Inspiration

PEZ: Kult-Objekt aus Pfefferminz

Seit den 1960er-Jahren sind sie begehrte Sammlerobjekte, und wechseln den Besitzer für bis zu 32.000 Dollar. Fans sind die Kardashians bis zu Nickelback. Seit „E.T.“ sind sie darüber hinaus immer wieder in Hollywoodfilmen zu sehen: Über 70 Millionen PEZ-Spender und 5 Milliarden Bonbons werden jedes Jahr in der oberösterreichischen Kleinstadt Traun und im amerikanischen Orange, Connecticut, produziert. Die unglaubliche Geschichte eines Pfefferminzbonbons, das als Kultmarke die Welt eroberte – und ohne das es heute eBay nicht geben würde.

Claudia Ohswald9. Oktober 2019 No Comments
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Im Cartoon-Universum sind sie noch niemals aufeinandergetroffen: Donald Duck, Super Mario, Daffy Duck, Captain America, Hello Kitty, Asterix, Barbie, Superman, Nemo und Angry Bird Red. Doch im Supermarktregal und in Vitrinen begeisterter Sammler rund um den Globus stehen sie vereint nebeneinander. Ein Unternehmen in der oberösterreichischen Kleinstadt Traun erweckt seit den 1960er-Jahren die bekanntesten Figuren der Welt gemeinsam zum Leben und bringt sie in über 80 Ländern zu ihren Fans. So wurde die Verpackung des Produkts in Form eines Spenders zum Kultobjekt und machte den Inhalt zu einem der bestverkauften Bonbons der Welt. Jährlich werden über 5 Milliarden PEZ-Zuckerln produziert, die der Oberösterreicher Eduard Haas III. bereits 1927 erfand und mit deren Markenbezeichnung PEZ er einfach den ursprünglichen Geschmack – PfeffErminZ – abkürzte. Aneinandergereiht könnte man mit dieser Strecke an Bonbons 1,5-mal den Äquator umrunden. Dazu verlassen 70 Millionen Spender mit den markanten Starköpfen jährlich in unterschiedlichen Designs die Fabriken im amerikanischen Orange im Bundesstaat Connecticut und im oberösterreichischen Traun.

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Erfolgs-Charakterköpfe. Die Frau, die für diesen globalen Boom maßgeblich verantwortlich ist, arbeitet seit 1991 bei PEZ International, kennt jeden PEZ-Spender auswendig und wirkt mit ihren langen, braunen Haaren und dem smarten Lächeln wie eine amerikanische Staragentin: Gabriele Hofinger ist als Marketing­leiterin kreatives Master­mind hinter dem PEZ-Erfolg. Sie verhandelt mit großen Filmstudios wie Disney oder Sony über die Lizenzen der Bonbon-Dispenser und hat ein exzellentes Gespür, welche Trends als Nächstes kommen. Die Vorlaufzeit von der Verhandlung bis zum fertigen Spender dauert meist ein gutes Jahr. Gabriele Hofinger und ihr Team müssen daher vor allem eines: die Trends früh erkennen. „Man muss sich immer auf die Zielgruppe fokussieren und darf nie den eigenen Geschmack in den Vordergrund stellen“, sagt der Vermarktungsprofi.

„Star Wars“-Spender wurden bisher 30 Millionen mal verkauft. Das erste PEZ-Set war John F. Kennedy gewidmet.

Jährlich lanciert PEZ mehrere neue Linien, die sich vor allem an die Hauptzielgruppe der drei- bis achtjährigen Kinder richten. Zu Weihnachten, Ostern oder Halloween werden für diese Jahreszeiten entworfene Spender zum Verkauf angeboten – vom Weihnachtsmann bis zum Osterhasen. Limitierte Sonderserien zu aktuellen Anlässen wie den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck sorgen für nostalgische Gefühle und besondere Sammelfreuden. Die bis heute erfolgreichste Figur ist Hello Kitty und bereits über Jahrzehnte am Markt. Der meistverkaufte Spender in Amerika ist Santa Claus – und jedes Jahr wieder ein Erfolg. „Star Wars“-Spender wurden bisher über 30 Millionen Mal weltweit verkauft.

9. Oktober 2019