Arts & Design

Plastic Dreams: Pandemonia Panacea

Sie sieht aus, als wäre sie heimlich einem Roy-Lichtenstein-Gemälde entstiegen und wurde über Nacht zur realen Kunstfigur: Pandemonia Panacea ist nicht von dieser Welt.

Jessica Jane Schreckenfuchs22. März 2017 No Comments
Foto: Lakita Chan

Und doch ist sie echt. Bei den Fashion Weeks von New York bis Mailand sitzt sie in der ersten Reihe. Katia Ganfield von VICE beschreibt sie als „Jeff Koons’ lebendig gewordene aufblasbare Kunstfigur“. Sie selbst beschreibt sich als „die Reflexion eines Cartoons des Großstadtlebens im 21. Jahrhundert.“

Sie (oder vielleicht doch er?) ist die 2007 ins Leben gerufene Kreation eines anonymen in London lebenden Künstlers, wie Pandemonia selbst verkündet. Eine schmale Gratwanderung zwischen Realität und Mythos. Dass sie damit die komplette Aufmerksamkeit der Kunst- und Mode­szene erlangt, war von Anfang an klar. Und bewusst gewollt.

Pandemonia Panacea in ihrem Element: Plastik (Foto: Simon Cave)

„Mein Beruf beschäftigt sich mit der heutigen Kultur. Also habe ich meine Arbeit direkt in unsere Gesellschaft und unseren Alltag integriert, um einen Diskurs zu schaffen. Ich überschreite gerne die Grenzen der Kunst. Das hat das heutige Verständnis von Kunst geöffnet und mehr Möglichkeiten geschaffen. Es lässt die Linien von Illusion und Realität verschwimmen“, erzählt Pandemonia.

Pandemonia Panacea ist die kritische Reflexion unserer gegenwärtigen Gesellschaft. Sie verkörpert das heutige Rollenbild der Weiblichkeit. Sagt sie. Sie ist eine Plastikpuppe. Sagen wir.

Immer dabei: Pandemonia Panaceas Hund Snowy (Foto: Christina Georgiadou)

Pandemonia selbst sieht sich als cross-mediale Kunstfigur, die generationenübergreifend in die Welt der Mode, der Reichen und Berühmten, und der Kunst selbst eingreift: „Ich habe mich der Öffentlichkeit präsentiert. Aber es ist die Öffentlichkeit, die mich zu dem macht, was ich bin.“