Inspiration

Sieg der Sterne – Die Rückkehr der Veggie-Ritter

Als Mitgründer der Superfund-Investmentgruppe verkaufte Christian Halper 2010 seine Anteile und startete sein erstes vegetarisches Restaurant Tian, das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde, und beschäftigt sich seitdem mit dem globalen Bewusstseinswandel, innerer Weisheit und Spiritualität.

Georg Kindel28. April 2017 No Comments

Die Insignien des Erfolgs sucht man bei Christian Halper, 48, vergebens. Er fährt am liebsten mit dem Roller durch die Stadt, trägt statt einer mondänen Uhr wuchtige metallene Armreifen und tauscht den Businessanzug lieber gegen T-Shirts mit schamanischen Motiven ein. Der smarte Visionär mit den langen blonden Haaren ist in mehrfacher Hinsicht ein Pionier: in der Finanzwelt – seinem ersten Leben – entwickelte er hochkomplexe Investmentsysteme, die lange Jahre zweistellige Renditen erwirtschaften und weltweit mit Auszeichnungen überhäuft worden sind. In seinem zweiten Leben führte er die vegetarische Küche auf ein noch nie dagewesenes Niveau und widmet sich als Philanthrop den großen Fragen unserer Zeit.

Vor etwas mehr als einem Jahrzehnt verwaltete die von ihm mitgegründete Superfund-Investmentgruppe fast zwei Milliarden US-Dollar und ihr Flaggschiff-Fonds erzielte gerade 24,3 Prozent Rendite. Doch schon damals gehörte nicht nur trockene Finanzmathematik, sondern Astrologie und das Eintreffen von Ereignissen mit geringer Wahrscheinlichkeit, landläufig auch Zufall genannt, zu seinen liebsten Gesprächsthemen.

2010 verkaufte Christian Halper alle seine Anteile an Superfund für einen kolportierten dreistelligen Millionenbetrag und widmete sich den „wesentlichen Dingen des Lebens“: dem globalen Bewusstseinswandel, der inneren Weisheit, der Seele, dem Wohl der Tiere und der Zukunft unserer Welt.

Wir treffen einander im TIAN in Wien, dem ersten Restaurant seines mittlerweile bis nach Deutschland reichenden vegetarischen Gourmetkonzerns, der rasch expandiert. Halper brachte die bis dahin zwar gesunde, aber langweilige vegetarische Küche auf ein noch nie dagewesenes Niveau: Das TIAN wurde mit einem Michelin-Stern – den weltweit nur vier vegetarische Restaurant bekommen haben – und drei Gault-Millau-Hauben ausgezeichnet.

Der Multimillionär hat seinen Stil gefunden. Seine Fingernägel sind frisch lackiert und haben eine Länge, um die ihn jede Frau beneiden würde, sein Outfit ist extravagant. Darin steckt ein hochintelligenter, sensibler, in sich ruhender und feinfühliger Mensch. Gänzlich anders als das Klischee des typischen Invest­mentbankers war er schon zu seiner aktiven Zeit in der Finanzwelt. Er hört zu, bevor er spricht. Er wählt seine Worte bewusst. Er hat eine Mission, das spürt man. Er will die Welt zum Besseren verändern.

Sie haben einen erfolgreichen Hedgefonds entwickelt, wurden selbst zum Multimillionär und widmen sich heute dem Thema globaler Bewusstseinswandel. Wieso?
Alle Menschen sind durch die jetzt stattfindenden globalen Veränderungen und Herausforderungen aufgefordert, sich zu entwickeln und ihr Bewusstsein zu erhöhen. Ich habe mir vor eineinhalb Jahren die Frage gestellt: Wie kann ich selber mithelfen an dem globalen Bewusstseinswandel, der jetzt stattfindet und auch stattfinden muss? Dann habe ich dazu meine Intuition befragt und die Idee bekommen, einen Vortrag zu diesem Thema zu machen: Wie kann man seine innere Weisheit nützen und auch den Zugang dazu finden? Durch Intuition sind mir fünf Schritte klargeworden. Ich habe sie dann mit gedanklichem Material gefüllt, damit man sie auch gut verstehen und annehmen kann.

Gibt es Ihrer Meinung nach ein globales Bewusstsein? Sind wir alle miteinander verbunden?
Das glaube ich, ja. Definitiv.

Princeton-Professor Roger Nelson hat in seinem „Global Consciousness Project“ mithilfe von Zufallsgeneratoren ein globales Bewusstsein, eine Verbindung zwischen uns Menschen, wissenschaftlich nachweisen können. Sie gehen noch einen Schritt weiter.
Man kann nicht nur den Einfluss des Bewusstseins messen, sondern auch etwas in dieses Bewusstsein einspeisen und es dadurch mitgestalten. Es gibt diverse Experimente, wo viele Menschen in einer Stadt meditiert haben. Die Einbrüche und Unfälle sind dort total zurückgegangen.

Wenn Sie das vor 15, 20 Jahren als Investmentbanker gesagt hätten, hätte man sich wohl zweimal überlegt, ob man Ihnen sein Geld anvertraut. Mittlerweile hat sich das Verständnis für solche Themen in unserer Gesellschaft grundlegend geändert.
Ja, das hat es. Obwohl es immer noch schwierig ist, sich damit wissenschaftlich zu befassen. So wie früher Teleskope oder andere Messinstrumente verboten wurden, so werden jetzt teilweise die Messinstrumente verboten, mit denen man genau in diese Bereiche schauen kann. Wenn Sie einem Mikrobiologen das Mikroskop wegnehmen, dann sieht er nichts mehr. Wenn Sie einem Astronomen sein Teleskop wegnehmen, dann sieht er ebenso nichts mehr. Es gibt Möglichkeiten, einen Einblick in die Seele zu ermöglichen, einen Einblick in den feinstofflichen Bereich. Wenn man die Messinstrumente dazu allerdings versperrt und die Forschung mit solchen Mess­instrumenten verbietet, muss man sich die Frage stellen: Warum wurde und wird die Erforschung der feinstofflichen Welten, der Seele und des Bewusstseins immer wieder erschwert oder gar blockiert?