InspirationMagazin

Ruediger Dahlke: Ein Arzt für alle Fälle

Ruediger Dahlke, Bestsellerautor, Arzt und Psychotherapeut, baute im steirischen Gamlitz ein Gesundheitsresort, zu dem seine Fans aus ganz Europa pilgern. In OOOM zeigt Dahlke seinen Ort der Inspiration, Erfahrungen und Ideen, TamanGa.

Jessica Schreckenfuchs14. Februar 2017 No Comments

Ein Idyll inmitten der Natur.

Sie sind Veganer?
Ich habe schon immer vegetarisch propagiert. Vegan habe ich wirklich erst nach englischen Studien gelernt, 11–12 Jahre ist das her. Da ist mir das wie Schuppen von den Augen gefallen. Ich habe die Veganer-Welle ganz schön in Bewegung gebracht, weil da waren an Büchern nur Karen Duves „Anständig essen“ und Jonathan Safran Foers „Tiere essen“. Und dann habe ich die englische Studie in die Hand bekommen und habe ganz spekulativ ehrlich gesagt: „Das ist es.“ Wegen ökologischen Gründen machen die Menschen das erst recht nicht. Und wegen tierethischen Gründen machen sie das auf keinen Fall. Selbst die Tierfreunde, die mit ihrem Dackel schmusen, essen Schnitzel. Aber wie ich das mit der Medizin gesehen habe, da habe ich mir gedacht, das ist genau der Punkt. Und da habe ich dann „Peace Food“ geschrieben. Wissend, dass das ziemlich viel Unfrieden machen wird.

Ecken Sie gerne an?
Nicht wirklich. Nur mit der  Mainstream-Medizin.

Woran liegt es, dass neue Strömungen in der Wissenschaft anfangs fast immer abgelehnt werden?
Früher hat die Religion alles bestimmt, dann war der neue Glaube, die Wissenschaft, Aufklärung, Renaissance. Jetzt ist die Welt Geldreligion. Wenn Sie zum Beispiel denken, Lipitor macht einen Umsatz von 17 Milliarden Dollar im Jahr mit einem einzigen Medikament. Wenn jetzt Doktor Dahlke kommt und sagt: Leute, lasst’s das mit dem Cholesterinsenken, das ist echt nicht gut. Und wegen Clofibrat haben schon so viele sterben müssen, bis es verboten wurde. Damit hat eine bestimmte Lobby ein Problem.

Die Schulmedizin blendet den Einfluss der Psyche größtmöglich aus.
Zu allem Körperlichen gibt es immer etwas Seelisches, zu jeder Form einen Inhalt. Das ist überall so.

Glauben Sie, dass die Menschen mündiger geworden sind, was ihre eigene Gesundheit betrifft?
Jein. Einerseits schon. Es gibt immer mehr Menschen, die eine zweite Meinung einholen und wacher geworden sind. Sie erkennen auch, dass da vieles falsch läuft. Dahinter ist dieser Reduktionismus der Schulmedizin, der durch die Pharmaindustrie gefördert wird. Wenn sie nur die Niere ins Auge fassen und den Kreatinin-Wert, der gestiegen ist, und nur Medikamente, die den Wert wieder senken verschreiben …

Ohne die Ursache zu suchen.
Genau. Da fühlt sich der Patient a) nicht gesehen, b) nicht erkannt und eigentlich c) gar nicht behandelt. Der fühlt seine Niere behandelt. Und das haben immer mehr Leute auch satt. Und wenn sie es satt haben, würde ich sagen: Keinen Aufstand gegen die Schulmedizin, weil das ist ja nicht schlecht, was die machen, und der Kreatinin-Wert ist auch mir wichtig, weil der zeigt ja dann doch, dass bei der Niere grundsätzlich etwas falsch läuft.

Was empfehlen Sie einem Fasten-Anfänger?
Eine Woche Fasten, Wandern. Zweimal im Jahr ist eigentlich am besten. Es kommt darauf an, wie man lebt. Wenn man sehr bewusst ist und vegan lebt, dann hat man nicht so viel zu entgiften. Die, die das – hart gesagt – versauteste Leben geführt haben, die reagieren am stärksten und haben die größten Unterschiede.

14. Februar 2017