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Sigmar Berg alleine gegen die Flammen Malibus

Die Hintergrundstory zu Platz eins des OOOM 100- Rankings: Wie die USA eine der größten Feuerkatastrophen ihrer Geschichte erlebten – aus der Sicht eines direkt Betroffenen.

Tanja Rauch4. Dezember 2018 No Comments
ooom story feuer in malibu

Es war ein Inferno, wie er es sich in seinen kühnsten Albträumen nicht hätte ausmalen können. Der österreichische Designer und Unternehmer Sigmar Berg, Gründer des Labels +Beryll, und seine Frau Petra kämpften mit zwei Ranch-Arbeitern und ihren beiden Kindern, einer kanadischen Wasserpumpe und zwei Feuerwehrschläuchen gegen eine apokalyptische Feuerwalze, die ihr Anwesen zu zerstören drohte: „Die Flammen waren 30 bis 50 Meter hoch, der Wind zwischen 50 und 60 Meilen schnell“, so Berg im OOOM-Interview. „Alles, was die Feuerwalze erwischte, fing an zu brennen. Wir bekämpften das Feuer überall dort mit den Schläuchen, wo es auf uns zukam“, schildert er den Albtraum. „Es war brutal, die Hitze unerträglich, das Atmen fiel schwer. Durch den Rauch wurde am helllichten Tag alles stockdunkel.“ Eine Stunde lang dauerte der direkte Kampf mit dem Feuer: „Da brennt es überall um dich und du musst im Kreis laufen und löschen. Dann eine weitere Stunde, wo du die Feuer in der Nähe ausmachst. Und dann dauerte es gute zehn Stunden, um alle Glutnester zu löschen. Um uns sieht’s aus wie eine Mondlandschaft: alles weg.“

Die Bergs hatten Glück: „Wären wir wie die anderen geflüchtet, würde heute nichts mehr von unserem Haus stehen.“ Und wo war die Feuerwehr während dieser ganzen Zeit? „Nicht da“, so Berg. „Es gab keine Unterstützung, nicht mal durch Hubschrauber. Ein völliges Versagen der Infrastruktur und des Kommandos. Da brennen riesige Waldgebiete und niemand kommt. Wir sind vollkommen alleine in das Feuer hineingegangen“, so Berg. „Ein Wahnsinn, wie schlecht die organisiert waren. Die Firefighter selbst sind super Typen – der Fisch stinkt vom Kopf.“

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