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Kitzbühel: Juwel der Alpen

Kitzbühel ist der mondänste Wintersportort der Alpen. Zur Coronazeit rüstet sich die Urlaubsdestination mit zahlreichen Maßnahmen für die ungewöhnlichste Saison der letzten Jahrzehnte: Skifahren ab acht Uhr früh, eine eigene Gondel für jede Gastfamilie, ein Hightech-Testlabor und präventive Testungen sollen auch zu Covid-19-Zeiten einen unbeschwerten Urlaub ermöglichen.

CLAUDIA OHSWALD22. Dezember 2020 No Comments

Es wirkt so elitär wie Davos, so glamourös wie Courchevel, so mondän wie St. Moritz – und hat doch seinen ganz eigenen Charme, der den Ort mit seinen gerade mal 8.200 Einwohnern im Winter zur beliebten Urlaubsdestination von Gästen aus der ganzen Welt macht.

Kitzbühel vereint ­Tradition, Lebenslust und Tiroler Gastfreundschaft. Zwar gibt es hier kein Weltwirtschaftsforum oder Olympische Spiele. Doch selbst in Saisonen wie dieser, wo das Hahnenkammrennen nicht in der üblichen Form stattfinden kann, wo legendäre Feste wie die Weißwurstparty beim Stanglwirt in Going längst abgesagt werden mussten, strömen Touristen in die Alpenstadt, um diese einzigartige Melange aus Sport, Wellness, Glitzer und Lifestyle zu erleben. Arnold Schwarzenegger ist Stammgast ebenso wie Starkoch Alfons Schuhbeck, DJ Ötzi oder deutsche Schauspieler wie Heiner Lauterbach. In den Schaufenstern dominieren luxuriöse Marken ebenso wie Kitzbüheler Mode-Originale wie Sportalm, Frauenschuh, Franz Prader oder Helmut Eder. Dieses Jahr wird vieles anders. Doch der Optimismus ist trotzdem in ganz Kitzbühel zu spüren.

Die DNA von Kitzbühel. Ulli Ehrlich hat eine Hand für sportlich-glamouröses Design. Sie entwirft Oversized-Schals im Metallic-Look, Hoodies mit Retroprint und lässt ihre Models über Laufstege wie die der Berlin Fashion Week laufen. Im Vorjahr hat sie Sportalm, das Kitzbüheler Traditionsunternehmen, von ihrem Vater übernommen. Ein „Made in Austria“ sieht die Paradeunternehmerin als Verpflichtung an, die mit Damenmode, Trachten und Skibekleidung rund 58 Millionen Euro Umsatz macht. Und: „Wir lassen uns auch jetzt nicht unterkriegen!“ Bei Sportalm verbinden sich Internationalität und Regionalität: sportiver Glamour, zur DNA von Kitzbühel passend. „Lange Daunenmäntel, leicht oversized geschnitten, dazu passende, sportliche Leggings, Moonboots und ein flauschiges Obendrüber“, empfiehlt die Sportalm-Chefin. „Am Abend darf es auch ein Lederkleid sein“, so Ehrlich. Ihr persönlicher Kraftort ist auch in diesen Zeiten der Schwarzsee. Er liegt unweit ihres Hauses, von ihm sieht man alle Berge, die Kitzbühel ausmachen: den Wilden Kaiser, das Kitzbüheler Horn und den Hahnenkamm. Kitzbühel hat eine besondere Historie. Es hat außergewöhnliche Skifahrer zu jeder Zeit hervorgebracht. Pioniere, wie Anderl Molterer, Ernst Hinterseer oder Toni Sailer, machten die Kitzbüheler Alpen berühmt. Und dieses Gefühl spürt man nach wie vor.

Legendäre Streif. Die spektakulärste Abfahrt der Welt kann im Winter wie im Sommer bezwungen werden. Doch Vorsicht: Wer den Spuren der weltbesten Abfahrer folgt, sollte ein sehr geübter Skifahrer sein. Auf der „Familienstreif“ lässt sich etwas gemächlicher Weltcupluft schnuppern, spart sie doch die schwierigsten Passagen aus. Anfänger können sich auf der „Mini-Streif“ versuchen, einem Geschicklichkeitsparcours am Fuße der Hahnenkammabfahrt.

Abseits der Skipisten. Die Landschaft lässt sich aber auch herrlich zu Fuß erkunden. Man atmet die Ruhe der Natur, abseits der touristischen Hotspots. Wer das Unberührte sucht, verzichtet auf die modernen Liftanlagen und steigt bei Skitouren selbst auf. Gerade in Zeiten wie diesen ist der Weg hinaus ins Freie und die Sehnsucht, sich zu bewegen, so stark wie noch nie.

Von Tiroler Hut bis Haube. Auch kulinarisch vereint Kitzbühel alles, was man sich als Reisender erwartet: von heimischen Traditionsgerichten bis hin zu internationaler Gourmet-Küche. In den Hütten am Berg oder den Traditionswirtshäusern wartet bodenständige Kost, während in den Haubenlokalen die Kochelite exquisite Gaumenfreuden zaubert. Was im Alltag schwer fällt, gelingt in Kitzbühel mühelos: sich einfach treiben lassen, sehen, wohin der Tag führt. Kulisse für diesen unbeschwerten Zeitvertreib ist die Stadt selbst und für Wintersportler gibt es den Beweis, dass der Beiname „legendärste Sportstadt der Alpen“ wohlverdient ist.

22. Dezember 2020