unternehmen PANAREA. Der innovative Designer aus Wien plant daher erstmals die professionelle weltweite Vermarktung seiner Entwicklungen und Konstruktionen mit einem neuen Unternehmen, in das er seine ganzen Entwicklungen, Entwürfe, Designs und Schiffskon­struktionen einbringen will. Unter der klingenden Marke PANAREA sollen die einzigartigen Boote und Schiffe ab 2018 hergestellt und global vermarktet werden, dazu sammelt Mai ab September Kapital von Investoren ein. Panarea, die nur 3,4 Quadratkilometer kleine Insel, die mit Stromboli, Lipari und Salina zu den Äolischen Inseln gehört, wo die Bulgaris, Casiraghis, Niarchos & Co. ihre versteckten Villen haben und Giorgio Armani regelmäßig mit seiner Yacht vor Anker liegt, steht für Exklusivität, Schönheit und Einzigartig­keit. Attribute, die auch Mais Schiffe und Inseln ausmachen sollen: „Wir werden mit Top-Designern die Suiten und das Interieur entwickeln. PANAREA steht nicht nur für technologische Innovation, sondern auch für Ästhetik und die Revolution der Fortbewegung im Wasser.“ PANAREA soll eine italienische Marke mit österreichischer Technologie werden, daher sucht Mai bereits in der Lagune rund um den Lido von Venedig nach einer passenden Werft für Design und Produktion: „Nach Venedig kommen Interessenten und Käufer gern, hier trifft sich am Lido die Filmwelt zu den Festspielen oder die Kunst- und Geldelite zur Biennale. Wer die veralteten Vaporetti und Wassertaxis in Venedig kennt, kann sich vorstellen, wie sehr wir mit unseren futuristischen Modellen von der ersten Sekunde an auffallen und sämtliche Blicke auf uns ziehen werden.“

Leave a Reply