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Barbara Meier: Bodenhaftung

Sie studierte Mathematik, gewann die zweite Staffel der Castingshow „Germany’s Next Topmodel“, stand für Magazine wie Vogue und Marie Claire vor der Kamera und macht sich nun als Schauspielerin international einen Namen. Barbara Meier engagiert sich für Nachhaltigkeit, setzt sich für die Erhaltung der Meere ein und zeigt in OOOM Fair Fashion. Ein Gespräch über Schönheit, das Modelgeschäft, Erfolg und tiefe Täler – und wie man in einem verrückten Business mit beiden Beinen am Boden bleiben kann.

Georg Kindel18. Dezember 2017 No Comments

Sie sind im deutschen Amberg aufgewachsen und haben eigentlich Mathematik studiert. Haben Sie Zahlen fasziniert?
Ich fand Mathematik immer spannend und wusste eigentlich nicht, was ich machen will. Mit Mathematik kannst du in den Versicherungsbereich gehen, in den technischen Bereich, Richtung Programmierung, Datenverarbeitung. Ganz am Anfang hätte mich auch das Lehramt interessiert, weil ich immer Spaß daran hatte, Leuten etwas beizubringen.

Doch dann hat Sie ein Modelscout entdeckt.
Es war ein Casting dort. Ich kannte das natürlich nicht, weil in Amberg und Regensburg gibt es nur Lokalfernsehsender, da sieht man bestenfalls eine Kamera. Ich dachte, dass ich miterleben kann, wie Fernsehen passiert. Im Endeffekt waren zwei Kameras und ein Modelscout da. Die haben mich dann angesprochen, ich wollte eigentlich nur zusehen.

16.000 Mädchen haben sich beworben, und Sie haben die zweite Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ mit Heidi Klum 2007 gewonnen. Wie war der Weg zum Sieg?
Ich wollte schon gewinnen, sonst macht das Ganze gar keinen Sinn. Hätte ich ganz rational darüber nachgedacht, hätte ich damit nicht gerechnet. Es waren ja auch nicht irgendwelche 16.000 Frauen, es haben sich natürlich welche beworben, die wahnsinnig schön waren. Es war für mich eine ganz andere Welt, wenn man aus einem Mathematikstudium kommt, wo man sehr viele Stunden am Tag nur mit logischem Denken verbringt. Ich bin auch nie viel gereist vorher. Ich war mit meinen Eltern im Urlaub, aber eher in den Bergen oder wo man mit dem Auto hinfahren kann. Ich bin nur zweimal vorher geflogen, hin und zurück, war nie in Amerika und stand auch noch nie vor einer Kamera. Und prominente Leute zu treffen, Heidi Klum gleich mal als die erste – das war alles eine neue Welt.

War viel Inszenierung hinter den Kulissen dabei?
Wenn man 20 Frauen Tag und Nacht gemeinsam verbringen lässt, dann muss man nicht viel inszenieren. Da passieren die Dramen von allein. Menschen sagen oft: „Oh Gott, das muss so furchtbar sein für die ganzen Mädchen, die weinen den ganzen Tag!“ Aber wir waren trotz allem sehr behütet. Wir hatten eine Produktions­firma, die immer auf uns aufgepasst hat. Dahingegen war das normale Modelbusiness sehr viel härter.

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