Inspiration

PEZ: Kult-Objekt aus Pfefferminz

Seit den 1960er-Jahren sind sie begehrte Sammlerobjekte, und wechseln den Besitzer für bis zu 32.000 Dollar. Fans sind die Kardashians bis zu Nickelback. Seit „E.T.“ sind sie darüber hinaus immer wieder in Hollywoodfilmen zu sehen: Über 70 Millionen PEZ-Spender und 5 Milliarden Bonbons werden jedes Jahr in der oberösterreichischen Kleinstadt Traun und im amerikanischen Orange, Connecticut, produziert. Die unglaubliche Geschichte eines Pfefferminzbonbons, das als Kultmarke die Welt eroberte – und ohne das es heute eBay nicht geben würde.

Claudia Ohswald9. Oktober 2019 No Comments
pez ooom magazin

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Sammlergemeinde. Um die PEZ-Spender hat sich ein regelrechter Sammelwahn entwickelt, der fast schon Schwarzmarkt-Dimensionen angenommen hat. Sammler sind weltweit vernetzt, betreiben eigene Websites, bieten sich gegenseitig besondere Raritäten zum Kauf oder Tausch an und treffen einander auf Conventions rund um den Erdball. Zwei der bekanntesten Sammler: die Österreicher Johann Pühringer und Nenad Markov, denen einige PEZ-Raritäten gehören. Die Formen der Spender und der Bonbons haben sich nie geändert. Begehrt sind aber nicht nur die Spender, sondern ist generell alles, was mit PEZ in Verbindung steht: vom Automaten bis zu verpackten Bonbons aus limitierten Editionen. Besonders gefragt ist, was vor 1980 erzeugt wurde. Vintage ist angesagt.

Kein eBay ohne PEZ. Das erste PEZ-Set war 1961 John F. Kennedy, seiner Frau Jackie und deren Tochter Caroline gewidmet. Was aber noch unglaublicher ist: Den Internetgiganten eBay würde es ohne PEZ heute nicht geben. eBay-Gründer Pierre Omidyars damalige Verlobte wollte ihre Sammlung an PEZ-Spendern erweitern. Das inspirierte Omidyar dazu, eine Plattform zu entwickeln, auf der dies einfach möglich war. So entstand am 3. September 1995 „Auction­Web“, das später in „eBay“ umbenannt wurde. In der amerikanischen eBay-Zentrale steht deshalb bis heute ein riesengroßes Display mit PEZ-Spendern. In den USA gibt es für die Fan- und Sammlergemeinde sogar ein Museum am Firmensitz von PEZ in Orange, das jährlich unglaubliche 80.000 Besucher anzieht. 90 Prozent der ausgestellten Produkte sind von einem privaten Sammler, der jetzt selbst bei PEZ arbeitet. Es ist immer wieder erstaunlich, welche exorbitant hohen Preise PEZ-Spender und auch PEZ-Automaten bei Sammlern erzielen. Eines der Highlights: die Sonderanfertigung 2011 zur Hochzeit von Prinz William und Herzogin Kate, aber auch die Special Edition 2018 zur Hochzeit von Meghan und Harry. Für 12.000 US-Dollar wurden diese Spender für einen guten Zweck versteigert. Der teuerste PEZ-Spender stammt aus den 1980ern, ist Spaceman und wurde für 32.000 US-Dollar verkauft. Unglaubliche 20.000 US-Dollar sind die 1961 erzeugten PEZ-Dispenser mit den Maskottchen der Demokratischen Partei in den USA wert. Es gibt davon nur noch etwa 5 Stück. Einer steht in der Firmenzentrale in Traun und ist unverkäuflich.

Das skurrilste Lizenzprodukt: ein PEZ-Schuh. Schon die Idee klingt verrückt und very british: Die englische Designerin Camilla Elphick wollte Schuhe im PEZ-Design machen und wandte sich an die Firmenzentrale. Dort war man überrascht, willigte aber schließlich ein. Die Schuhe kosten wohlfeile 950 Euro.

9. Oktober 2019