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Lachyoga

Er lebt in einer Stadt, wo einem eher zum Weinen zumute sein sollte, und startete von dort eine globale Bewegung mit Tausenden Vereinen Gleichgesinnter in über 65 Ländern der Welt: Madan Kataria, Arzt aus Mumbai, ist der Begründer des Lachyoga und bringt seitdem Millionen Menschen weltweit grundlos und kollektiv zum Lachen. Lachen sorgt für mehr Gelassenheit, Stressabbau und Glück, weiß Kataria. Und das Beste daran ist: Jeder kann es ohne Übung.

Luisa Hezame12. Juni 2018 No Comments

Madan Kataria ist ein amüsanter Mensch. Dabei gibt es in Mumbai, wo er lebt, wenig zu lachen. 21 Millionen Menschen leben in der indischen Hauptstadt des Bundesstaates Maharashtra, viele davon in Slums. Die meisten Haushalte haben keine Abwasserversorgung, keinen Wasseranschluss, keine Kanalisation. Angesichts eines solchen Umfelds sollte einem eigentlich eher zum Weinen zumute sein.

Lustiger Vogel. Doch Kataria, im Nebenberuf Arzt, hat seine Leidenschaft längst zur Profession gemacht: Er ist der Begründer des Lachyoga, Initiator des Weltlachtags und gilt weltweit als erste Instanz in Sachen Lachen. Was als Hetz in einem Park in Mumbai begann, wo 1995 fünf Freunde grundlos zu lachen begannen und nicht mehr aufhören wollten, ist heute eine weltweite Bewegung geworden: mit Tausenden Lachyoga-Clubs in über 65 Ländern der Welt.

Hatha-Yoga als Basis. Kataria hat damals begonnen, sich intensiv mit den vielen positiven Aspekten des Lachens zu beschäftigen. Er verband erstmals Yogatechniken mit Lachübungen. Zunächst brachte er nur seine Frau Madhuri damit zum Lachen, doch als er merkte, dass die Methode funktioniert, gründete er den ersten Lachyoga-Club der Welt. Von Anfang an kombinierten die Katarias Elemente des klassischen Hatha-Yoga mit Lachübungen. Die richtige Atmung, Dehnung und spielerische Lachübungen sind dabei wesentliche Elemente.  Daraus entstanden spezielle Lachübungen.

Anfangs beginnen die Übungen mit dem klassischen „Ha ha ha“-Lachen, dem „falschen“ bzw. künstlichen Lachen. Doch wenn jemand lange genug lacht, so geht im weiteren Verlauf dieses in ein echtes Lachen über. Das Motto dabei: „Fake it, until you make it“.

Erst vor Kurzem wurde am 6. Mai wie jedes Jahr der Weltlachtag gefeiert. Kataria will damit einen Beitrag zum Weltfrieden leisten. Denn Lachen verbindet und wird weltweit verstanden, es funktioniert über alle Sprachen und Religionen hinweg – und allen geht es dabei gut. Herzhaft lachen kann im Grunde jeder Mensch.

Gelotologie. Die Gelotolo­gie, auch Lachforschung genannt, beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Lachens. Der Journalist, Norman
Cousins entwickelte sie in den 1960er-Jahren, als er bei einer schmerzhaften Erkrankung im Wirbelsäulenbereich feststellte, dass seine Schmerzen nachließen, sobald er lustige Filme sah und lachte. In seinem Buch „Der Arzt in uns selbst“ schildert er seine Erfahrungen und Erkenntnisse, womit er als Vorreiter in der Gelotologie einen wichtigen Grundstein für die heutige Lachkultur legte.

Lachnummer aus Wien. Ellen Müller hat täglich was zu lachen. Sie ist Madan Katarias Statthalterin in Wien und hat vor einigen Jahren begonnen, Lachyoga auch in Österreich zu verbreiten. Seitdem hat sie viele Menschen mit ihrem Lachen angesteckt. Mittlerweile gibt es über 300 Lachyogaübungen, die in der Gruppe praktiziert am lustigsten sind.

In einer Lachyogaeinheit werden unterschiedliche Bereiche trainiert. Tatsache ist, dass beim Lachen Stresshormone abgebaut und Glückshormone freigesetzt werden. Lachen wirkt also tatsächlich körpertherapeutisch, da sich neue Energien aufbauen. Es löst positive, freundliche Gefühle in uns aus. Der Blutdruck wird gesenkt, die Immunabwehr gestärkt, die Atmung vertieft. „Selbst besser denken lässt sich durch Lachyoga“, so Ellen Müller. Die Verdauung wird gefördert, Angst, Spannungen und Hemmungen werden abgebaut. Durch die Übungen wird eine heitere Grundstimmung erlangt, die sich auf alle Bereichen des Lebens auswirkt, besonders auf die Gesundheit:

• Der Körper wird verstärkt mit Blut und Sauerstoff versorgt (fördert die Durchblutung).

• Das Herz-Kreislauf-System wird angeregt (Reduzierung von Bluthochdruck).

• Eine Verbesserung der Lungenfunktion findet statt.

• Die Lebensqualität steigt aufgrund des steigenden Wohlbefindens.

• Verspannungen werden gelöst.

• Das Immunsystem wird gestärkt.

• Gelassenheit und Entspannung werden gefördert.

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