Inspiration

Jaromír Jágr – The Legend on Ice

Er ist eine Legende auf dem Eis und gilt als einer der besten Offensivspieler aller Zeiten. OOOM sprach mit der tschechischen Eishockey-Legende, nach dem sogar ein eigener Haarschnitt benannt wurde, über vier Jahrzehnte auf dem Eis, den Einfluss seiner Familie, Inspiration – und warum es wichtig ist, an Gott zu glauben.

Marika Sokol26. April 2017 No Comments
FOTO  ZDENĚK ZATLOUKAL

Er war gerade einmal drei Jahre alt, als er das erste Mal auf Eislaufschuhen stand. Zu dieser Zeit wusste Jaromír Jágr noch nicht, dass er einige Jahre später einer der erfolgreichsten und bestverdienenden Eishockeyspieler der Welt sein wird.

Herr Jágr, wann haben Sie das erste Mal gespürt, dass Hockey Ihr Leben sein wird?
Als ich klein war und das erste Mal zu spielen begann. Als kleiner Junge dachte ich natürlich nicht darüber nach, dass mich Eishockey eines Tages ernähren kann.

Wie schafft man es, ein Weltstar auf dem Eis zu werden?
Indem man mehr gibt als alle anderen. Ich hatte den Willen und den Glauben an mich. Und ich habe andere übertroffen, die noch talentierter waren. Aber die Grundlage aller meiner Erfolge war und ist meine Familie. Mein Vater brachte mich zum Hockey und hat damit ins Schwarze getroffen.

Wie haben Sie Ihre Kindheit in Tschechien erlebt?
Meine Eltern haben sich für mich aufgeopfert. Sie schufen die Rahmenbedingungen, damit ich mich ausschließlich auf Eishockey konzentrieren konnte, was damals nicht leicht war. Darüber hinaus musste ich viel am Hof meiner Eltern arbeiten. Das war sehr hart, aber wichtig und gut. Denn ohne harte Arbeit kann man auch nichts erreichen.

Sie verbringen Ihre Saisonpausen überwiegend in Tschechien, reisen aber sehr viel und leben in Amerika. Wo fühlen Sie sich eigentlich zu Hause?
Ich bin viel gereist und habe in den letzten Jahren sehr viel gesehen und erlebt. Ich arbeite nun seit 25 Jahren in Amerika, was ich mit vielen schönen Momenten verbinde. Und wenn ich an Russland denke, denke ich an starke Menschen und ich fühle, dass dort der Glaube an Gott intensiver für mich ist. Aber ich fühle mich immer noch zu Hause am wohlsten, wo ich meine Familie und meine Freunde habe. Und solange meine Eltern noch leben, werde ich nirgendwo anders zu Hause sein.

Glauben Sie an Gott?
Ich bin ein orthodoxer Christ und Glaube ist ein wichtiger Teil meines Lebens. Er hilft mir vieles zu bewältigen. Zum Beispiel den Prager Frühling 1968, wo meine beiden Großväter ums Leben kamen. Seitdem trage ich die Nummer 68 in der National­mannschaft. Ich wäre ein Narr, wenn ich nicht bewusst Geschenke und Gefühle annehmen würde, die mir mein Glaube bringt.

Woraus schöpfen Sie Ihre Kraft und Inspiration?
Wir sind nicht mehr in der Lage, uns selbst und andere zu hören, und das sollten wir mehr tun. Innerer Frieden und Gelassenheit gibt den Menschen Kraft und Energie. Das Leben kann so schnell vorbei sein und ich will es mit Gelassenheit genießen, frei von unnötigem Stress. Mein Hobby ist mein Beruf und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich jemals etwas anderes mache.

Fühlen Sie sich nie erschöpft?
Natürlich. Ich bin nach jedem Spiel völlig erschöpft. Aber hier hilft mir Meditation, sonst überträgt sich alles auf die Psyche. Ich ruhe in mir, und das ist wichtig.

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