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Rebellin mit Gewissen

TV-Star Lilian Klebow („SOKO Donau“) ist zweifache Mutter und erlebt in ihrem Alltag das, was jede berufstätige Mutter manchmal erlebt: Chaos. Die Schauspielerin über Stress im Job, unzuverlässige Babysitter, Entspannung im Wasser, wieso ihre vierjährige Tochter Charlie noch nie fernsehen durfte – und warum die Mutterrolle die Traumrolle ihres Lebens ist.

Christina Zapella-Kindel12. Juni 2018 No Comments

Manchmal ist es nicht einfach, alles unter einen Hut zu bringen: Beruf, Kinder, Ehemann, soziale Engagements. Arbeitende Mütter wissen das nur zu gut. Allerdings wird die Sache noch erheblich schwieriger, wenn beide Eltern einen Job haben, der oft nicht planbar ist, kein „9 to 5“ kennt und sie manchmal tage- oder sogar wochenlang von zu Hause wegführt. TV-Star Lilian Klebow durchläuft gerade so eine heiße Phase ihres Lebens.

Die gute Nachricht: Die Schauspielerin ist gefragter denn je. Die mittlerweile 14. Staffel der Erfolgsserie „SOKO Donau“, in der sie als Revierinspektorin Penny Lanz eine der Hauptrollen verkörpert, wird in diesem Jahr unter der Regie von Holger Barthel gedreht. Dazu kommt ein 90-minütiger „SOKO Wien/SOKO Leipzig“-Kinofilm, in dem sie ebenfalls mitspielt. Gerade hat sie „Fracht“, einen Diplomfilm an der Filmakademie Wien abgedreht, der Kinofilm „Love Machine“ ist in Vorbereitung, für ihn steht sie ab Juli vor der Kamera. Alleine das ist schon weit mehr als ein Fulltime-Job.

Zwei Serienstars. Doch Klebow ist auch „begeisterte Mama“: Töchterchen Charlie ist vier, Sohn Sonny wurde im Jänner ein Jahr alt. Väterkarenz ist keine Option, denn ihr Mann Erich Altenkopf steht selbst seit 2009 als Dr. Michael Niederbühl in der ARD-Telenovela „Sturm der Liebe“ in Deutschland vor der Kamera. Über 2.000 (!) Folgen hat er schon abgedreht. „Es ist eine große Gnade, wenn zwei Schauspieler in einer Familie einen Job haben, doch mit zwei kleinen Kindern ist die Koordination nicht immer einfach.“ Dreht einer von ihnen, muss der andere bei den Kindern sein und umgekehrt: „Mein Mann bekommt seinen Drehplan oft erst kurzfristig. Da muss ich spontan bleiben. Wir haben keine fixen Arbeitszeiten als Schauspieler, oft dauert der Dreh länger, man wartet auf die richtige Einstellung und da kann man natürlich nicht weg, weil der Kindergarten schließt.“ 

St. Martins Therme. Lilian Klebow kommt gerade von den Dreharbeiten und hat in einer Stunde gleich ein Fotoshooting in der St. Martins Therme & Lodge in Frauenkirchen, wo sie für die Relax! After Work Thermenabendkarte der VAMED Vitality World vor der Kamera steht. Wir fahren mit ihr ins Burgenland. Wir treffen sie im 7. Bezirk in Wien, wo sie gleich ums Eck wohnt. Unkompliziert wie Lilian nun mal ist, wirft sie zwei Kleidersäcke in das Auto und wir fahren los. Sie trägt ein bodenlanges transparentes Kleid, darunter Shorts. Das Kleid ist aus der „Conscious Exclusive Collection“ von H&M, wurde aus alten Fischernetzen gefertigt, erzählt sie. „Ich kaufe gerne in Vintage-, Second-Hand-Läden oder kleineren Geschäften mit fairer Mode ein.“ So bewahrt sie sich ihren eigenen, unverwechselbaren Stil. „Das sind wir der Umwelt schuldig.“

Jane Goodalls Botschafterin. Engagiert war die Münchnerin schon zu ihrer Schulzeit. Seit 2011 ist sie Ehrenbotschafterin für Jane Goodall und ihr Institut in Österreich. Die persönliche Begegnung mit ihr und eine darauffolgende Reise zu den Batwa-Pygmäen hat ihr Leben nachhaltig verändert.  Ebenso ihre Begegnung mit Friedensnobelpreisträgerin Betty Williams, deren „Stadt des Friedens für Kinder“ im italienischen Basilicata sie unterstützt: „Bei ihrem Projekt in Süditalien sieht man am gelebten Beispiel, wie Integration funktionieren kann. Die Menschen dort in den Dörfern haben nicht viel, sie teilen aber das Wenige mit Menschen, die von woanders kommen und gar nichts haben. Das hat mich zutiefst berührt.“ Pause. Dann sagt sie: „Da wird man demütig. Das sind beides sehr starke Frauen, jede hat das einzig Richtige getan und ist ihrem Herzen gefolgt, jede mit ihrer ureigenen Geschichte. Was beide so groß macht, ist der Mut, sein eigenes Leben einzusetzen, um anderen zu helfen. Betty ist in einem Kriegsgebiet in einen waffenlosen Widerstand getreten, Jane von England nach Afrika ausgezogen und hat wissenschaftlich Unglaubliches geleistet. Beide tun das bis heute, das bewundere ich sehr.“ Für Greenpeace engagiert sie sich auch als Botschafterin für besseres Essen an Kindergärten.

„Die Verrohung der Gesellschaft setzt dort ein, wo Menschen keinen Sinn mehr sehen, wo sie keine Liebe mehr zu einer Sache haben“, sagt sie, und sieht aus dem Fenster auf die umliegenden Wälder, an denen wir vorbeifahren.

„Es läuft einiges schief auf der Welt“, fügt sie hinzu. „Wir verdanken unseren Wohlstand Menschen, die in einer Art Sklaverei in der dritten Welt für uns arbeiten. Da muss man sich selbst fragen: Wo kann ich anfangen und meinen Beitrag leisten, um das zu verändern? Was kann ich tun, was an meinem Lebensstil reduzieren? Nie wurde so viel Kleidung weggeschmissen, die Container quellen über und Shoppen wird als reiner Zeitvertreib betrieben.“ Auch da schlägt die Schauspielerin einen konsequenten Weg ein: „Ich verwerte alles, was möglich ist und gebe Dinge, die ich nicht mehr brauche, weiter. Wir haben jahrelang darauf hingearbeitet, damit wir alle unabhängiger werden, ich glaube aber die Menschen können nur gemeinsam etwas erreichen.“

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