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Mit 14 an der Uni – Der Wunderknabe

Felix Ohswald ist 21 Jahre alt, hat bereits ein Mathematik-Studium abgeschlossen und gilt als Wunderknabe. Mit seinem Start-up GoStudent, einem persönlichen Lernassistenten, bringt er Schüler und Studenten per Smartphone mit Tutoren zusammen.

Gerald Schwarzinger26. April 2017 No Comments

Albert Einstein meinte einmal, für das Ausfüllen einer Steuererklärung müsse man Philosoph sein, denn für einen Mathematiker sei das zu schwierig. Viele Menschen erinnern sich mit Schrecken zurück an ihren eigenen Mathematik-Unterricht. Aber für Felix Ohswald, 21, ist Mathe in der Anwendung „eine tolle Kunst“. Schon als Schüler bemerkte er ein Problem innerhalb einer Schulklasse: Wenn jemand in einem Fach besonders gut war, also Aufgaben bereits vor allen anderen gelöst hatte, durfte er sich bestenfalls still selbst beschäftigen. Eine Förderung? Gab es nicht. Deshalb war Felix in der Schule meist langweilig.

Mit 14 an die Uni. Mit Unterstützung des Österreichischen Zentrums für Begabtenförderung und -forschung bekam er einen Platz an der Universität Wien – in der vierten Klasse Gymnasium.

Bereits mit 14 war er so weit, dass er Mathematikkurse an der Uni zu besuchen begann – zunächst noch als außerordentlicher Hörer. Da er bereits damals zwei Meter groß war und seiner Meinung nach auch nicht so jung aussah, stach er aus der Masse der Studenten gar nicht heraus: „Die meisten haben gar nicht bemerkt, wie jung ich war.“ Dadurch konnte er dem Schulunterricht immer öfter offiziell fernbleiben und sich nach der Matura die Kurse für das Studium anrechnen lassen. So schloss er mit 19 nicht nur die Schule, sondern auch gleich sein Mathematikstudium an der Uni mit einem Bachelor of Science ab.

Doppelbelastung. Durch gutes Zeitmanagement, Unterstützung der Eltern – sein Vater Christian ist Chef der Deutschen Bank Österreich AG, seine Mutter Claudia Autorin – und Interesse an angewandter Mathematik konnte er Studium und Schule gut unter einen Hut bringen. Natürlich gab es Momente, in denen er alles „hinschmeißen wollte“, diese bezogen sich aber eher auf Fächer, die nicht seinen Interessen entsprachen. Schon als Teenager faszinierten ihn Computer. Dabei entdeckte er auch Online-Plattformen, die Vorlesungen sehr renommierter Professoren der ganzen Welt online stellten. Somit konnte sich jeder – Computer und Internetleitung vorausgesetzt – Vorlesungen von Nobelpreisträgern und anderen Fach-Kapazitäten kostenlos im Netz ansehen. Ohswald: „Viele Schüler, Studenten und auch Lehrkräfte wissen dies gar nicht. Also müssen diese Möglichkeiten einfach viel besser kommuniziert werden. So können junge Menschen auch besser einschätzen, wo ihre Interessen und Stärken liegen können. Wer kann schon mit 15 oder 16 Jahren sagen, was er später werden will“, weiß der smarte Start-up-Gründer. „Denn jeder“, so meint Felix Ohswald, „hat eine Begabung, ein Talent. Es muss nur entdeckt und gefördert werden.“

GoStudent. Nach zwei Semestern an der Universität in Cambridge entstand 2015 die Idee zum Start-up GoStudent. „Die Qualität des Unterrichts ist in Österreich gleich gut, aber das Umfeld ist ein anderes“, schwärmt Ohswald von der Eliteuni. „Dort kommen die Besten der Besten zusammen. Da entstehen viele spannende Sachen.“ Sein Bruder und er haben damals begonnen per WhatsApp Fragen zum Schulstoff auszutauschen. Felix hatte die passenden Antworten. Ein Freund der beiden meinte: „Ich mag auch einen großen Bruder haben, der mir per WhatsApp Lösungswege zu bestimmten Problemen sendet!” Daraufhin beschlossen die beiden Brüder eine Facebook-Seite aufzumachen, um einfach die WhatsApp-Nummer zu veröffentlichen. Innerhalb kürzester Zeit gab es eine große Anzahl von Schülern, die diesen Service nutzten. In den Ferien des Sommers 2015 legten sie dann den Grundstein für das gemeinsame GoStudent-Projekt. Die Firmengründung erfolgte im Jänner 2016. Auch der Bruder von Felix ist dabei: „Da er erst 16 ist, kann er jüngeren Schülern einfach besser und glaubwürdiger die Qualität des Services vermitteln, so gibt es einen direkten Link.“

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