Arts & Design

Parov Stelar: Passion als Designer mit Style-Faktor

Parov Stelar, Weltstar des Electroswing, designt zusammen mit seiner Frau Lilja Bloom erstmals Möbel. Als STELARBLOOM entwarfen sie die Serie VOLTAIRE. Ihr erstes Produkt: Ein Tisch, der scheinbar schwebt. Im OOOM-Gespräch erzählt das Multitalent, was gutes Design ausmacht.

Georg Kindel2. August 2017 No Comments
Exquisites Möbeldesign aus dem Hause STELARBLOOM: Der 180 Kilo schwere Vollholztisch, der zu schweben scheint und beleuchtet ist, ist das erste Objekt, das sie für TRAPA entworfen haben.

Als Künstler sind beide Multitalente: Marcus Füreder, unter dem Pseudonym Parov Stelar ein Weltstar der elektronischen Musik, begeistert jedes Jahr hunderttausende Menschen auf seinen Live-Tourneen rund um den Erdball, von den USA bis Großbritannien. Über eine Million Fans folgen ihm auf Facebook. Seine Frau Barbara, als Lilja Bloom selbst Künstlerin, widmet sich neben der Musik – sie ist als Sängerin auf seinem neuen Album „The Burning Spider“ zu hören – auch der Malerei, der Mode und dem Design.

Von Lady Gaga bis Pro-Ject. Gemeinsam machten sie bereits mehrere Projekte für Lady Gaga, Lana del Rey, Frauscher-Boote oder Pro-Ject, nun gehen sie erstmals ins Möbeldesign und haben für TRAPA als Künstlerduo STELARBLOOM eine eigene Linie, VOLTAIRE, entwickelt.

Schwebender Designtisch. Das erste Produkt: ein exquisiter und sehr eleganter Designtisch. Kunst trifft Handwerk, geradlinig, massiv – der Tisch aus französischer Eiche für 10 Personen ist drei Meter lang und wiegt 180 Kilogramm – aber doch leicht im Ausdruck. Mit einer Innovation: Der Tisch ist auch Beleuchtungselement. Ein klares Statement. „Ich habe vor zwanzig Jahren meine erste Couch designt“, erzählt Parov Stelar im OOOM-Gespräch, „und es war irgendwie der logische Schluss, einmal Möbel zu entwerfen. Ich fand es großartig, einmal Urlaub von Parov Stelar zu nehmen und gemeinsam mit meiner Frau etwas organisch zu entwickeln. Wir wollten Licht in den Tisch integrieren und stellten fest, dass es diese Kombination eigentlich nicht gibt. Durch die Einbindung wirkt es, als würde die Tischplatte schweben.“

Inspiration dazu fand er in seinem eigenen Haus in Mallorca: „Wir haben im Haus Treppen, die indirekt durch LEDs von unten beleuchtet sind. Eines Abends sind wir gemütlich zusammengesessen und ich dachte mir: Das sieht eigentlich aus, als würden die Stufen schweben. In diesem Moment sah ich die Tischplatte vor mir und wusste: Diesen Effekt müssen wir auf den Tisch umlegen.“ Vor einem halben Jahr nahm das Projekt VOLTAIRE Fahrt an. Der erste Prototyp wurde gebaut. „Mir war wichtig, dass er massiv ist und einen guten Stand hat, gleichzeitig durch das Licht aber leicht wirkt und man keine Kabeln sieht. Das Licht wird mit Akkus betrieben“, erzählt Füreder über die Entwicklung. Sowohl er als auch seine Frau designen die Möbel am Computer mit Photoshop selbst.

Giraffen-Prints. Seine ersten Designversuche vor fast zwei Jahrzehnten waren noch ziemlich extravagant: „Ich habe damals begonnen mit Kunstpelz Möbel zu überziehen, vorwiegend mit Geparden- und Giraffen-Prints. Das gab es damals noch nicht, erst Jahre später wurde das plötzlich modern und zum großen Trend. Ich habe damals auch viel mit Flohmarktstücken experimentiert, diese auseinandergenommen und neu zusammengebaut.“