Arts & Design

Fotokünstler Robert Nil Reed: Enjoy the Silence

Wenn Bilder Sprache sind, so ist sein Idiom die raue Poesie. Die neuen Werke des österreichischen Fotokünstlers Robert Nil Reed sind ab 12. Januar 2019 in der portugiesischen Leica-Galerie in Porto zu sehen: „Code of Silence“. Poetische Fotografien, großteils in Schwarz-Weiß gehalten, zeigen harte Kontraste, karge Felslandschaften und fragil-androgyne Schönheiten. Was bezweckt Nil Reed mit seinen Bildern? OOOM begab sich auf Spurensuche und sprach mit dem Wiener Fotografen.

Tanja Rauch5. Dezember 2018 No Comments
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Wenn Bilder Sprache sind, so ist sein Idiom die raue Poesie. Gewaltig, archaisch, von sinnlicher Komposition, doch zugleich karg und voll Kontrast fängt er die Schönheit des Augenblicks unmaskiert ein. Der österreichische Fotokünstler Robert Nil Reed, 43, stellt in der Leica-Galerie im portugiesischen Porto ab 12. Januar 2019 in seiner Ausstellung „Code of Silence“ gewaltige Bildwelten vor. Dafür lichtete er an der portugiesischen Algarve androgyne, teils fragile Schönheiten an den Felsen der Steilküste und am kargen Strand ab. Das tosende Meer degradierte er zum Statisten. Die Weiblichkeit steht im Zentrum seiner Inszenierung.

Natur als Inspiration. Zur Fotografie kam Nil Reed während einer Australienreise vor 25 Jahren. Der Feldbacher war so von der Landschaft fasziniert, dass er begann, Abbilder der Wirklichkeit zu schaffen. Die Schwarz-Weiß-Fotografie hat es ihm besonders angetan. Die kreative Inspiration für „Code of Silence“ kommt aus der Natur, der Weite, dem Licht, der Stille, dem Unberührten. Das spürt man auch deutlich in seinen Werken.

Aktfotografie. Aufgewachsen in der Steiermark geht es Nil Reed sowohl in den Landschaftsbildern als auch in der Porträtfotografie um die Reduktion. Aus der Idee, gemeinsam mit seiner Frau Sophie Chudzikowski, Visagistin einer renommierten Kosmetikmarke, klassische Porträts mit Einflüssen aus der Modeszene zu kombinieren, entstand eine besondere Form der Aktfotografie. „Aktfotografie deshalb, weil es um die Nacktheit, die Verletzlichkeit des Körpers geht“, so Nil Reed. Obgleich er bis vor seiner Fotoreise keinen Bezug zu Portugal hatte, konnte er sich während seiner Arbeit nicht mehr davon lösen. Abgesehen vom traumhaften Licht faszinierte ihn die Vielfältigkeit der Landschaft von der Westküste über die Steilküste bis zum kargen Hinterland. „Es zählen die prägenden Momente“, so Nil Reed, „egal in welcher Relation. Da das Team immer ein sehr kleines mit wenigen Leuten war, blieben die Shootings sehr entspannt und locker.Ein bedeutendes Erlebnis war am Strand von Praia da Ursa, als ich mit einem unserer Models um vier Uhr früh losgestartet bin, ganz alleine. Wir beide mussten eine Stunde zu Fuß gehen und haben dann in der Morgensonne zwei Stunden fotografiert. Daraus ist auch das Titelbild entstanden.“

Da die Natur zu seinen größten Inspirationsquellen gehört, zählt die Steiermark, und hier das Heim seiner Eltern, zum persönlichen Calm-down-Place. Egal ob Schi fahren oder wandern in den Bergen, die Natur ist und bleibt Nil Reeds persönliche Leidenschaft. Neben der Fotografie, selbstredend.

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