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Barbara Meier: Bodenhaftung

Sie studierte Mathematik, gewann die zweite Staffel der Castingshow „Germany’s Next Topmodel“, stand für Magazine wie Vogue und Marie Claire vor der Kamera und macht sich nun als Schauspielerin international einen Namen. Barbara Meier engagiert sich für Nachhaltigkeit, setzt sich für die Erhaltung der Meere ein und zeigt in OOOM Fair Fashion. Ein Gespräch über Schönheit, das Modelgeschäft, Erfolg und tiefe Täler – und wie man in einem verrückten Business mit beiden Beinen am Boden bleiben kann.

Georg Kindel18. Dezember 2017 No Comments

Wie haben Ihre Eltern darauf reagiert, als Sie sagten: Ich werde Model!
Die haben mich immer bei allem unterstützt. Aber ich glaube, dass es für sie schon schwer war, weil es zum ersten Mal ein Punkt war, wo sie mir nicht helfen konnten. Klar, bei den Matheaufgaben in der Uni hatten sie auch keine Ahnung mehr. Aber sie konnten mir eine Studentenwohnung suchen, mich beraten, wenn ich nicht wusste, wohin. Jetzt konnten sie mir nicht mehr helfen, wenn ich alleine in Paris war und keine Ahnung hatte, welchen Job ich annehmen sollte. Das war nicht mehr ihre Welt. 

Sie sind dann ins Film­geschäft eingestiegen.
Es kam irgendwann mal ein Anruf von der Agentur, die gemeint haben: „Die wollten dich gerade für einen Film anfragen als Medium, das sagen wir aber ab.“ Ich meinte: „Ne, ne, ich schau mir das gern mal an.“ Ich wollte das ausprobieren, hab mir einen Coach gesucht und mich ein paar Stunden für dieses Casting coachen lassen. Das Casting war nicht das allerbeste, aber ich habe zu dem Produzenten gesagt: „Wenn ihr mir vertraut, bis der Film gedreht wird, dann schaff ich es, dass ich so weit bin.“ Dann habe ich diese zwei Wochen vorher sehr intensiv verbracht, weil in dem Film ging es auch um Zwillingsversuche von Josef Mengele im Zweiten Weltkrieg. Ich habe mich mit der Thematik auseinandergesetzt, mit dem Übersinnlichen.

Glauben Sie an para­normale Dinge?
Ich glaube, irgendwas wird’s geben. Als ich diesen Film gedreht habe, haben die Leute um mich herum sich bemüßigt gefühlt, mir alle solche Geschichten zu erzählen. Wenn jemand gestorben ist, ein Schlüssel gewackelt hat, etc. Ich hab so viele Geschichten gehört, dass ich mir gedacht habe: „Da muss was dran sein!“ Ich denke mir oft, ich möchte jemandem etwas erzählen, und dann ruft mich derjenige an. Dass das alles Zufälle sind, glaub ich nicht.

Die Rolle lief gut?
Die Rolle hat einfach super zu mir gepasst. Dann war ich ein paar Monate in New York an der Schauspielschule. Ich hab bewusst niemandem erzählt, was ich in Deutschland arbeite, weil ich dachte, dass sie Vorurteile haben. Irgendwann haben sie es dann natürlich rausgefunden, aber es war das erste Mal, dass Leute begeistert davon waren: „Du warst Model und jetzt bist du Schauspielerin? Super!“ Ich kannte das aus Deutschland nicht.

Ihrem Partner Klemens Hallmann gehören zahlreiche Unternehmen, wo schnelle, große Entscheidungen wichtig sind. Wie funktioniert Ihr Alltag?
Ich find’s eigentlich ganz schön, dass er etwas anderes macht als ich. Ich weiß nicht, ob ich jetzt unbedingt mit einem Schauspieler zusammen sein könnte oder mit einem Model. Da wär einfach der ganze Tag dann nur mein Beruf. Klar, wenn man viel reist, ist es schwieriger, es braucht mehr Arbeit an der Beziehung, aber ansonsten funktioniert das sehr gut.

Reden Sie viel über das Business?
Ich glaube, es ist zum einen schwierig, wenn man so viel und erfolgreich beschäftigt ist wie Klemens. Oder wenn man so einen Beruf hat wie ich, der nie aufhört. Wenn ich privat auf der Straße gehe, erkennen mich die Leute. 

Wie geht Ihr Partner damit um?
Er arbeitet lieber außerhalb des Rampenlichts, er braucht es nicht, fotografiert zu werden. Es ist nicht seine Welt. Im Endeffekt lässt es sich mit mir nicht ganz vermeiden. Deswegen haben wir eine Zwischenlösung gefunden: wir werden keine Homestorys machen, er wird auch keine Interviews geben. Er macht seinen Job und lässt mich meinen machen. Bei Interviews am roten Teppich sagt er: „Fragt sie, es ist ihr Business!“ So funktioniert das gut.

18. Dezember 2017