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Riding Dinner. Tradition, Genuss, Zeitgeist zu Pferd

Rhythmisches Hufgeklapper und ratternde Wagenräder, das kann in Wien nur eins bedeuten: die Fiaker sind da. Die Einheimischen können sich die Innenstadt ohne das Flair der zweispännigen Kutschen gar nicht mehr vorstellen. Warum sich also nicht mal an einem lauen Sommerabend eine Spazierfahrt gönnen? OOOM begab sich auf Spurensuche bei Wiens Fiakern.

Christiane Schiefer6. Oktober 2020 No Comments
Gründer Marco Pollandt und Raimund Novotny

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Vier Fragen an die Gründer des Start-ups Riding Dinner, Marco Pollandt und Raimund Novotny.

Was ist Ihre Philosophie hinter Riding Dinner?

Pollandt: Wien mit allen Sinnen zu erleben: sehen, riechen, fühlen, schmecken, hören. Das ist das, was dieses Erlebnis für die Gäste so einzigartig macht.

Novotny: Wir verbinden die bestehende Tradition, die seit Jahrhunderten in Wien gepflegt wird, mit der berühmten Wiener Küche und das alles während einer entspannenden Fahrt durch die Innenstadt.

Ist die Fiakerfahrt auch für Einheimische gedacht?

Pollandt: Natürlich. Unsere Idee war ursprünglich speziell für Einheimische gedacht. Wenn sich die Wienerinnen und Wiener für unser Projekt begeistern, dann kommen die Touristen von ganz allein. Wir möchten ein Erlebnis schaffen, das sich über die Jahre zu einem „Must Do“ entwickelt, das zu jedem Wienbesuch dazugehört.

Novotny: Für die Wiener ist es normal, dass Fiaker durch die Stadt fahren, aber die Wenigsten machen sich Gedanken darüber was dahintersteht.

Wien mit allen Sinnen erleben: sehen, riechen, fühlen, schmecken, hören. Das ist, was dieses Erlebnis für die Gäste so einzigartig macht.

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Sind Sie mit Pferden aufgewachsen?

Pollandt: Nein, wir beide sind eigentlich komplette Quereinsteiger. Wir kommen aus der Gastronomie und Hotellerie. Wir hatten einfach die Idee, dass man Essen und Trinken in der Kutsche genießen können sollte.

Novotny: Wir haben die Chance ergriffen etwas Einzigartiges zu gründen. Wir haben auch selbst die Ausbildung zum Fiakerfahrer absolviert. Nicht nur, weil es unser tägliches Brot ist, sondern weil wir selbst mittlerweile einen derart engen Bezug zu Pferden und unserem Fiaker-Partner (Fiaker Paul) aufgebaut haben. Sie sind im Endeffekt nicht nur die wichtigsten Mitarbeiter, sondern auch wie Familienmitglieder für uns. Das ist so.

Sind Fiaker eine aussterbende Spezies?

Novotny: Man muss natürlich immer ein Stück mit der Zeit gehen. Aber ich denke, dass vor allem in einer Zeit, wo alles immer schnelllebiger wird, eine Kutschenfahrt sehr entschleunigend ist. Man nimmt die Stadt ganz anders wahr. Wenn man dann noch mit exquisiten Speisen und Getränken verwöhnt wird, ist das doch eine unglaubliche Erinnerung.

Pollandt: Hinter Kutschenfahrten steht auch ein Handwerk dahinter: die Arbeit gemeinsam mit dem Pferd, die Ausbildung der Pferde, das Wohl der Tiere, das sind alles Faktoren, die mitspielen. Ich finde, dass Fiaker eigentlich wieder zurück am Puls der Zeit sind. Denn die ursprünglichste Form der Fortbewegung war für den Menschen eigentlich immer mit Pferden.

 

wien.ridingdinner.com

Fotos: Raphael Berthold, Hype Grafik

6. Oktober 2020