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Laurence Rupp: PAS DE DEUX

Sie lernten einander bei einem Märchendreh kennen, pendeln zwischen Berlin und Wien, vereisen am liebsten im Camper und verzichten trotz Kind auf den Trauschein: Laurence Rupp und Paula Schramm sind das neue Traumpaar des deutschsprachigen Films. OOOM gaben sie ihr erstes Doppelinterview, seit sie einander vor zehn Jahren kennen und lieben lernten: über Fernbeziehung, Liebe vor der Kamera, starke Egos - und warum er anfangs gar nicht ihr Typ war. Josef Fischnaller setzte das Paar im Berliner Zoo Kino und im Bode-Museum für OOOM fotografisch in Szene.

GEORG KINDEL28. Mai 2021 No Comments

Am Anfang stand ein Märchen. Nicht metaphorisch, wie man meinen könnte, sondern tatsächlich in all seinem Kitsch. Es war die Geschichte der Gebrüder Grimm über einen Prinzen, dessen goldene Haarsträhne so leuchtet, dass eine Prinzessin ein Auge auf ihn wirft. In „Der Eisenhans“, im Sommer 2011 auf den Burgen Finstergrün und Rapottenstein in Österreich verfilmt, rettet der junge Prinz des Königs Leben und darf deshalb die Prinzessin zur Braut nehmen. Happyend. Ein Märchen eben.

Anziehung. Den Prinzen verkörperte Laurence Rupp, damals 24, die Prinzessin Paula Schramm, 22 und eine aufstrebende Jungschauspielerin aus Potsdam. Keinem Hollywood-Publicist würde man diese Geschichte als Beginn einer realen Lovestory abnehmen. „Wir trafen uns zum ersten Mal bei der Leseprobe in Wien und da war sofort eine Anziehung, die ich so nicht kannte“, erinnert sich Laurence Rupp an den Moment der ersten Begegnung. Paula übte sich anfangs noch in Zurückhaltung: „Ich fand Laurence irgendwie total cool, aber er entsprach zunächst mal gar nicht meinem Beuteschema.“ Pause. Nachsatz: „Er war sehr fesch, und ich dachte mir: Was soll ich mit dem Schönling?“ Bis dahin hatte die Berlinerin eine Schwäche für „ein bisschen schräge Typen, vielleicht nicht unfassbar schön, aber mit viel Humor. Ich dachte: Wenn der so hübsch ist, dann kann er ja nicht besonders gescheit sein“, lacht ­Schramm im OOOM-Gespräch. Ein Trugschluss, wie sich herausstellen sollte: „Als ich dann den ganzen Mensch so rundum kennenlernte, war ich hin und weg.“

Paula Schramm und Laurence Rupp sind ein Paar, das einen starken Eindruck hinterlässt. Beim OOOM-Fotoshooting im Berliner Zoo Palast-Kino und im Bode-Museum agieren sie souverän, professionell, spontan, herzlich. Für Fotokünstler Josef Fischnaller legen sie sogar ihre Outfits ab. Es ist das erste Doppelinterview, das sie seit Beginn ihrer Beziehung OOOM geben. Und es ist das erste große gemeinsame Fotoshooting, für das sie sich zur Verfügung stellen.

Laurence war überhaupt nicht mein Beuteschema. Ich dachte: wenn der so hübsch ist, kann er nicht besonders gescheit sein. (Paula Schramm)

Wie auf Schullandwoche. Als ihre Liebe begann, studierte Laurence Rupp gerade am Wiener Reinhardt-Seminar, hatte aber schon in etlichen Filmen mitgespielt. Er war schon damals, wie man ihm in der Branche beschied, ein echtes Talent. Sein Sohn Finn aus der Beziehung mit der Schauspielerin Sabrina Reiter war gerade vier Jahre alt: „Wir sind für den ‚Eisenhans‘-Dreh von Burg zu Burg gezogen, es war wie auf einer Schullandwoche: Du bist aus deinem Alltag rausgerissen worden, aus deinen Verpflichtungen. Wir hatten eine echt gute Zeit.“

Die realen Gefühle kamen auch den Rollen zugute: „Wenn eine gewisse Anziehung da ist, fällt es einem schon leichter, vor der Kamera zu schmusen“, weiß Laurence Rupp, „aber es ist trotzdem immer eigenartig, mit Menschen am Set intim zu sein.“ Und Paula Schramm ergänzt: „Die Vorstellung davon – wenn es nicht so wie bei uns Beruf ist – ist immer viel aufregender, als es dann tatsächlich ist.“ Daher gibt es auch keine Eifersucht, wenn der Partner intime Szenen zu drehen hat: „Wir sind da viel entspannter. Würde einer von uns etwas ganz Anderes machen, wäre die Fantasie wahrscheinlich viel größer. Liebesszenen sind technisch, da sind tausend Leute dabei und man denkt an vieles – nur nicht an Romantik.“ Eifersucht findet wenn, dann auf einer ganz anderen Ebene statt: „Dass er vier Monate am Stück mit dem Team und den Darstellern Zeit verbringt und man selbst sich kaum sieht“, so Schramm über die lange Abwesenheit während des „Barbaren“-Drehs. „Doch je älter man wird, desto entspannter ist man auch.“

28. Mai 2021