Lifestyle & Travel

Schauer Moden: Tradition in Bad Ischl

1895 kam der Schneidermeister Wilhelm Schauer nach Bad Ischl und schneiderte für Adel und Hofgesellschaft. Seitdem wuchs die Familie Schauer mit ihren Aufgaben. Die Entwicklung führte von der „Englischen & französischen Kostüm- Schneiderei“ am Kreuzplatz 22 zur trachtigen und internationalen Mode-Konfektion sowie zum Angebot hochwertiger Trachten und Modestoffe; mehrere Geschäfte entstanden an den ersten Adressen der Stadt.

Claudia Ohswald10. Oktober 2019 No Comments
schauer moden ooom magazin

An exakt der gleichen Adresse, an der sein Großvater Wilhelm Schauer das Unternehmen gegründet hatte, führte Gustav Schauer die familiäre Handwerkstradition fort, die nun Angelika Schauer übernommen hat. Mit dem Maßatelier und seinen unverwechselbaren Kreationen blieben Handwerk und Erfindergeist stets heimisch. Während Angelika Schauer heute die Geschäfte des Unternehmens führt, ist Senior Gustav Schauer immer wieder in der meisterlichen Schneiderei zu finden. „Der Respekt vor dem Ursprünglichen verleiht der Tracht dauerhaften Wert“ – gemäß diesem Motto, das Unternehmenshistorie mit dem Anspruch an Perfektion vereint, wird im Hause Schauer gearbeitet.

Über hundert Jahre besteht das Unternehmen Schauer in Bad Ischl, im Herzen des Salzkammerguts, und ist heute lebendiger denn je. Mode und Tracht stehen auf eigenständige Weise im Strom der Zeit: Sie gehen modisch mit ihr und bleiben zugleich kostbar zeitlos. Angelika Schauer, bereits die vierte Generation der Ischler Textildynastie, erzählt im OOOM-Gespräch, was wirklich zählt.

schauer moden ooom magazin

Was macht den Erfolg Ihres Unternehmens aus?

Wir sind leidenschaftlich und lieben das, was wir tun. Der Gründergeist meines Urgroßvaters, hoher Anspruch an die Qualität, Individualität und Gastgeber zu sein, das alles steckt tief verwurzelt in unserem gesamten Handeln. Ohne die Traditionen zu vernachlässigen, sind wir stets um Weiterentwicklung bemüht. Wir lieben es, zu begeistern und zu überraschen. Außerdem sind unsere Geschäfte an den ersten Adressen in Bad Ischl – ein Teil unserer Strategie, ein Teil unseres Ziels.

Gibt es interessante Anekdoten im Zusammenhang mit dem Kaiserhaus?

Ich kenne die Erzählung, der Kaiser habe, wenn er im offenen Wagen über den Kreuzplatz fuhr, dort, wo sich unser Atelier befand und heute noch befindet, meinem Urgroßvater ein joviales „Servus, Schneider!“ in die Werkstatt zugerufen. Prinz Youssouf hat die Sommerfrische in seinem Jagdhaus verbracht, wo mein Urgroßvater unter strenger Beobachtung der Leibwächter die Anproben vorgenommen hat. Und Baron Spiegel und Graf Festetics waren ebenfalls Kunden, wie aus alten Maßbüchern zu lesen ist, um nur einiges zu berichten.

Was machen Sie anders als Ihre Eltern?

Der Zeitgeist ist einfach ein anderer und hat sich dynamisch verändert, somit auch das Handeln. Ich denke und handle heute überregionaler. Ich setze mich für den hiesigen Einzelhandel ein, um meinen Teil dazu beizutragen, die zukünftige Attraktivität der Einkaufsstadt Bad Ischl aufrechtzuerhalten. Außerdem verfolge ich einen anderen Teamgedanken, der Stärken und Entwicklung Raum gibt.

Der Zeitgeist ist einfach ein anderer und hat sich dynamisch verändert, somit auch das Handeln. Ich setze mich für den hiesigen Einzelhandel ein, um meinen Teil dazu beizutragen, die zukünftige Attraktivität der Einkaufsstadt Bad Ischl aufrechtzuerhalten.

Gibt es ein „Sisi.Dirndl“?

Ja, tatsächlich haben wir ein erfolgreiches „Sisi.Dirndl“ in unserem Haus kreiert. Aus einem Stoff, der nach einem historischen Reiterbildnis der schönen Kaiserin gewebt worden war, wurde ebendieses Dirndl entworfen. Das Modell ist exklusiv nur bei uns erhältlich.

schauer moden ooom magazinWas sagen Sie zu den unzähligen Dirndln „made in China“?

Schlimm! Das hat nicht wirklich viel mit dem zu tun, was wir anbieten oder für unsere Kunden entwickeln. Aufgrund unserer Historie und der Entstehung der Tracht distanzieren wir uns ganz bewusst von Massenware ganz ohne regionalen Bezug und von minderer Qualität.

Wie holt man die junge Generation ab?

Ich habe das Gefühl, dass sich die junge Generation absolut mit der Tracht identifiziert und sich für sie begeistert, da die Tracht so lebendig wie auch authentisch ist, und unglaublich viele Facetten hat.

Gastfreundlich nahm das Salzkammergut einst Kaiser, Könige, Adelige und Künstler auf. Heute sehen sich Angelika Schauer und ihr Team auch weiterhin als Gastgeber. Sie wollen den Charme des Ortes und seiner Tradition vermitteln. Individuell und inspiriert öffnet ihnen die Mode das Tor zur Welt. Ausgewählte Stücke internationaler Designer und Labels bieten sie Kunden in traditioneller Könnerschaft an – für deren persönlichen Look.

www.schauer-moden.at

10. Oktober 2019